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PSD2 tritt in Kraft

Gastblog: Die PSD2 auf der Zielgeraden

Verschärfte Sicherheitsvorschriften bei elektronischen Zahlungen

Seit Januar 2018 entfaltet die zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) der EU-Kommission schrittweise ihre Wirkung im europäischen Zahlungsverkehrsmarkt. Am 14. September 2019 tritt die Regulierung vollends in Kraft: Ab diesem Stichtag sind Online-Händler dazu verpflichtet, eine starke Kundenauthentifizierung (SCA) im elektronischen Zahlungsverkehr umzusetzen. Die Hintergründe, Herausforderungen und Potenziale im Überblick.

Europäische Zahlungsdiensterichtlinien: Für barrierefreie Zahlungen in der EU

Die PSD2 ist eine erweiterte Auflage der PSD aus dem Jahr 2007. Ziel beider Richtlinien ist die Schaffung eines zusammenhängenden Wirtschaftsraums für europäische Finanzdienstleistungen. Während sich die erste PSD-Richtlinie primär auf die Standardisierung der zugrunde liegenden Infrastruktur (SEPA) konzentrierte, zielt die PSD2 auf die Erhöhung der Sicherheitsanforderungen sowie des Wettbewerbs zwischen den Akteuren im Zahlungsverkehr ab. Endkunden sollen von Innovationen, verschärften Sicherheitsanforderungen sowie verbesserten Haftungs- und Transparenzregeln der Richtlinie profitieren.

Seit Januar 2018 wurden bereits zwei zentrale Vorhaben der PSD2 umgesetzt: Banken wurden verpflichtet, technische Schnittstellen für Drittanbieter zu öffnen und verschärfte, insbesondere Verbraucherrechte stärkende Haftungsregeln zu befolgen. Nach 18-monatiger Frist tritt die PSD2 am 14. September 2019 vollends in Kraft, mit direkten Auswirkungen auf das Tagesgeschäft von Shop-Betreibern: Bis zu diesem Stichtag sind die Neuregelungen zur starken Kundenauthentifizierung technisch umzusetzen.

Bequem online bezahlen trotz PSD2?
Die PSD2 hat Auswirkungen für Shop-Betreiber und Kunden

Die neuen Sicherheitsanforderungen an elektronische Zahlungen

Die Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung schreiben vor, dass elektronische Zahlungen ab dem 14. September 2019 durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) abgesichert werden müssen. Dabei sind zur Freigabe einer Bezahlung mindestens zwei unabhängige Faktoren aus den drei Kategorien Wissen (z.B. Passwort, PIN), Besitz (z.B. Bezahlkarte, Smartphone) oder Inhärenz (z.B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung) notwendig. Die 2FA soll sicherstellen, dass es sich beim bezahlenden Nutzer auch tatsächlich um den Kontoinhaber handelt. Ziel: Reduzierung von Betrugsrisiken.

Dabei werden in der Richtlinie unter dem Begriff elektronische Zahlungen Bezahlverfahren zusammengefasst, die speziell für das Bezahlen im E-Commerce entwickelt wurden. Die Definition umfasst unter anderem die Zahlungsarten PayPal, Sofortüberweisung oder Kreditkartenzahlungen nach dem 3D Secure-Verfahren. Davon abzugrenzen sind klassische Zahlungen, wie die beleghafte Überweisung, die Zahlung auf Vorkasse oder die elektronische Lastschrift. Die Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung betreffen damit primär Onlinezahlungen.

Ausnahmen der starken Kundenauthentifizierung

Grundsätzlich gilt: Umso mehr Maßnahmen zur Kundenauthentifizierung getroffen werden, desto komplexer wird der Bezahlprozess für den Nutzer. Um Sicherheit und Convenience im Einkaufserlebnis in ein angemessenes Verhältnis zu setzen, gibt es Ausnahmen von der Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung. Sie ist für folgende Zahlungssituationen gelockert bzw. gänzlich aufgehoben:

Geringer Wert: Zahlungen bis 30€ müssen grundsätzlich nicht durch 2FA-Verfahren abgesichert werden. Falls jedoch innerhalb von 24 Stunden ein kumulierter Betrag von 100€ oder mehr als fünf Transaktionen über dasselbe Zahlungsmittel verarbeitet werden, ist eine 2FA durchzuführen.

Wiederkehrende Zahlungen: Wiederkehrende Transaktionen derselben Höhe, wie zum Beispiel Abonnements, sind ab der zweiten Transaktion von der starken Kundenauthentifizierung befreit.

Whitelist-Empfänger: Kunden können zukünftig eine sogenannte Whitelist mit vertrauenswürdigen Empfängern bei ihrer Bank erstellen. Für Bezahlvorgänge bei derartig gelisteten Händlern besteht keine Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung.

Telephone & Mail Orders (MOTO): MOTO-Transaktionen gelten laut Definition der PSD2 nicht als elektronische Zahlungen und sind daher von der starken Kundenauthentifizierung ausgenommen.

Globale Transaktionen: Sobald entweder die kartenausgebende (Issuer) oder die kartenakzeptierende Bank (Acquirer) nicht in Europa ansässig sind, fällt eine Zahlung nicht unter die Regelungen der PSD2.

Die aufgezählten Ausnahmen vereinfachen zwar die Bezahlprozesse für Nutzer, ihre technische Umsetzung stellt Online-Händler jedoch vor selbstständig kaum zu bewältigende Herausforderungen. So ist beispielsweise bei Zahlungen unter 30€ für den Händler nicht ersichtlich, ob im Vorfeld der Zahlung bereits mehr als fünf Transaktionen stattfanden und daher eine starke Kundenauthentifizierung durchgeführt werden muss. Das diesbezügliche Monitoring von Zahlungsmitteln fällt in den Zuständigkeitsbereich von Zahlungsdienstleistern.

Ab dem 14.09.2019 tritt die PSD2 in Kraft
Ab dem 14. September 2019 müssen elektronische Zahlungen durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden.

Verantwortlichkeiten und Potenziale: Kooperation zwischen Shop-Betreibern und Zahlungsdienstleistern

Grundsätzlich sind Zahlungsdienstleister für die Umsetzung der neuen Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung verantwortlich: Über die genannten Ausnahmefälle hinaus sind Verfahren einzusetzen, die eine Sicherstellung der Identität des zahlenden Gastes ermöglichen. Zahlungsdienstleister müssen die Auslieferung und Verarbeitung der technischen Daten für die korrekte Abbildung der SCA-Anforderungen sicherstellen. Da die Anbindungen von Buchungsstrecken meist über technische Schnittstellen realisiert werden, besteht der Aufwand vor allem in der Erweiterung dieser Schnittstellen.

Weil in diesem Szenario die 2FA allein vom Zahlungsdienstleister vorgenommen wird, ergibt sich wenig Spielraum für Online-Händler. Die Herausforderung der Webseitenbetreiber besteht auf der einen Seite darin, die für den Nutzer erforderlichen Schritte auf die User Experience abzustimmen und die Komplexität bestmöglich zu reduzieren. Gerade in der Anfangszeit erhöht sich das Risiko sinkender Conversion-Rates bei der Verwendung entsprechender Zahlungsarten. Auf der anderen Seite bietet die Einführung der 2FA einen gewichtigen Vorteil für Online-Händler: Durch die Authentifizierung verringert sich das Risiko von Zahlungsausfällen und damit auch Debatten um Haftungsfragen bei vermeintlich betrügerischen Transaktionen. Für Online-Händler gilt es, die Faktoren Zahlungssicherheit und Komfort für die Nutzer gegeneinander aufzuwiegen.

Autor

BS PAYONE ist einer der führenden Payment-Anbieter Europas und versteht sich als Partner des Handels. Für unsere rund 365.000 Kunden wickeln wir mehr als 2,5 Milliarden Transaktionen pro Jahr ab. Am POS, online oder mobil – wir helfen Händlern und Dienstleistern bei den immer komplexer werdenden Herausforderungen in Bezug auf Bezahlprozesse und Vertriebskanäle.

Gastblog: Loyalität zahlt sich aus – 3 Tipps für mehr Kundenbindung im E-Commerce

(by Corinna Bihler, Social Media & Content Manager, parcelLab)

Zwei Drittel der Kunden kaufen ihr Produkt nicht in dem Webshop, in dem sie mit der Suche begonnen haben. Warum ist das so? Und wie können Onlinehändler die Bindung zu ihren Kunden erhöhen?

Viele Kunden kaufen bei Amazon, Zalando & Co., da sie wissen, dass sie dort den notwendigen Kundenservice erhalten, den sie brauchen. Für andere Onlinehändler wird es dadurch aber immer schwieriger, sich gegen die Großen im Markt durchzusetzen, denn es ist doch so: Kunden werden immer anspruchsvoller. Sie erwarten die bestmögliche Customer Experience und zwar entlang der gesamten Customer Journey. Gar nicht mal so einfach für „normale“ Onlinehändler.

Wieso ist Kundenbindung eigentlich so wichtig?

