Gastblog: Busted! Performance Mythen im Internet

In Blogs und Whitepapers gibt es unzählige Tipps und Tricks zur Steigerung der Performance eines Webshops. Doch was bringen diese angeblichen Best Practices wirklich und auf welche Urban Legends sollten Shopbetreiber lieber nicht hören? SysEleven hat die häufigsten Performance-Mythen in der Praxis auf die Probe gestellt. Hier drei ausgewählte Beispiele:

Nginx ist schneller als Apache

Die Konfiguration von Apache kann während der Laufzeit, also ohne Neustart verändert werden. Dies geschieht mit Anweisungen in der Datei .htaccess und wird meist für Passwortschutz und Redirects genutzt. Damit das funktioniert muss Apache bei jedem Seitenaufruf die gesamte Verzeichnisstruktur nach .htaccess-Dateien durchsuchen und den Inhalt interpretieren, das kostet wertvolle Rechenzeit. Nginx unterstützt diese Funktion nicht und ist unter anderem deshalb in der Standardkonfigutation deutlich schneller als Apache. Schaltet man dies bei Apache ebenfalls ab und überträgt die Anweisungen in die Konfigurations-Dateien, ist der Unterschied zu nginx kaum noch merklich.

Assets auf viele Domains verteilen

Bilder uns statische Dateien sollen auf mehrere Domainnamen verteilt werden, weil Browser nur eine bestimmte Anzahl von gleichzeitigen Verbindungen pro Domain zulassen. Dieser Tipp stammt aus Zeiten sehr langsamer DSL-Verbindungen und ist heute sogar schädlich. Das Internetprotokoll gibt vor, dass neue Verbindungen mit geringer Geschwindigkeit (Bandbreite) anfangen und im Laufe der Zeit schneller werden, wenn keine Übertragungsfehler aufgetreten sind. Dieser Effekt heißt TCP-Slowstart und sorgt dafür, dass wenige Verbindungen, die länger offen bleiben, in Summe mehr Durchsatz bieten, als viele kurzlebige Verbindungen.

Fullpage-Caching

Die Buzzwords Varnish und Caching sind in aller Munde und gelten als Wunderwaffe für unendliche Performance, selbst bei TV-Werbung. Rein technisch betrachtet  kommt das der Wahrheit nahe, allerdings nur für die Seitenaufrufe die tatsächlich aus dem Cache bedient werden können. Die reale Performance wird hingegen bestimmt durch die Seitenaufrufe, die nicht aus dem Cache ausgeliefert werden können. In der Praxis zeigt sich, dass die Cache-Hitrate bei jedem Shop individuell ist, und schwank je nach Shop zwischen 10% (schlecht) bis 90% (gut). Während ein Fullpage-Cache bei einem Shop also wirklich eine Lösung ist, hilft er anderen kaum weiter.

Autor
Thomas Lohner ist in der Geschäftsführung der SysEleven GmbH mit Sitz in Berlin. Er Thomas_Lohner_Bildverantwortet die Unternehmensentwicklung und sein besonderer Fokus liegt auf der Programmierung. Das perfekte Zusammenspiel von Software und Hardware, individuelle Lösungen für anspruchsvolle Hostingkonzepte – das fordert ihn und macht ihm Spaß! Die SysEleven GmbH wurde 2007 offiziell gegründet, aber bereits vorher und ohne Firma, stand leistungsstarkes, skalierbares Hosting, Verfügbarkeit und Performancetuning von Webapplikationen im Mittelpunkt des Interesses von Thomas. 

Worauf Sie bei Ihrem Onlineshop achten sollten, um auch unter Hochlast mit kurzen Ladezeiten zu glänzen, erfahren Sie in unserem Whitepaper „Jede Sekunde zahlt sich aus“.

Gastblog: Gut Beraten: mit individuellen Produktempfehlungen zum Erfolg.

Es ist kein Geheimnis, dass Kunden besonders gern dort kaufen, wo sie sich gut beraten fühlen. Was im stationären Einzelhandel ein gut geschulter Verkäufer im persönlichen Gespräch erreicht, übernehmen im Online-Handel zum Teil Produktempfehlungen. Doch auch hier gilt: Je individueller eine Empfehlung ausfällt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde ein Produkt kauft und dem Shop auch in Zukunft treu bleibt. Die entscheidende Frage ist aber letztlich, ob der Kunde es bei Ihnen oder bei der Konkurrenz kauft.

