OXID eFire auf dem 16. Internationalen Linuxtag 2010-06-09

Zu „Europe’s Leading Open Source Event“ hatte ich heute die Ehre über Open Source und SaaS im eCommerce zu sprechen. Und nicht nur das, ich durfte mit meinem Vortrag sogar das Cloud Panel als solches eröffnen! :-O

Die Ehrfurcht wich dann schnell einer gesunden Ernüchterung, als mir klar wurde, dass auch Open Source Freaks und Cloud Addicts zum ersten Vortrag des ersten Konferenztags nicht unbedingt die allergeschlafensten sind und trotz ansehnlicher Raumgröße auch nicht unbedingt in ebensogroßer Zahl erscheinen.

Aber ich will nicht klagen, es hat wirklich Spaß gemacht und mir ist nun auch klarer als je zuvor, dass die Debatte um Freiheit mit Open Source und Cloud auf manchen Gebieten noch ziemlich am Anfang steht. Ich fürchte da haben sich ein paar Verwechslungen von Freiheit, Autonomie und Co. eingeschlichen, die nun erst in der Anwendung auf die eCommerce Praxis so richtig deutlich zu Tage treten. Macht euch auf ein bisschen Liberalismustheorie gefasst… >:-}

Ausstellerseitig hat der Linuxtag neben der zu erwartenden Richard-Stallman-Look-a-likes wirklich alles zu bieten: IT-Presse, coole CMS Projekte, alternative Suchmaschinensoftware, Open Source Radio, Datenschutzrechtler, Flugsimulatoren – wer käme hier nicht auf seine Kosten. 🙂

Das Vortragsprogramm ist natürlich überaus stattlich, allein heute habe ich eine handvoll wirklich sehenswerte Beiträge erlebt – und so wird es die nächsten 3 Tage sicher weitergehen.

Herauszuheben vielleicht die knapp 2-stündige Panel Discussion am frühen Nachmittag „Haben kleine [Open Source] Unternehmen noch eine Chance?“. Ließ sich sehr vielversprechend und kontrovers an, unterm Strich war das Panel dann aber mit eCommerce (vertreten durch unseren CEO Roland Fesenmayr, der sich die Frage gefallen lassen musste, von wem sich – in schöner Tradition à la MySQL, SUN und Co. denn nun OXID gerne kaufen lassen würde. Naja….), Groupware, SAP, Eclipse Foundation, Systemintegrator und Open Source/IT Presse aber vielleicht doch ein bisschen zu vielfältig besetzt.

Die inhaltliche Schnittmenge der Beiträge war jedenfalls marginal und so wollte dann auch am Ende gar keine Diskussion mit dem Publikum aufkommen; es war einfach noch nicht einmal die Basis dafür da. Selbst die (einzige!) bescheidene Frage einer Dame aus der ersten Reihe, ob man denn nun mal in kurzen Sätzen eine Antwort auf das Diskussionsthema geben könnte, wurde von den Panelists eigentlich nur mit Platitüden pariert. Schade eigentlich.

Zurück bleibt ein irgendwie schaler Geschmack, dass die alte Open Source Riege allmählich verwelkt und sich nicht mehr einlassen kann auf die neuen Formen des Open Source, bei dem sich eben gerade die alten Erzfeinde beteiligen und -schlimmer noch sogar zur treibenden Kraft werden, die wirklich was bewegen kann.

Da wird dann „zugemacht“ wie man im saloppen Psychologenjargon sagen könnte. Und davon grenzt man sich dann doch besser ab… Was nicht heißen soll, dass die Diskussion nicht kurzweilig war – im Gegenteil- ich möchte sie sogar als überaus lehrreich bezeichnen. Und 2 x thumbs up für den wendigen Moderator, der eine tolle Arbeit geleistet hat und dem es dann doch immer wieder gelang, eine saubere Klammer um die „Artenvielfalt“ auf dem Podium zu ziehen 😉

Von den erwarteten „mehreren Tausend“ Besuchern sind mir heute gefühlte Fünfhundert  begegnet. Das wird sicher morgen noch mehr.

Und ganz besonders erfreut mich dieser Anblick im Messekatalog unter „Marktübersicht Branchenübergreifende Programme

Wird einem da nicht ganz warm ums Herz…?? 🙂

PS: Noch 2 lebenswichtige Hinweise für Nachzügler:

1) Cola light und Steckdosen gibt es _nur_ in unmittelbarer
Nachbarschaft des Key Note Saals „London“ (perfides Leitsystem!) und

2) besser Snacks von außen importieren, die Pizza ist es wirklich
nicht wert.

 

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