Es kostet fünfmal mehr einen neuen Kunden zu gewinnen, als einen Bestandskunden zu halten. Studien zeigen, dass eine um fünf Prozent erhöhte Kundenbindung das Unternehmen um bis zu 75 Prozent profitabler machen kann. Der Vorteil von Kundenbindung liegt außerdem in der Chance Cross- sowie Up-Selling Potentiale zu nutzen. Zufriedene Kunden geben nämlich auf Dauer mehr Geld aus als Neukunden, die oftmals vorwiegend auf Schnäppchen aus sind. Wer zufrieden mit einem Webshop ist, der wird diesen auch mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Freunden und Bekannten empfehlen. Weiterempfehlungen sind nicht zu unterschätzen und können ohne großes Zutun eine Menge Neukunden akquirieren. Wie kommen Onlinehändler nun also zu mehr Kundenbindung?

Der Weg zu mehr Kundenbindung im E-Commerce

Der Weg ist lang, aber am Ende lohnt es sich. Zufriedene Kunden werden bestenfalls zu Bestandskunden und können den Umsatz des Onlinehändlers ordentlich steigern. Dafür müssen Händler jedoch etwas tun, denn von nichts kommt nichts.

1. Das gewisse Etwas bieten
Onlinehändler gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Deshalb ist es auch umso wichtiger, sich von der Konkurrenz abzuheben und seinen USP herauszustellen. Dabei sollte man sich fragen, was man den Kunden bieten kann, das sonst kein oder nur wenige Onlinehändler bieten können? Das Thema Branding ist hier von großer Bedeutung. Die Devise: Versuchen nicht wie alle anderen zu sein. Ob man sich nun durch seinen Webauftritt, einem ausgefallenen Produkt oder kreativen Marketingkampagnen von der Konkurrenz abhebt, ist dem Händler dabei selbst überlassen.

Das gewisse Etwas im Onlineshop bieten
Onlineshops gibt es mittlerweile wie Sand am Meer – bei dem vielseitigen Angebot fällt die Entscheidung schwer.

2. Persönliche und zuverlässige Kundenkommunikation
Eine geeignete Kundenkommunikation ist das A und O, wenn es um das Thema Kundenbindung geht. Kunden sollen zu jeder Zeit mit für sie relevanten Informationen versorgt werden. Dabei ist es wichtig, alle Phasen der Customer Journey abzudecken – sowohl vor, während als auch nach dem Kauf. Ein zuverlässiger Kundenservice sollte zu jedem erfolgreichen Onlineshop gehören. Was jedoch oft vergessen wird: Kunden sollten auch nach der Bestellung noch mit wichtigen Informationen versorgt werden. Das heißt: Der Versand ist für viele Kunden der emotionalste Bestandteil der Customer Journey. Das Warten auf das Paket spielt dabei eine große Rolle. Jedoch lassen viele Onlinehändler ihre Kunden in dieser Phase allein. Ein großer Fehler! Auch während des Versands und darüber hinaus sollten sie in stetigem Kontakt mit ihren Kunden stehen. Nur so können sie auf eventuelle Abweichungen und Rückfragen angemessen reagieren.

Persönliche und zuverlässige Kundenkommunikation anbieten
Persönliche und zuverlässige Versandkommunikation ist das A und O.

3. Wünsche von den Augen der Kunden ablesen
Es ist wichtig zu wissen, was Kunden möchten. Ihre Wünsche und Erwartungen sind ausschlaggebend dafür, ob sie dem Händler ihre Loyalität schenken. Wissen was der Kunde möchte – doch wie? Eigentlich ist es nicht schwer herauszufinden, was Kunden möchten. Durch Kundenzufriedenheitsbefragungen oder Bewertungsmöglichkeiten können Händler erfahren, wie sie ihre Kunden (noch) glücklicher machen können. Hierbei ist es zusätzlich wichtig, dass Onlinehändler ihren Kunden keine leeren Versprechungen machen. Alles, was sie dem Kunden versprechen, sollten sie auch einhalten können. Kunden möchten wertgeschätzt werden. Hier kommt ein Buzzword zum Einsatz: Personalisierung! Kunden möchten zunehmend persönlich betreut werden – so wie sie es auch vom stationären Handel erwarten. Personalisierte Newsletter oder Rabattaktionen können ein geeignetes Mittel sein, um Kunden die nötige Wertschätzung zukommen zu lassen.

Kundenbewertungen helfen dabei, die Erwartungen und Wünsche der Konsumenten aufzudecken.

Der Versand ist einer der Schlüssel zur Kundenbindung

Onlinehändler vernachlässigen die Versandphase oft komplett. Dabei ist sie eine der wichtigsten Bestandteile der Customer Journey und ausschlaggebend für die Kundenzufriedenheit. Das Warten auf das Paket ist die heißeste Phase im Einkaufsprozess. Hier sollte also nichts schief gehen.
Wie können Onlinehändler ihre Versandprozesse optimieren und zufriedene Kunden zu Bestandskunden machen?

1. Alternative Zustellangebote
Kunden möchten gerne entscheiden, wo sie ihr Paket abholen. Die parcelLab E-Commerce Versandstudie 2018 hat herausgefunden, dass 69 Prozent der deutschen Top-100-Onlinehändler ihren Kunden die Abholung des Pakets aus einer Packstation anbieten. 15 Prozent der Top-100-Onlinehändler bieten ihren Kunden ausschließlich die Lieferung nach Hause. Hier besteht auf alle Fälle noch Verbesserungspotenzial.

Alternative Zustellangebote
Kunden möchten gerne selbst bestimmen, wo sie ihr Paket abholen.

2. Expresszustellung und Same-Day-Delivery
Wer kennt es nicht: Man hat einen anstehenden Geburtstag vergessen und benötigt nun auf den letzten Drücker noch ein passendes Geschenk. Dann wählen Kunden natürlich den Onlineshop, der ihnen Expresszustellung bzw. Same-Day-Delivery bieten kann. Beim Thema Same-Day-Delivery sind die Top-100-Onlinehändler bereits gut aufgestellt. 89 bieten ihren Kunden diese Zusatzleistung an. Beim Thema Expresszustellung ist jedoch noch Luft nach oben.

Expresszustellung und Same-Day-Delivery
Für kurzfristige Bestellungen setzen Kunden auf Onlineshops mit Expresszustellung bzw. Same-Day-Delivery.

Fazit
Eine stabile und positive Bindung zu seinen Kunden aufzubauen, ist ein langer und steiniger Weg, der sich am Ende jedoch auszahlt. Kundenbindung kann den Umsatz steil ansteigen lassen. Wer bis jetzt also eher auf die Gewinnung von Neukunden gesetzt hat anstatt seine bestehenden Kunden zu halten, der sollte seine Strategie nochmal überdenken. Wer alles, was nach dem Abschicken der Bestellung kommt, bis jetzt vernachlässigt hat, sollte sich das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Am Ende ist es nämlich gar nicht so schwer eine Bindung zu seinen Kunden aufzubauen.

Autor:

Corinna Bihler, Content Manager bei ParcelLab

Corinna Bihler ist Content & Social Media Manager bei parcelLab und eine passionierte Onlineshopperin. Sie ist ständig auf der Suche nach interessanten E-Commerce-Trends und -Themen für den Blog sowie Social Media. parcelLab sorgt für die perfekte Kommunikation zwischen Händlern und ihren Kunden von der Bestellung über den Versand bis zur Retoure – unabhängig vom Logistikdienstleister.

Future Retail, future markets – der Wandel betrifft alle!

Recap K5 Conference 2019

Das E-Commerce Jahr 2019 hat Halbzeit. Sechs Monate ist es her, dass die Trendprognosen des ausklingenden alten und anklingenden neuen Jahres verkündet wurden. Das Schöne an dynamischen Märkten und der Digitalisierung im Retail ist, dass man sehr bald weiß, ob sie richtig waren oder nicht.

Schon allein deswegen liegt die K5 Berlin #K5BLN in der Jahresmitte sehr günstig. Aber auch wegen ihres Programms, des Speaker Line-ups und der Teilnehmerschaft ist sie (wenn nicht das E-Commerce Meetup überhaupt) eines der wichtigsten deutschen E-Commerce Events.

Begeisterte Stimmen und ein Gefühl der Atmosphäre vor Ort im offiziellen Recap Video.

Von wegen „Retail“: E-Commerce Crossover!

Aus dem Retail ist die K5 (bzw. Live Shopping Days) vor neun Jahren gestartet, den Retail trägt sie noch immer in der Tagline. Was man aber eigentlich präsentiert bekommt, sind die wichtigsten Geschäftsfelder für E-Commerce.

Zum Glück! Denn E-Commerce ist nicht mehr, was er früher war. ‚Plattform‘ war vermulich das am häufigsten verwendete Schlagwort.
Auch B2B-Konzepte sind quasi durch die Hintertür in fast alle Themenblöcke hineindiffundiert.
Und selbst der Tod des klassischen E-Commerce würde verkündet. Eine gute Portion Drama gehört schließlich auch zu einer gelungenen Experience. 😉

Internationalisierung und globale Player sind zwar auch als wichtige Themen behandelt worden, aber eher in der dritten Person. De facto fehlt es auf der Bühne nach wie vor noch an internationalen Speakern.