Die meisten Shop-Betreiber nutzen Produktempfehlungen nicht nur, um große Kataloge für die Kunden zu erschließen und ihnen die Navigation zu erleichtern, sondern sie sollen auch Konversionsrate und Umsatz steigern. Dabei zeigt sich sehr deutlich, dass willkürliche Kauf-Vorschläge, die nicht personalisiert sind, größtenteils wirkungslos verpuffen. Entscheidend für den Erfolg ist also auch im Online-Handel das ABC des guten Verkäufers: Aufmerksam zuhören und dann individuell beraten. Das heißt konkret, dass zunächst das Surfverhalten des Kunden ausgewertet wird, um ihm auf Basis dieser Daten relevante Empfehlungen für andere Produkte machen zu können.

Die großen Händler machen es vor: Personalisierte Kauf-Vorschläge füllen mittlerweile einen Großteil der aufgerufenen Seiten. Untersuchungen zeigen, dass die Konversionsrate bei intelligenten Produktempfehlungen bis zu 30% höher ausfällt, der Warenkorb bis zu 30% mehr gefüllt ist, der Umsatz bis zu 20% wächst und sich die Zahl der wiederkehrenden Besucher bis zu 10% steigern lässt. Genug Gründe also den eigenen Shop noch effektiver auf Kundenwünsche auszurichten.

Mit Hilfe einer intelligenten Recommendation Engine als Shop-Erweiterung lässt sich dabei viel Zeit sparen. Nicht nur den redaktionellen Aufwand bei der manuellen Eingabe der Produktempfehlungen kann man so umgehen. Auch die sonst zeitintensive technische Integration gelingt im Handumdrehen und umfasst in der Regel die folgenden vier Schritte:

 

  1. Die Produktdaten werden indexiert.
  2. Das User-Tracking wird integriert.
  3. Empfehlungen werden abgerufen und eingebunden.
  4. Eine Erfolgsmessung wird durchgeführt.

 

Wer online ein guter und aufmerksamer Verkäufer sein möchte, sollte sich also darum kümmern, seine Produktempfehlungen zu personalisieren. Er wird dafür dreifach belohnt: Durch höchste Zustimmung für die Kauf-Vorschläge, durch eine Verstärkung der Kundenbindung und durch eine optimale Ausschöpfung des Umsatzpotenzials.

 

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Philipp Derksen ist seit über zehn Jahren als Unternehmer im Internet aktiv und hat unterschiedliche Portale und eCommerce Seiten entwickelt. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter und Leiter Leiter Professional Services der derksen mediaopt GmbH und berät internationale Konzerne für mehr Performance in digitalen Medien und betreut mit mediaopt Unternehmen umfassend im Bereich eCommerce.

Gastblog: B2B-Commerce: Vom Absatzkanal zur Source of Business

Der digitale Handel zwischen Unternehmen ist eigentlich ein alter Hut. Und gleichzeitig ist er brandneu. Immer mehr Unternehmen setzen im Vertrieb neben dem automatischen Datenaustausch auf Onlineshops. Denn das Potenzial ist enorm. Damit aus dem Absatzkanal eine echte Source of Business wird, muss in vielen Bereichen völlig neu gedacht werden.

Der Markt – Enormes Potenzial

Der Handel über das Internet, ist etwas für den Vertrieb an Endkunden. Mode, Musik und Markenartikel sind die Zugpferde im Onlinehandel. So die landläufige Meinung. Dass dies nur noch bedingt stimmt, zeigt eine Studie, die kürzlich vom Institut für Handelsforschung (IFH) veröffentlicht wurde. Danach entfallen bereits heute mehr als 3/4 der über das Internet gehandelten Waren und Dienstleitungen auf den B2B-Sektor. Das entspricht einem Marktvolumen von 135 Milliarden Euro (2012). Tendenz deutlich steigend. Denn insgesamt werden zwischen Unternehmen mehr als 900 Milliarden Euro umgesetzt, das meiste im automatisierten Datentransfer. Das Potenzial im B2B-Commerce ist also enorm.