Zudem sind Gründer- und M&A-Themen zusammen mit dem traditionellen Retail Mittelstand noch stärker vertreten als alles andere.

Unterm Strich reflektiert diese Zusammensetzung aber eben auch wahrheitsgemäß den Status quo der aktuellen Debatte in der deutschen Digitalszene, die von Fashion, Lifestyle und neuen Konzepten angeführt wird.

Schlaglicht Re-Commerce:
Momox entsagt der Elektronik und zeigt sich agnostisch

Mein Lieblingswort der Konferenz war (mit Abstand) der von Heiner Kroke verwendete Terminus ‚verkaufskanalagnostisch‚. So bezeichnetet der CEO von Momox während des Elektronik-Panels die Devise seines Unternehmens bei der Gewinnung von Neukunden und Marketshare. 

Momox mit Sitz in Berlin ist größter deutscher Ebay-Händler sowie weltweit erfolgreichster Händler auf Amazon Marketplace (Momox ist weltweit erfolgreichster Händler auf Amazon Marketplace) und hat seine Marktplätze im Griff wie kein Zweiter.

Dennoch setzt das Re-Commerce Unternehmen ganz gezielt auf eigene Websites (u.a. https://www.medimops.de/ auf OXID Technologie). Mit Erfolg: über die eigenen Kanäle geht nach ihrer Aussage auch der meiste Umsatz: von 30-40% der Bücher und Medien und bis zu 80% bei Fashion.

Die Elektronik-Sparte hat der erste deutsche Re-Commerce’ler inzwischen eingestellt – wegen zu geringer Marge. Re-Commerce, so Kroke, sei eben kein Preis- sondern ein Zeitoptimierer. Und Elektronik drehe einfach nicht schnell genug.

Schlaglicht Food:
Getnow versteht sich als „Kitt“ für die letzte Meile

Eine spannende Gegenüberstellung bot das Food & Delivery-Panel mit drei äußerlich ähnlichen, aber im Kern sehr unterschiedlichen Konzepten.

Getnow, shooting star des letzten Jahres (Getnow.de erobert Food-Markt mit OXID eShop), saß neben dem Schweizer Produktmarktplatz farmy.ch und Flaschenpost, die sich unter den Getränkelieferdiensten vor allem durch eine starke eigene IT und Algorithmen für die Tourenplanung hervorheben.

Getnow CTO Sebastian Wiese (Mitte, Monitor) auf dem Food Panel.

Getnow hingegen, auf dem Panel vertreten durch CTO Sebastian Wiese, hat weder eigene Produkte noch eigene Infrastruktur. Sondern pickt die Ware bei Metro-Märkten, entwickelt die Fläche vor den Märkten und nutzt für die Lieferung zum Teil binnen 1 Stunde die Logistik von (unter anderem) DHL.

Als „E-Commerce Kitt“ könnte man das >>Geschäftsmodell von Getnow bezeichnen, das die verschiedenen Kompetenzen vielleicht gerade deswegen so erfolgreich zusammenbringen kann, weil man weder der einen noch der anderen Spezialisierung verhaftet ist. Spezialisten sind sie hingegen auf dem Feld der Kundenkommunikation und -entwicklung und fokussieren sich voll auf eine durchschlagende Marketing-Maschine.

Schlaglicht B2B Global:
Samsungs Plattform für alles

Einen Blick hinter die Kulissen eines Global Players und starken Brands gab es mit Samsung Electronics Austria. Interessant war hier vor allem zu hören, wie eng doch B2B und B2C, Commerce Anforderungen und internationales Fulfillment in Wahrheit zusammenhängen. Deswegen muss man große Gesamtbild betrachten – jeweils in der Dimension Strategie und Technologie.

Auf der Bühne erklärten Bernd Richter, Master Trainer IM Samsung Austria, Thomas Hofer, Head of E-Commerce bei Xvise innovative logistics und Roland Fesenmayr, CEO OXID eSales AG in einem Mini-Panel, wie Samsung sich in Österreich eigentlich aufstellt.

Im Interview mit OXID CEO Roland Fesenmayr: Thomas Hofer, Head of E-Commerce, xvise (Mitte) und Bernd Richter, Master Trainer IM, Samsung Austria (rechts).

Da sind ca. 1000 Shops, in denen Samsung allerhöchsten Wert auf Customer Experience und Branding legt. Test- und Mietmöglichkeiten für die Kunden werden mit Mastertraining und Ambassador Programm inklusive E-Learning Angebot begleitet. Dafür setzt Samsung Austria die OXID Plattform für E-Commerce ein, benötigt aber eben auch die volle Fulfillment-Integration für eine Lösung, die alles abbildet: Kauf, Training, 3 Monate Miete – und alles jederzeit trackbar.

Xvise, Logistikexperten und innovative Speerspitze der Gebrüder Weiss, bauten diese eine Plattform für komplexes Fulfillment, die Kommissionierung sowohl aus Europa und Korea taktet und Retouren direkt vom Endkunden entgegennimmt. So kommen internationale Loogistik, B2B und B2C zusammen.

Schlaglicht Marketplaces: Masterclass ergänzt die Panels

Amazon und wie man gegen Amazon bestehen kann (und wo schon lange nicht mehr), war der rote Faden der sich durch nahezu alle Formate der zweitägigen Konferenz zog.

Dieser Fokus unterstreicht einerseits die wahnsinnige Marktmacht des US-Riesen (Handelsblatt: Amazon verrät aus Versehen den deutschen Marktplatzumsatz). Aber man könnte es auch aus der anderen Richtung betrachten: solange sich alles um Amazon dreht, ist das Geschäft noch nicht mit Amazon verschmolzen.

Tatsächlich wurde die Relevanz weiterer Marktplätze (Tagessschau: Amazon und Alibaba – Der Kampf der E-Commerce Giganten) angenehmen differenziert betrachtet, sowohl auf den Panel für kleinere Händler, als auch mit Blick in andere Länder.

Eine lesenswerte Kurzversion des K5-Vortrags von Netzökonom Holger Schmidt findet sich hier: etailment: So rollen Amazon, Alibaba und Co. den deutschen Markt auf.

Das interaktive Format der Masterclass – hier im Bild von E-Commerce Rockstar Michael Atug zu Märktplätzen – ist 2019 erst das zweite Mal auf der K5 dabei und hat sich als interaktiver Deep Dive in Ergänzung zu Frontalvortrag und Networking hervorragend bewährt.

Alle Classes waren durchweg sehr gut besucht und stellten auch neue Speaker und Themen vor (z.B. >>Nachhaltigkeit und Klimaschutz), die man nächstes Jahr gern auch auf der großen Bühne sehen würde.

Fazit

E-Commerce ist schon längst nicht mehr nur klassischer Handel als Kunden- und Produktkompetenz mit digitalen Mitteln. Für den Commerce Erfolg über alle Kanäle sind heute ganz andere Kompetenzen und Partnerschaften erforderlich. Wir bewegen uns in einem Feld, in dem stetiges Entwickeln, Aufsetzten und Abschätzen neuer Geschäftsmodelle zum Muss geworden ist.

Experimente sind genauso wichtig, wie das >>Sägen am eigenen Ast. Und das gilt nicht nur für stationäre Unternehmen, die sich gerade digitalisieren. Genauso betroffen sind auch die Player, die längst digital unterwegs und gut aufgestellt sind.

Wenn man in einer Welt von „It’s still day one“ agiert, sind nach Kompetenz auch Humor, kreative Atmosphäre und das Umgeben mit den richtigen Menschen vielleicht die wichtigsten Zutaten für den Erfolg. Die K5 jedenfalls kocht nach diesem Rezept. Ein großes Lob und Dankeschön an die Veranstalter!

Autorin:

Caroline Helbing, OXID eSales

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Markenbildung bei Klarna

Gastblog: Wie man durch Popkultur mit Verbrauchern in Kontakt kommt

(Von Michaela Baumer, Partner Marketing Manager bei Klarna)

Für Marken ist es wichtiger denn je, die Popkultur zu nutzen, um im Leben der Menschen relevant zu sein. “Cashmere Agency” ist die kultige Lifestyle-Agentur hinter Snoop Dogg und anderen prominenten Influencern. Hier ist ihr Rat, wie man als Marke denken sollte.

Die in Los Angeles ansässige Cashmere Agency arbeitet sowohl für Musik, Mode, Kunst als auch Lifestyle. Sie sind stolz darauf, verstanden zu haben, was in der schwer zu beeindruckenden und die Popkultur beeinflussende Zielgruppe, den Millennials, vor sich geht. Ihr Versprechen ist es, Marken dabei zu helfen, für diese Gruppe interessant und relevant zu werden, was wiederum ihr Geschäft stärkt.

Klarna hat mit Cashmere an der Erstellung der Kampagne „Get Smoooth“ gearbeitet. Nick Adler, Vice President of Business Development der Agentur (und der Social Media Manager von Snoop), erklärt, warum Marken sich mehr darum kümmern müssen, wie sie in der Populärkultur Relevanz erlangen.