Kosten senken

Dass sich E-Commerce im B2B-Segement schnell etabliert wundert kaum. Zum einen werden umständliche und kostenintensive Einkaufsprozesse verkürzt. Zum anderen ist das Geschäft zwischen Unternehmen personalintensiv. Ein hoch qualifizierter, gut ausgebildeter Außendienst sichert die langfristige Kundenbeziehung.

Und genau dort steckt die Herausforderung im B2B-Commerce. Sinkende Kosten durch Selfservice beim Kunden und kürzeren Prozessen sollten nicht dazu verleiten, die Ersparnis im Unternehmen versickern zu lassen. Vielmehr sollte das gewonnene Potenzial in die Festigung der Kundenbeziehung reinvestiert werden.

Neue Märkte

Doch neben der Kostensenkung sind es die neuen Möglichkeiten, die den Onlinehandel im B2B-Commerce so interessant machen. In bestehenden Kundenbeziehungen lässt sich das Kerngeschäft auf flankierende Bereiche ausweiten. Cross- und Upselling, Verbrauchsmaterial und Ersatzteile, die leicht und effizient über den Onlineshop gehandelt werden können, bieten neue Umsatzpotenziale. Ebenso der Vertrieb an kleine und mittelständische Unternehmen. Dieser war bislang für viele Unternehmen aus Kostengründen wenig interessant. Gleiches gilt für den internationalen Handel.

Im B2B-Segment vergleichsweise unterrepräsentiert, wird ein aktives Marketing wichtiger. Angefangen bei einer optimalen Usability des Onlineshops über die attraktive Produktpräsentation bis zu Online-Marktplätzen und Suchmaschinen-Optimierung und -Marketing muss im B2B-Commerce vieles etabliert werden, was im B2C-Geschäft gang und gebe ist.

Fazit B2B

Commerce kann weit mehr bedeuten als ein zusätzlicher Absatzkanal. Das Potenzial steckt in der deutlichen Intensivierung bestehender Kundenbeziehung und in der Entwicklung neuer Märkte und Zielgruppen.

Autor
Heiner Weigand ist Inhaber der karmacom GmbH. Seit den späten 90ern beschäftigt er sich mit der Online-Kommunikation. Zunächst im Management der Düsseldorfer Agentur BBDO, später als Gründer und CEO des Bonner eCRM-Hauses artegic AG verbindet er die Ansprüche an strategische Kommunikation und Markenführung mit den digitalen Kanälen. Nach einer Station bei Hubert Burda Media ist Weigand seit 2010 unter anderem für den Kunden OXID eSales aktiv.

Stoppt den Einheitsbrei – Differenzierung neben Produkt- & Preispolitik
Tim Böker, Kommerz – digitale Marken- & Einkaufserlebnisse GmbH

Tim_Bölker_WPEtablierte E-Commerce Player präsentieren sich am Markt mit riesigen Sortimenten und Niedrigpreisen. Suchmaschinen lotsen Kunden direkt zum besten Preis – und gefühlt viel zu häufig am eigenen Shop vorbei. Produkt- und Preispolitik sind zwar nach wie vor relevante Stellschrauben für den Erfolg eines Onlineshops, doch sind sie längst nicht mehr die einzigen Faktoren, die die Kaufentscheidung des Kunden beeinflussen.

Die Mehrheit der Onlineshops orientiert sich heute an den Größten der Großen und versucht, es ihnen in Hinblick auf Usability und Shopgestaltung gleich zu tun. Die Kunden sehen jedoch oftmals den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr: Ein Shop scheint dem anderen zu gleichen. Wie kann Ihr Shop in diesem Umfeld noch auffallen oder im Gedächtnis bleiben?

Entwickeln Sie in Zeiten der Konformität neue Alleinstellungsmerkmale, die Ihre Kunden begeistern. Dabei kann Design der entscheidende Motor sein.

Fünf potenzielle Handlungsfelder für Ihre Alleinstellung

  • Marke & Produkt perfekt inszenieren
    Ihr Onlineshop muss den Kunden auf jeder Seite die Einzigartigkeit Ihres Angebots spüren lassen. Gefragt sind Unterhaltung und Spaß, „Appetitanreger“ und echte Mehrwerte. Denn echte USP´s sind nicht die vier grünen Häkchen-Bullets im Header: kostenlose Lieferung, 30-Tage „Geld-zurück-Garantie“ oder „Best-Preis-Garantie“
  • Digital inspirieren
    Bieten Sie neben den gewohnten Produktzugängen wie einer Produktliste oder Suchfunktion auch inspirative Zugänge zum Produkt an, die Spaß bereiten und die Verweildauer im Shop erhöhen.
  • Den Kunden emotional treffen
    Erzählen Sie mehr über Ihre Produkte. Machen Sie sie zu Hauptdarstellern von Geschichten, die Ihre Kunden emotional treffen:
  • Auf jedem Device das beste Erlebnis bieten
    Gehen Sie auf alle relevanten Devices ein und lassen Sie hier keine Umsätze liegen. Auch wenn sich Ihr Kunde auf dem Smartphone sich nur informiert, fällt dort häufig die Kaufentscheidung.
  • Standard vs. Einzigartigkeit
    Stellen Sie die richtige Balance zwischen Markeninszenierung bzw. Inspiration und Vertriebsförderung her. Markenhersteller können wesentlich mutiger sein, traditionelle Händler und Pureplayer sollten andere Differenzierungspotenziale entwicklen. Das kann z.B. die clevere Einbindung von Kundenbewertungen etc. sein.


Tim Böker
 ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kommerz – digitale Marken- & Einkaufserlebnisse GmbH, Fachartikelautor, Redner und Customer-Experience Designer im Bereich digitale Markeninszenierung & Vertriebsförderung. 

Prozessintegration im B2B – worauf es wirklich ankommt!
Stefan Koshold, Unit M GmbH

koshold_WPIntegrationstechnologien sind heute vielfältig im Markt verfügbar und aktuelle Systeme bieten verschiedene Möglichkeiten das Thema Integration zu lösen. So ist auch die OXID Plattform, unter anderem über die OXID ERP-Schnittstelle, bereits in der Basistechnologie auf jede Art von Integrationsanforderung technisch und inhaltlich hervorragend vorbereitet.

Zur vollständigen Beantwortung der Frage, worauf es bei der Prozessintegration im B2B wirklich ankommt, gilt es aber, den Blick weg von der reinen Technologie und hin zu den Prozessen von B2B-Geschäften zu lenken.

Vergleicht man B2B- und B2C-Projekte, so fallen meist folgende, wesentliche Unterschiede im Thema Prozessintegration auf:

  1. Im B2B gibt es eine höhere Anzahl von Geschäftsvorfällen, wie Anfragen, Angebote, und Auftragsbestätigungen.
  2. Auch eCommerce-fremde Prozesse, wie Fax- oder Telefonbestellungen vom B2B-Kunden sollen nachgelesen werden können.
  3. Ferner muss die B2B-Lösung Kundenprozesse, wie Einkaufshierarchien, Budgetgrenzen und Genehmigungsprozesse integrieren.
  4. Außerdem gilt es, bestimmte Aussagen, z.B. bzgl. Verfügbarkeiten und Preisen, kundenspezifisch zur Verfügung zu stellen.

Zum ersten Punkt sei ergänzt, dass der Verkaufsprozess im Bereich B2B, z.B. durch Anfragen- und Angebotsphasen, möglicherweise früher beginnt, als dies bei B2C der Fall ist. Weiterhin ist der Ablauf aufgrund von Zwischenschritten, wie Auftragsbestätigung oder Nachverhandlungen, häufig komplexer, als bei B2C-Bestellungen. Der Vorteil für den Betreiber, diese Schritte im Webshop handhaben zu können, liegt in der Verlagerung personengestützter Vorgänge hin zu automatisierten, computerbasierten Prozessen.

Beim zweiten Punkt liegt der Vorteil in der Vollständigkeit der Auskunft für den Kunden mittels eines jederzeit aktuellen und verfügbaren Mediums. Da verschiedene Vertriebskanäle die Regel sind, ermöglicht der Zugriff auf alle Geschäftsvorfälle und jeden Status geringeren Rücksprachebedarf Ihres Kunden bei Ihrem Personal und entlastest es somit.