Markenbildung von Klarna mal anders
Get smoooth Kampagne von Klarna

„Es ist sehr wichtig, denn Kultur treibt Trends voran und wenn Marken nicht mit der zeitgenössischen Kultur resonieren, sind sie zum Scheitern verurteilt“, erklärt er. „Unternehmen müssen sich mehr denn je auf eine Bewegung oder eine Person, die eine Bewegung beeinflussen kann, ausrichten. Sie müssen für mehr stehen, als Verbrauchern Produkte zu verkaufen.“

Wie gelingt Ihnen das?
„Wir betrachten Trends, Influencer und Communities, die zu den Marken passen, und verwenden andere Taktiken wie Social Media, Experiential und PR, und finden Wege, um direkt mit den Zielgruppen zu sprechen.“

Welchen Einfluss erfahren Marken, die das richtig machen?
„Diese Marken pflegen eine erstaunlich direkte Beziehung zu ihren Verbrauchern, sie schaffen einen konsistenten Dialog und bleiben für ihre Zielgruppe relevant.“

Inwiefern ist die Kampagne von Klarna ein Beispiel dafür?
„Klarnas Kampagne ist ein hervorragendes Beispiel – sie haben eine erstaunliche Welt geschaffen, die wie eine Bewegung aussieht und sich so anfühlt. Durch die Einbindung von Snoop etablierten sie sich als kulturelle Bewegung.“

Was ist falsch an der traditionellen Art der Werbung von Waren und Dienstleistungen?
„Daran ist nichts falsch, es funktioniert einfach nicht für jeden. Die Verbraucher haben inzwischen viel gesehen und haben mehr Verständnis dafür entwickelt, wie Marketing für sie wirkt. Sie wollen eine Beziehung zu ihrer Marke und traditionelles Marketing macht das normalerweise nicht.“

Warum trifft das in der Welt des Online-Handels zu?
„Durch den Online-Handel können immer mehr Nischenunternehmen und Produkte gedeihen. Das Internet hat den Markt massiv geöffnet, und Marken müssen für viele Menschen viele Dinge sein. Deshalb: Je mehr Marken eine Beziehung zu ihrem Publikum aufbauen können, desto besser sind sie.“

Autorin

Michaela Baumer, Partnermanagerin bei Klarna

Michaela Baumer ist Partner Marketing Manager bei Klarna und interessierte Beobachterin innovativer Marketingaktivitäten und Trends im E-Commerce. Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau konnte die in vielen Jahren gesammelten Erkenntnisse aus der Praxis später an der Hochschule in München und London theoretisch überprüfen. Heute setzt sie globale Kampagnen mit Partnern des schwedischen Payment Anbieters um.

Gastblog: Klick Dich zu den passenden „Parts“

(Gastblog von Petra Frye-Weber für OXID eSales)

Mit über 620.000 Besuchern aus 200 Ländern hat auch die bauma 2019 ihren Ruf als Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte einmal mehr bestätigt.

Das klickparts-team auf der bauma
Das klickparts-Team auf der bauma.

Erstmals dabei die klickparts GmbH, ein Startup aus Hallbergmoos in der Nähe von München, das nach der Messe seine Geschäftstätigkeit aufnahm. Klickparts nutzt als technologische Basis die eShop Enterprise Edition der OXID eSales AG.

Das Launchprojekt

In der sehr knappen Setup- und Launch-Phase des Webshops, Start Anfang November 2018 bis zum Launch April 2019, waren verschiedene Herausforderungen zu meistern:

1. Konzeption des Frontends

Zielsetzung war, eine intuitive Plattform zu schaffen, welche die sogenannte  Crossreferenzierung, welches Ersatzteil passt in welchen Bagger, sauber und einfach darstellt.

Zusätzlich sollten die unterschiedlichen Qualitäten der Ersatzteile – Original Ersatzteil (OEM) vom Hersteller,  Erstauslieferqualität (OES) oder preiswerter Nachbau (IAM) – übersichtlich gezeigt werden. Ebenfalls gefordert war natürlich eine responsive Darstellung mit klarer Business-to-Consumer-Anmutung (B2C).

Im Fokus der Site stehen Geschäftskunden, denn auch diese wollen (inzwischen) ohne Einschränkungen Ersatzteile wie normale private E-Commerce-Produkte kaufen. Überdies kann der Kunde in der Suchmaske sowohl nach dem jeweiligen Baumaschinenhersteller, nach dem entsprechenden Produkt, der Artikel- oder der OEM-Nummer suchen.

2. Setup und Anbindung des Backends

Parallel wurde SAP Business 1 implementiert, mit Produktdaten gefüllt und  über eine ebenfalls neuaufgesetzte Middleware an den OXID Shop geliefert.

Da Baumaschinen und deren Ersatzteile relativ komplex sind, war hier ein sehr umfangreiches Attribut-Setting zu beachten, welches den Standard des einfachen E-Commerce-Shops weit übertrifft.

Klickparts auf der bauma 2019

Schon im Vorfeld der bauma hat das Unternehmen durch zielgerichtete Marketingmaßnahmen auf sich und seine Geschäftsidee aufmerksam gemacht. Neben klassischen Werbemaßnahmen erwies sich vor allem die YouTube-Kampagne mit dem Moderator und Social-Media-Experten JP Kraemer als voller Erfolg und bescherte dem jungen Unternehmen viele Klickzahlen und hohe Aufmerksamkeit.

Der restaurierte – in den klickparts-Farben blau und weiß lackierte  – VW Bus erwies sich als wahrer Publikumsmagnet und zog viele interessierte Besucher auf den Messestand, wo das klickparts-Team die Vorzüge seines Internetshops fachkundig erläuterte.

Ein idealer Startpunkt

Rückblickend hat sich die Weltleitmesse als idealer Startpunkt erwiesen, mit klickparts an den Start zu gehen.

„Die bauma war für uns ein voller Erfolg“, lautet die Bilanz von klickparts-Geschäftsführer Stephan Bäumler. „In zahlreichen Gesprächen mit dem Fachpublikum ist uns klar signalisiert worden, dass der Markt nun bereit ist für eine solche Initiative“, so Bäumler weiter.

Der Markt [ist] nun bereit für eine solche Initiative.

Stephan Bäumler, Geschäftsführer Klickparts GmbH

Sowohl Firmeninhaber als auch Werkstattmitarbeiter haben demnach bekundet, dass sie sich diese Abläufe zur schnellen und einfachen Bestellung von Ersatzteilen und Wartungsprodukten, wie sie es bereits aus anderen Branchen kennen, auch für Baumaschinen wünschen. Besonders positiv bewerteten die Kunden, die intuitive Handhabung des Shops.

klickparts-Geschäftsführer Stephan Bäumler erläutert am bauma Stand das Produktportfolio.
Social-Media-Experten JP Kraemer (r.) hat mit Andre Brockschmidt vom bauforum24 (l.) im Vorfeld der bauma für die neue Online-Plattform klickparts.com geworben und ließ sich auf der Messe von klickparts-Geschäftsführer Stephan Bäumler noch einmal den Webshop und das Produktportfolio zeigen.

Blick in die Zukunft

Großen Anteil an dem erfolgreichen Launch hat auch OXID, das uns in der knappen Umsetzungszeit jederzeit mit Rat und Tat, genügend Kapazitäten und pragmatischen Lösungen zur Seite stand. OXID zeigte sich als idealer Partner für komplexe Lösungen im Front- und Backend“, wertet Stephan Bäumler, der auch künftig auf die Expertise des OXID Teams setzt. „Wir werden zusammen mit OXID die Weiterentwicklung des Shops anstoßen und mit zahlreichen zusätzlichen Features und Modulen die Konversion ständig optimieren.“

Autorin

Petra Frye-Weber ist Marketing Consultant der klickparts GmbH. Das Startup aus Hallbergmoos bietet eine Online-Plattform für Baumaschinen-Ersatzteile namhafter Fabrikate.

Cairo Shop in Frankfurt

Rekord: Möbel für 96.000 Euro in OXID eShop bestellt

OXID eShop-Betreiber und Designmöbel-Händler Cairo AG wickelt den größten, reinen Online-Shop-Auftrag der Unternehmensgeschichte ab.

Manchmal flattern einem Geschichten auf den Tisch, da muss man zwei mal hinschauen. Diese hier ist so eine. Unser Kunde www.cairo.de meldete sich bei den Kollegen in der Kundenbetreuung und gab an, eine Bestellung im Cairo Shop über Möbel im Wert von 96.876,17 Euro erhalten zu haben.

Die erste Reaktion „Ja klar, und wann wird der Auftrag wieder storniert?“ Auch Cairo dachte bei einem Auftrag in dieser Größenordnung zuerst an Fake. „Gewissheit hatten wir erst, als zwei Tage nach der Bestellung die Vorauskassenzahlung auf unserem Bankkonto einging“, erklärt Gero Furchheim, Vorstand der Cairo AG.

Produkte in den Warenkorb legen, einen Blick auf die Verfügbarkeit werfen und auf den „Bestellen“-Button klicken: Das sind ganz normale Vorgänge im Onlineshop eines Händlers. Ungewöhnlich war dieses Mal bei Cairo allerdings die Anzahl der Möbel und die Größe des Warenkorbs. Mit einem Gesamtwarenwert von knapp 100.000 Euro lieferte das Cairo-Team just den größten Online-Shop-Auftrag in der Unternehmensgeschichte aus. Herzlichen Glückwunsch dazu vom gesamten Team OXID.

Rekordauftrag bei Onlinehändler Cairo AG
Vorbereitung Versand der Rekord-Bestellung im Cairo Shop

Während normale Bestellungen des Unternehmens nach dem Motto „heute bestellt – morgen geliefert“ erfüllt werden, verließ diesmal sechs Tage nach Bestelleingang ein 40-Tonnen-LKW das Firmengelände und lieferte die Möbel mit einer Direktfahrt inklusive Aufbauservice aus. „Die schnelle Warenverfügbarkeit und unkomplizierte Lieferung war für den Kunden entscheidend. Er hatte eine konkrete Vorstellung von dem, was er wollte und fand alle Produkte bei uns vorrätig“, sagt Gero Furchheim.

Der Cairo-Vorstand ist zugleich Präsident des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh). „Der durchschnittliche Warenkorb einer Online-Bestellung in Deutschland weist nach Studien des E-Commerce-Verbands 110,60 Euro auf“, so Furchheim. „Wir sehen uns bestätigt in unserer Annahme, dass es faktisch keine Grenzen oder Ausschlüsse für Waren gibt, die im Onlinehandel verkauft werden. Mehr als jeder 8. Euro im privaten Konsum wird im E-Commerce ausgegeben – auch im Jahr 2019 mit einem Plus von +10,5 %.“

Wir selbst kennen viele Erfolgsgeschichten und sind zurecht Stolz darauf, dass unsere Kunden und Partner regelmäßig renommierte E-Commere-Auszeichnungen abräumen. Ein Auftrag in dieser Höhe erscheint auch uns redkordverdächtig. Was nicht überrascht ist, dass ein solcher Auftrag rein technisch im OXID eShop keine große Herausforderung darstellt. Viel wichtiger ist für uns, dass der Kunde dem Händler und der Plattform vertraut, um solche Summen online auszugeben. Dass er sich so gut in einem Shop zurechtfindet, weiß, was er braucht und diverse Artikel in einer solchen Größenordnung sinnvoll kombinieren kann. Das ist für uns als Hersteller eine richtig gute Nachricht. Gerade weil wir bei der Weiterentwicklung unserer Plattform auf den Aspekt Customer Experience im Shop besonders viel Wert legen.

Shopping in 3D bei Cairo in Frankfurt
Eingang in den 3D Möbel Shop von Cairo in Frankfurt

Moderne Webshops bieten Beratung, Erlebnisse und Geschichten. Dies setzt OXID eSales seit 9 Jahren gemeinsam mit der Cairo AG um. So ist bei Cairo über 3d.cairo.de ein virtueller Besuch im realen Designstore möglich, bei dem Produkte aus dem fotografischen 3D-Modell des Ladengeschäfts direkt in den Warenkorb gelegt werden können. Und das in Frankfurt, Nürnberg, München und Groß-Umstadt. Inspirationen zu Neuheiten und Möbelklassikern gibt die Cairo AG auch über einen gedruckten Designkatalog, den Kunden und Interessenten regelmäßig zugeschickt bekommen.

Eine wirklich schöne Erfolgsgeschichte. Wenn Sie uns Ihre ebenfalls mitteilen möchten, schreiben Sie an [email protected].

Mehr Infos: Pressemeldung und Blog der Cairo AG.

Autor:

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

Afterbuy Marktplatz Integration

Gastblog: Was bringt eine Multi-Channel Strategie?

(von Daniel Bleichroth, Senior Produktmanager bei Afterbuy)

Der deutsche Onlinehandel wächst weiterhin: So ist der E-Commerce Umsatz im letzten Jahr um 11,4% gestiegen. Online-Marktplätze sind dabei mit über 30 Milliarden Euro nach wie vor die größten bzw. umsatzstärksten Vertriebskanäle in Deutschland (Quelle: „Interaktiver Handel in Deutschland (2018)“, Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ).

Kunden wollen bequem jederzeit von zuhause oder auch von unterwegs schnelle Einkäufe tätigen und schätzen vor allem das riesige und sofort verfügbare Produktangebot auf Marktplätzen. Der Kaufvorgang wird immer weiter vereinfacht und radikal am Kundennutzen ausgerichtet, sodass es für Onlineshopper zunehmend selbstverständlich wird, Waren von verschiedenen Händlern in einem Marktplatzeinkauf zu bündeln.

Aus diesem Grund ist es heutzutage für Onlinehändler häufig nicht mehr ausreichend, die Waren nur über den eigenen Shop zu verkaufen: Selbst Conrad Electronic, einer der umsatzstärksten Onlineshops Deutschlands, verkauft seine Produkte über Marktplätze wie Amazon oder eBay (Quelle: E-Commerce-Markt Deutschland 2018, EHI Retail Institute)

Ein Multi-Channel-Ansatz reduziert Risiken und schafft gleichzeitig mehr Reichweite, Sichtbarkeit, Vertrauen und Umsatz

Die Vorteile einer Multi-Channel-Strategie sind zahlreich: Durch den mehrgleisigen Vertrieb, z.B. im eigenen OXID eShop und auf verschiedenen Marktplätzen, erreichen Händler unterschiedliche Zielgruppen. Ein unternehmenseigener Shop bietet zwar gewisse Freiheiten in Gestaltung und Service, ist in den Möglichkeiten der Neukundengenerierung jedoch vergleichsweise eingeschränkt. Marktplätze hingegen bieten Händlern durch suchmaschinenoptimierte Websites zusätzliche Reichweite, um ihre Waren den bereits bestehenden Kundenkreisen der Plattformen anzubieten. Oft profitieren Händler zudem von der Markenbekanntheit des Marktplatzes: Das vertrauensvolle Umfeld von etablierten Marktplätzen verringert die Zweifel, die Kunden eventuell gegenüber einem unbekannten Händler haben und begünstigt die Kaufbereitschaft.

Das sollten Sie beim Umsetzen einer Multi-Channel-Strategie berücksichtigen

Der Einrichtungsaufwand einer Multi-Channel-Strategie hält sich im Allgemeinen in Grenzen. Zwar gilt es Aufgaben, wie etwa die Anpassung der eigenen Artikel an die marktplatzeigenen Suchalgorithmen zu berücksichtigen, um die Sichtbarkeit der eigenen Artikel zu erhöhen, jedoch ist hier der Aufwand eher gering. Zusätzlich müssen Sie gerade im Bereich der Artikelpräsentation nicht viel Eigenleistung erbringen, da hier die Marktplätze oftmals Standards vorgeben. Mit wenig Aufwand und in nur wenigen Schritten können Sie so Ihre Multi-Channel-Strategie mit Ihrem eigenen Unternehmen verbinden.

  1. Wählen Sie die „richtigen“ Marktplätze aus
    Fokussieren Sie sich nicht nur auf die Big-Player, sondern lernen Sie auch andere Marktplätze kennen. Jeder hat eigene Schwerpunkte – im Sortiment, in den Prozessen sowie in der Zielgruppe. Achten Sie darauf, dass die Kosten transparent sind und ein breiter Händlerservice geboten wird.
  2. Informieren Sie sich über Marktplatzanforderungen
    Jeder Marktplatz hat unterschiedliche Ansprüche und Anforderungen an Kundennutzen, Produktpräsentation bzw. –daten oder Service-Level, die es zu beachten gilt.
  3. Sie müssen wissen, was Ihre Kunden suchen
    Das Thema SEO, wie man es von der klassischen Suchmaschinenoptimierung kennt, spielt mit Amazon SEO oder eBay SEO auch bei den Marktplätzen eine wichtige Rolle, denn Kunden bevorzugen obenstehende Angebote. Sie müssen also für jeden Marktplatz die richtigen Keywords finden und in den Produktdaten, insbesondere im Produkttitel, hinterlegen.
  4. Behalten Sie Ihre Kosten stets im Blick
    Die Sortimentskompetenz ist für den Erfolg von entscheidender Bedeutung. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie mit Ihren Produkten Geld verdienen. Renner-Penner-Listen geben einen Überblick über Artikel, die sich exzellent oder gar nicht verkaufen. Lagerbestände können so besser verwaltet werden.
  5. Bleiben Sie konkurrenzfähig!
    Als Händler müssen Sie genau wissen, welche Artikel Sie wo zu welchem Preis verkaufen können und dynamisch auf den Markt reagieren. Wettbewerbsanalysen, Preis-/Mengenabgleiche und Repricing-Tools helfen bei der optimalen Preisgestaltung.
  6. Software: Nicht am falschen Ende sparen!
    Um auf allen Kanälen gut performen zu können, ist es wichtig, weiterhin den Überblick über Ihr Geschäft und Ihre Verkaufsaktivitäten zu behalten. Dazu sollten Händler ein E-Commerce ERP als zentrales Steuersystem nutzen, welches Ihre Prozesse und vor allem Bestände plattformübergreifend automatisieren und managen kann.

Autor

Daniel Bleichroth, Senior Produktmanager bei Afterbuy

Daniel Bleichroth ist gelernter Software Entwickler und Senior Produktmanager bei Afterbuy. Die Cloudlösung ermöglicht die automatisierte Produktlistung, Bestandsführung und Kaufabwicklung mit Zahlungsabgleich, Rechnungsdruck, Buchhaltungs- & Versandschnittstellen sowie Kundenkommunikation. Afterbuy ist an alle führenden Marktplätze angebunden und bietet so die zentral gesteuerte Erschließung vieler Verkaufskanäle. Mit dem OXID Afterbuy Connector profitieren OXID-Händler von den Afterbuy Funktionen und können schnell auf Amazon, eBay & Co. verkaufen.

Mein Praktikum bei OXID eSales

(Gastblog: Luisa Herzberg, Praktikantin OXID eSales)

Als ich mich vor ein paar Monaten bei OXID bewarb, hatte ich noch keine Ahnung was mich in dieser Woche alles erwarten würde. Ich wusste nicht, was ich dort machen würde, wie ich arbeiten würde oder mit wem. Trotzdem war ich gespannt und freute mich auf die Praktikumswoche.

Tag eins: Wettbewerber-Recherche

Am ersten Tag war ich schon ziemlich aufgeregt, da ich erst ein Praktikum im vorherigen Jahr gemacht hatte und sich dieses enorm von meiner Praktikumsstelle bei OXID unterschied. Ich kam um 9 Uhr in der Firma an und wurde in das Büro meiner neuen Kollegen gebracht (Sebastian Lauk und Rafael Kilischowski). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde ich dann durch die Firma geführt und mir wurden alle Mitarbeiter vorgestellt. Besonders gefiel mir der Aufenthaltsraum, da ich die Idee, eine Wii in der Firma zu haben ziemlich witzig fand. Als wir mit der Führung fertig waren bekam ich meinen ersten Arbeitsauftrag: Ich sollte eine Liste alle Wettbewerber von OXID eSales erstellen. Auf diese Liste sollte ich Informationen über die Sozialen Medien und die Websites der Wettbewerber sammeln. Für diese Aufgabe brauchte ich relativ lange, da es eine ziemlich lange Liste war. Jedoch war es cool, auch andere Unternehmen kennenzulernen.

Wii, Darts-Scheibe und mehr im OXID Fit Raum
Wii, Darts-Scheibe und mehr im OXID Fit Raum

Tag zwei: Storytelling

Am zweiten Tag ging es für mich ebenfalls wieder um 9:00 Uhr los. Als ich ins Büro kam, lernte ich eine weitere Mitarbeiterin kennen (Nicole Lipphardt). Sie ging mit mir die Wettbewerber Liste vom vorherigen Tag durch und erklärte mir dazu viel über die einzelnen Unternehmen und den E-Commerce allgemein. Danach sollte ich Arbeitsblätter zum Thema „Storytelling“ in PowerPoint erstellen. Da ich kreative Aufgaben sehr mag, machte mir diese Aufgabe besonders Spaß. Mehr zum Thema Storytelling lest Ihr hier!

Nach der Mittagspause überflog ich noch einen englischen Text von Nicole und untersuchte ihn auf Schreibfehler und Grammatikfehler. Danach zeigte mir Rafael den OXID eSales Demo-Shop, in dem ich selbst experimentieren durfte.

Original Requisite aus einem Tatort mit Richy Müller
Original Requisite aus einem Tatort mit Richy Müller im OXID Office

Tag drei: Was passiert mit meinen Daten?

Am dritten Tag lautete mein nächster Arbeitsauftrag noch weitere PowerPoint-Folien zum Thema „Storytelling“ anzufertigen. Als ich damit fertig war, schaute ich mir ein Video einer Rede von Pierluigi Meloni zum Thema Datenschutz an, welches Nicole mir am vorherigen Tag geschickt hatte. Das Video fand ich echt gut und es brachte mich sehr zum Nachdenken, was eigentlich alles mit meinen Daten gemacht wird.

Nach dem ich das Video angeschaut hatte, wartete schon meine nächste Aufgabe für mich: Ideen für neue Referenzposter zu gestalten, da OXID eSales einige neue Kunden hatte und neue Referenzposter gebraucht wurden. Diese Aufgabe machte mir sehr viel Spaß, da ich Bilder, die zu den Slogans passen sollten, aussuchen durfte.

Tag vier: Social Media Webinar

Am vierten Tag wartete um 11:00 Uhr ein Webinar zum Thema Datenschutz auf mich. Das Thema hatten wir schon öfters in der Schule, deshalb fand ich das Webinar sehr interessant. Als das Webinar zu Ende war, bekam ich schon meine nächste Aufgabe: Ich sollte eine kleine Rezension zu dem Buch „Das Online-Marketing-Cockpit“ anfertigen, beziehungsweise zu allen 8 Phasen, die in dem Buch beschrieben werden. Für diese Aufgabe benötigte ich fast den ganzen Tag, da ich das Buch erstmal zusammenfassen musste und dann in Word eintippen und gestalten musste.

Der letzte Tag: OXID Referenzen

Der fünfte und damit letzte Tag begann damit, dass mein Lehrer im Büro vorbeischaute und mit mir über meine Praktikumswoche redete. Danach sprach er noch mit meinen Vorgesetzten. Im Anschluss sollte ich alle Clippings von OXID aus den letzten zwei Jahren lochen und in einem Ordner sortieren. Als ich damit fertig war, fing ich an mit Nicole neue Referenzposter aufzuhängen. Dabei benutzten wir eine Wasserwaage mit Laser, um möglichst genau alle Bilder auszurichten. Das hat zwar echt lange gedauert, aber danach sah das Office richtig gut aus.

OXID Referenzen im Office
OXID Referenzen im Office

Fazit:

Insgesamt fand ich die Woche bei OXID eSales sehr interessant. Ich durfte in vielen Bereichen mal reinschnuppern und habe die unterschiedlichsten Sachen ausprobiert. Schon allein das Arbeiten im Büro war vor meiner Praktikumswoche komplettes Neuland für mich, geschweige denn E-Commerce. Deshalb bin ich sehr froh mein BoGy-Praktikum bei OXID verbracht zu haben.

Autor

Luisa Herzberg, Praktikantin bei OXID eSales

Luisa Herzberg ist 16 Jahre alt und geht in die 10. Klasse auf das Kepler Gymnasium im Freiburger Rieselfeld. Luisa liebt Tanzen und Zeichnen. Im Rahmen eines einwöchigen BoGy-Praktikums (Berufsorientierung) unterstützte sie das OXID Marketing-Team und schnupperte etwas E-Commerce-Luft.

OXID implements GraphQL

(By Pierluigi Meloni, Product Manager OXID eSales AG)

APIs, Schnittstellen zwischen Systemen, Trennung von Front Ends und Back Ends, Data Consumer jeglicher Art… sind im E-Commerce wirklich nichts neues. Es gibt im E-Commerce seit Jahren kreative Lösungen für bunt zusammengestellte Systemlandschaften. Trotzdem schafft es 2019 ein Buzzword wie „headless“ wieder auf‘s Podium. Wo bis vor kurzem „headless“ noch in einem Atemzug mit REST genannt wurde, betritt nun ein weiterer Player die Bühne der weiten Öffentlichkeit. Und das völlig zu Recht. Sein Name: GraphQL.

Was ist GraphQL?

Einfach gesagt ist GraphQL nichts anderes als eine query language (Anfragesprache), welche von Facebook 2015 veröffentlicht wurde und heute auch von anderen namhaften Playern wie GitHub, Pinterest oder Twitter eingesetzt wird. GraphQL wird verwendet, um auf Schnittstellen zuzugreifen und um Datentypen für Abnehmersysteme zu spezifizieren.

Ist GraphQL besser als REST?

Im Netz trifft man auf viele Vergleiche zwischen GraphQL und REST. Man kann in Foren-Glaubensgemeinschaften unendlich lange Diskussionen darüber lesen, welches Konzept die bessere Wahl ist. Generell ist ein objektiver Vergleich schwer, da GraphQL (wie bereits erwähnt) eine query language ist und REST lediglich ein Architekturkonzept für netzwerkbasierte Software, welches als Ergebnis einer Dissertation aus dem Jahre 2000 veröffentlicht wurde. Mein Anliegen ist es nicht, hier mit noch einem GraphQL/REST Vergleich SEO Traffic zu generieren, sondern zu erläutern, warum gerade GraphQL für OXID eine interessante Wahl ist.

Warum GraphQL bei OXID?

Im OXID Ökosystem gibt es verschiedene Implementierungen von REST-Schnittstellen. Das reicht von open source bis hin zu maßgeschneiderten Entwicklungen exklusiv in Projekten. OXID selbst hat bis Dato keine offizielle REST-Schnittstelle, was vor allem daran liegt, dass die Anforderungen der unterschiedlichen Projekte an die Spezifikation von Schnittstellen oft sehr weit auseinander liegen. So sieht die Realität im Projektalltag eben aus, weswegen Versprechen von „performanten Standardschnittstellen“ im E-Commerce-Zirkus oft einen bitteren Beigeschmack haben. Probleme, die man beim Anbieten von „standardisierten“ REST-Schnittstellen antrifft, sind vor allem:

  • Performance- und Flexibilitätsprobleme durch:
    overfetching: Man erhält (möglicherweise viele) Daten, die man gar nicht unbedingt braucht. Nehmen wir als Beispiel eine Schnittstelle für user, welche als Antwort sämtliche Informationen eines user liefern würde wie Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, usw. Das ist ein Überangebot an Informationen, wenn man beispielsweise für seine APP nur die Spitznamen der user anzeigen will. So etwas erschwert die Handhabung mit dem Antwortobjekt und kann bei komplizierteren und größeren Antwortobjekten auch unnötigerweise auf die Performance gehen.
    underfetching: Oft enthalten Antworten von Schnittstellen nicht alle Informationen, die man für einen besonderen use case gerade braucht. Nehmen wir als Beispiel einen Aufruf für ein Forum, bei dem zu einem bestimmten user eine Auflistung seiner posts und seiner follower angezeigt werden sollen. Hier müssen mit großer Wahrscheinlichkeit – anstatt einer – drei verschiedene Schnittstellen angefragt werden, nämlich die für user, follower und posts. Mehr Anfragen = schlecht für die Performance. Erschwerend könnte noch hinzukommen, dass die 3 unabhängigen Antwortobjekte noch zu einem gemeinsamen Objekt fusioniert werden müssen, was anstrengend und fehleranfällig in der Handhabung ist.
  • Versionierung der Schnittstelle: API first ist ein Ansatz, welcher diesem Problem entgegenwirken soll. Die perfekte Definition der Schnittstelle, die dann möglichst lange konstant bleibt. Die Theorie ist spitze, die Realität sieht oft anders aus. So kommen neben ungeahnten Neuerungen und Features in einem lebendigen Business auch ganz banale Dinge hinzu wie Refactorings der Datenschicht beispielsweise und zack – die Schnittstelle muss versioniert werden. Ein großes Problem bei häufiger Versionierung ist die Fehlerfindung zwischen den unabhängigen Systemen, was mitunter zum echten PITA werden kann. REST gibt leider kein einheitliches Versionierungskonzept vor, weshalb Versionierung meist im Header oder im URI selbst passiert.

GraphQL wurde unter anderem – wie auch auf der offiziellen Webseite https://graphql.org angepriesen – mit gerade jenen Intentionen entwickelt, welche genau die oben genannten Probleme adressieren:

  • Performance- und Flexibilitätsoptimierungen durch:
    Minimierung von Requests: GraphQL „bündelt“ durch das Auflösen von Abhängigkeiten der Daten untereinander verschiedene Requests in nur einem einzigen Request.
    Nur das ausliefern, was auch benötigt wird: Bei GraphQL fragt man nicht einen fixen Schnittstellen-Endpunkt nach einem starren Ergebnisobjekt an, sondern man definiert schon in der Anfrage, wie das gewünschte Ergebnis aussehen soll.
  • „Evolving APIs without version“: Aufgrund der im vorigen Punkt beschriebenen Flexibilität der Anfragemöglichkeiten, kann man einer GraphQL Schnittstelle beispielsweise problemlos neue Features hinzufügen, ohne dass diese ein angebundenes Front End sprengen würden.

Man kann zwar nicht pauschal sagen, dass „GraphQL besser als REST“ ist, denn das hängt eindeutig von den Einsatzszenarien und Anforderungen ab. Aber man kann mit Sicherheit sagen, dass GraphQL für Problemstellungen im täglichen und schnelllebigen E-Commerce Business ein absoluter Mehrwert ist!

Wir konnten in Projekten bereits erste sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz der GraphQL machen, weswegen wir uns entschieden haben, GraphQL in den Core des OXID eShop zu integrieren. Für die Realisierung dieses Vorhabens haben wir einen Open Innovation Ansatz gewählt.

GraphQL und Taskforce Open Innovation bei OXID

Open Innovation bei OXID!

Da GraphQL für viele Entwickler – und auch für uns – noch größtenteils Neuland ist, haben wir uns dazu entschieden, die Entwicklung gemeinsam mit verschiedensten Gruppen unseres Ökosystems anzugehen, um auf Erfahrungen zurückgreifen, und um gemeinsam Innovation vorantreiben zu können. Wir haben eine Taskforce mit Vertretern von Community, Enterprise- und Solutionpartnern, Kunden, OXID Professional Services sowie dem OXID Core Development gebildet. Diese Taskforce hat Erfahrungen und Learnings eingesetzter REST-Schnittstellen diskutiert, sowie Prioritäten und Milestones in der Anbindung von GraphQL an OXID erarbeitet.

Als Hersteller einer Standardsoftware haben wir die Philosophie, dass Innovation zum größten Teil nicht an der Basis (also in der Breite) entsteht, sondern in der Spitze. Innovative Features entstehen bei den Domänenexperten in den Projekten, in agilen Use-Cases, in A/B Tests in kleinen Szenarien im Livebetrieb, wo man mehr Spielraum für Risiken hat. Hohes Innovationsrisiko in Standardsoftware bedeutet dagegen, alle Kunden zum Testballon für Technologieexperimente zu machen, und das Risiko auf Kundenseite zu verlagern. Daher liegt unsere Verantwortung weniger darin, fertige „innovative“ Features zu produzieren, sondern darin, Freiheitsgrade und eine Basis zu schaffen, auf der Innovation entstehen kann. Erreicht diese Innovation eine gewisse Reife (Funktionalität, Stabilität, Akzeptanz), dann kann sie den Weg in die Standardsoftware finden. Genau so sind wir hier auch vorgegangen.

OXID selbst hat die Anbindung von GraphQL bereits realisiert, dokumentiert und im Rahmen der Taskforce released. Dazu gibt es best practice Beispiele, wie spezielle Routen (vgl. Schnittstellen: schemas, types, mutations) umgesetzt werden sollten. Die restlichen Mitglieder der Taskforce können auf dieser Basis die für sie relevanten Routen implementieren, welche innerhalb der Taskforce geteilt und optimiert werden. Das Ziel ist hierbei, die relevantesten Routen zu identifizieren, sie product-ready zu machen, um sie dann Stück für Stück in den Core zu überführen, bis am Ende „vollumfängliche“ Routen für den OXID eShop zur Verfügung stehen.

Pierluigi Meloni

Pierluigi Meloni war schon in der Schule dagegen. Schon damals waren Fragen wie „Warum sollte jemand so etwas überhaupt machen wollen?“ ständige Begleiter des Alltags. Das ist bis heute auch so geblieben, weswegen er als Software Architect und Requirements Engineer auf Herangehensweisen wie Domain-Driven Design schwört und seinen Fokus auf die sorgfältige Klärung des WAS richtet. Tätig in verschiedensten Branchen ist er vor knapp 3 Jahren im E-Commerce gelandet, wo das „Was“ eine besondere Herausforderung darstellt, da es meist einem anarchistischen Pool entspringt, dessen Grenzen Technikgenies und Marktschreier bilden. Humor mag er auch.

Gastblog: Die fünf größten Rechtsfallen in der Social-Media-Kommunikation

(Gastblog von Sabine Heukrodt-Bauer, LL.M. für OXID eSales)

Die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist mittlerweile Pflicht für jedes Unternehmen auf dem Markt. Doch treten bei der Nutzung dieser Dienste immer wieder rechtliche Hürden auf, die auch bei kleinen Fehlern zu teuren Abmahnungen führen können. Im OXID Academy Webinar am 9. Mai um 11 Uhr gehen wir auf die besonderen Herausforderungen im Social-Media-Recht ein und greifen hier die fünf größten Fallstricke heraus, die uns immer wieder in der täglichen Anwaltspraxis begegnen:

1. Kein oder ein falsches Impressum

Die Impressumspflicht folgt aus § 5 Telemediengesetz (TMG) und gilt für alle „Telemedien“, also für alle elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste: Webauftritte von Unternehmen, Onlineshops, Facebook-Accounts usw. In jedem Social-Media-Kanal, den ein Unternehmen führt, ist daher ein ordnungsgemäßes Impressum einzufügen. Es sind dieselben Angaben zu machen, wie das auch in „normalen“ Webseiten und/oder Onlineshops der Fall ist. Da Social-Media-Posts unter die „journalistisch-redaktionellen Inhalte“ im Sinne des § 55 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) fallen können, sollte zusätzlich ein „Verantwortlicher“ für die Inhalte mit Vornamen und Nachnamen angegeben werden, der die folgenden Kriterien erfüllen muss:

  • ständiger Aufenthalt im Inland,
  • die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht infolge Richterspruchs verloren,
  • voll geschäftsfähig,
  • unbeschränkt strafrechtlich verfolgbar.

Aus diesen Vorgaben ergibt sich das folgende Muster für ein korrektes Impressum für das Beispiel einer Gesellschaft mit bedingter Haftung (GmbH):

Impressum

Beispielfirma GmbH
Beispielstraße 1
12345 Beispielstadt
Telefon: +49 (0)123 456789
Telefax: +49 (0)123 456780
E-Mail: info @ beispielsdomain.de
Geschäftsführer: Max Mustermann
Handelsregister: Amtsgericht Beispielstadt, HRB 12345
USt.-ID.: DE123456789


Verantwortlicher nach § 55 RStV: Max Mustermann, Adresse wie oben.

Weitere Impressumsmuster zu anderen Gesellschaftsformen unter: http://www.res-media.net/muster

Das Gesetz verlangt in § 5 TMG, dass das Impressum „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ ist. In Webseiten und Onlineshops wäre dazu eine Seite „Impressum“ in die Navigation einzufügen. Für das Einfügen in Social-Media-Accounts sind insoweit zwei Punkte zu beachten:

  • Der Bundesgerichtshof hat zur „unmittelbaren Erreichbarkeit“ die sogenannte „Zwei-Klick-Regel“ entwickelt, welche besagt, dass die Erreichbarkeit noch gewährleistet ist, wenn zwei Links zwischen Startseite und Darstellungsseite des Impressums liegen (im Urteil vom 20.07.2006, Az. I ZR 228/03, ein Klick auf „Kontakt“ und ein weiterer Klick auf „Impressum“).
  • Für den Bereich „Social Media“ gibt es Urteile, wonach die Bezeichnung des Links oder der Registerkarte „Info“ in den Accounts nicht deutlich genug auf das Impressum hinweist (LG Aschaffenburg, Urteil vom 19.08.2011, 2 HK O 54/11; LG Frankfurt, Beschluss vom 19.10.2011, 3-08 O 136/11).

Soweit keine entsprechenden Seiten in den Kanälen eingerichtet werden können (z. B. Instagram, Twitter), sollte im Profil, in der Bio usw. ein Link http://www.beispielsdomain.de/Impressum_Datenschutz auf eine externe Landingpage eingefügt werden. Hier können dann die Pflichtinhalte zum Impressum (sowie zum Datenschutz, siehe unten Ziffer 5) platziert werden. Bei Facebook kann auf Fanpages die „Story“ für das Impressum und den Datenschutz genutzt werden.

2. Keine ausreichenden Nutzungsrechte an Bildern

Das Problem ist eigentlich ein altbekanntes: Veröffentlichungen von fremden Bildern können gegen die Rechte Dritter, insbesondere gegen das Urheberrecht verstoßen. Doch immer wieder werden Bildrechte missachtet und es kommt zu kostspieligen Abmahnungen.

Es ist immer die Entscheidung des Urhebers als Ersteller eines Bildes, ob, wie, wo und von wem sein Bild verwendet oder veröffentlicht wird. Solange der Urheber keine Zustimmung zur Veröffentlichung gegeben hat, dürfen die Bilder also auch nicht in Social Media-Profilen genutzt, hochgeladen oder geteilt werden. Hier hilft es übrigens auch nicht, dass zumindest die Quelle mit einem Copyright o. ä. des Bildes angegeben wird. Wird ein Bild ohne Einverständnis hochgeladen, macht auch die Angabe eines Bildnachweises das Ganze nicht „ein bisschen rechtmäßiger“.

Alle urheberrechtlich relevanten Materialien wie Bilder, Grafiken, Fotos usw. müssen vor ihrer Verwendung auf Social-Media-Plattformen grundsätzlich auf die Rechte anderer hin überprüft werden. Werden fremde Urheberrechte verletzt, können Unternehmen auch für die Fehler ihrer Mitarbeiter in Anspruch genommen werden.

Es ist insgesamt zu empfehlen, einen Datenpool mit rechtmäßig erworbenem und lizensiertem Content aufzubauen, der in den Social-Media-Kanälen genutzt werden darf.

3. Social Media Plugins und Urheberrechte

Ein besonderes urheberrechtliches Risiko ergibt sich nicht nur aus dem Teilen fremder Inhalte, sondern auch bereits durch das Einbinden von Social Media -Plugins auf den eigenen Webseiten.

Hierbei handelt es sich um die Buttons bzw. Funktionen wie der Facebook-Like-Button oder der Button für das Retweeten bei Twitter. Das „Liken“ oder „Sharen“ von eigenen Webseite-Inhalten durch Dritte kann direkt zu Urheberrechtsverletzungen führen, denn hier werden automatisch die in der eigenen Webseite eingefügten Bilder und Fotos gleich mit veröffentlicht.

Als Webseitenbetreiber verfügt man aber nicht immer über die erforderlich Social-Media-Lizenzen an den Webseitenbildern, wenn diese nicht extra eingekauft wurden. Die Lizenz „Internetnutzung“ beinhaltet nicht automatisch auch die Lizenz „Social Media Nutzung“ (vgl. dazu Urteil des LG Frankfurt a.M. vom 17.07.2014, Az. 2 – 03 S 2/14). Es muss daher mit dem Fotografen oder der jeweiligen Agentur geklärt werden, welche Nutzungsarten mit der Lizenz verknüpft sind.

Bei vielen Stockbild-Anbietern ist in der Lizenz „alles drin“, andere erteilen die Erlaubnis zur Social-Media-Nutzung auf Nachfrage.

4. Recht am eigenen Bild

Auch kommt es immer wieder wegen des Rechts am eigenen Bild zu rechtlichen Problemen. Veranstalten Unternehmen Events oder nehmen an Messen teil, werden Fotos davon direkt in den Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Werden die abgebildeten Geschäftspartner und Gäste nicht zuvor um deren Erlaubnis gefragt, kann das Recht am eigenen Bild nach §§ 22, 23 Kunsturhebergesetz (KUG) verletzt sein.

Seit Geltung des neuen Datenschutzrechts ist ein weiteres Problem hinzugekommen, denn bereits das Anfertigen und Speichern von Fotos mit erkennbaren Personen darauf kann eine Verarbeitung von personenbezogenen Daten darstellen. Das ist nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu Werbezwecken entweder nur mit Einwilligung der jeweils abgebildeten Personen oder auf der Grundlage eines überwiegenden, berechtigten Interesses des Unternehmens zulässig.

5. Datenschutzinformation

Im letzten Jahr entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass Betreiber von Facebook-Fanseiten für die Datenverarbeitung des sozialen Netzwerks verantwortlich sind (Urteil vom 05.06.2018, Az. C-210/16).

Das Urteil erging zwar zu Facebook auf der Grundlage der „alten“ Rechtslage nach der bisherigen EU-Datenschutzrichtlinie (RiLi 95/46/EG) bzw. dem nationalen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) alter Fassung. Es ist aber auf praktisch alle sozialen Netzwerke und die seit dem 25.05.2018 gültige Rechtslage nach der neuen DSGVO anwendbar.

Entsprechend hat bereits die Datenschutzkonferenz (DSK), ein Gremium der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder, regiert. In einer Stellungnahme zum EuGH-Urteil vom 06.06.2018 https://www.datenschutz-bayern.de/dsbk-ent/DSK_95p-Fanpages.pdf heißt es, dass dringender Handlungsbedarf für die Betreiber von Fanpages bestehe. Wer eine Fanpage betreibe, müsse seine Besucher u.a. transparent und in verständlicher Form darüber informieren, welche Daten zu welchen Zwecken durch Facebook und ihn als Fanpage – Betreiber verarbeitet werden. Dies gelte sowohl für Personen, die bei Facebook registriert seien, als auch für nicht registrierte Besucherinnen und Besucher des Netzwerks.

(Lesen Sie dazu auch den Beitrag: >>“Gastblog: Facebook Fanpages und Custom Audiences – was ist noch erlaubt?“)

Damit steht fest, dass jeder Social-Media-Kanal neben einem Impressum vor allem auch eine Datenschutzinformation nach Art. 13 DSGVO benötigt, in der umfassend über die Verarbeitung der personenbezogenen Daten informiert wird. Der Text dazu kann zusammen mit dem Impressum (vgl. oben Ziffer 1) zum Beispiel auf einer externen Landingpage eingefügt werden, auf die aus den Social-Media-Kanälen heraus verlinkt wird.

Diese und weitere Fragen beantworten wir im OXID Academy Webinar Legal Update: „Social Media Recht“ am 9. Mai um 11 Uhr. Melden Sie sich gleich hier an!

Autorin

>>Sabine Heukrodt-Bauer. LL.M. ist Sprecherin auf diversen Events und Kongressen der IT-Branche und Dozentin für IT-Recht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Sie veröffentlicht regelmäßig Artikel zu aktuellen Themen im IT-Recht und E-Commerce und betreut seit über 10 Jahren für die INTERNET WORLD Business die Kolumne „E-Shop-Tipp“. Sie sitzt im Ausschuss „IT-Recht“ der Bundesrechtsanwaltskammer.