Der dritte Punkt schafft über die B2B-Funktionen hinaus Kundenbindung durch weiter- führende Serviceleistungen. Sofern die Kundenprozesse rund um Bestellungen bereits über die eCommerce-Lösung unterstützt werden, kann der Kunde daran gewöhnt werden, den Beschaffungsvorgang mit der eigenen E-Commerce Lösung zu verknüpfen.

Voraussetzung für eine Bestellung bilden im B2B-Geschäft (Punkt 4) häufig auf den Kunden ausgelegte und nur für ihn geltende Informationen. Meist handelt es sich dabei um Aussagen über die Verfügbarkeiten und Preise. Wenn diese Aussagen dann, was nicht selten vorkommt, zur Laufzeit z.B. in ERP-Systemen über komplexe Regeln zunächst ermittelt werden müssen, ist bei der Integration vor allen Dingen das Thema Performance in den Fokus zu nehmen. Sonst werden die Auskunft gebenden Systeme schnell zum ungeliebten Flaschenhals der Gesamtlösung Ihres B2B-Geschäfts.

Sind alle vier Punkte ausreichend auf Relevanz geprüft und entsprechend berücksichtigt,  stellt die Prozessintegration der B2B-Ausrichtung Ihrer E-Commerce Lösung einen hohen Nutzen für Sie als Betreiber und für Ihre Kunden als Service-Empfänger sicher. Und das ist insbesondere bei B2B-Lösungen das hohe Ziel der Prozessintegration.


Stefan Koshold
ist Geschäftführer der Unit M GmbH aus Mülheim. Die Unit M GmbH ist Enterprise Solution Partner und hat sich u.a. auf die Themen B2B eCommerce spezialisiert.

Gastblog: Curated Shopping: Kunden die Auswahl erleichtern

Man stelle sich einen leicht ergrauten, etwas kauzigen amerikanischen Universitätsprofessor vor, der, nachdem er sich bis dato immer das gleiche Hosenmodell in einem kleinen Jeans-Geschäft gekauft hatte, in einem modernen Modekaufhaus mit einer riesigen Hosenauswahl konfrontiert wird. Dort gibt es Jeans in verschiedenen Farben, Formen, Waschungen und zahlreichen weiteren Varianten. Auf die Frage einer Mitarbeiterin „Which kind of jeans would you like?“, folgt sein leicht resigniertes „I want the kind of jeans that used to be the only kind.“

Dieser Professor heißt Barry Schwartz, lehrt Psychologie am Swarthmore College in den Vereinigten Staaten und beschreibt diese persönliche Anekdote in seinem Buch „The Paradox of Choice“. Die Geschichte verdeutlicht: Ein Mehr an Auswahl führt nicht zwangsläufig zu einem Mehr an Einkaufserlebnis und Kundenzufriedenheit.

Weniger Komplexität durch ein reduziertes Sortiment

Eine Lösung für das Paradox der übergroßen Auswahl ist die Kuratierung von Artikeln. Händler können die für ihre Zielgruppen relevanten Produkte identifizieren und nach diesen Vorgaben ihr Shop-Sortiment durch die Einkaufsabteilung handverlesen bestücken lassen. Ebenso können Web-Angebote so gestaltet werden, dass die Community sich selbst die Produktrosinen aus dem Onlineshop herauspickt. Mit dieser Strategie kann man den oben beschriebenen Lähmungserscheinungen zumindest teilweise entgegenwirken und Fehlkäufe reduzieren.

Im Modebereich greifen mittlerweile mehrere Unternehmen diese Strategie auf. Die Grundidee ist bei allen ähnlich: Das Angebot richtet sich an Kunden bzw. Kundinnen, die ein passendes und komplettes Outfit nach ihrem Geschmack geliefert bekommen möchten – ohne lange in Geschäften oder Online-Shops suchen zu müssen und sich von der dortigen Auswahl überwältigen zu lassen. So spart der Kunde Zeit und erhält ein von professionellen Stylisten ausgesuchtes und individuell zusammengestelltes Outfit.

Fazit

Sinnvoll kuratierte, d.h. auf die Zielgruppe zugeschnittene, Sortimente schärfen das Profil eines Online-Händlers, stärken dessen Marktchancen im direkten Wettbewerb mit Vollsortimentern und unterstützen bei der Erschließung neuer Kundengruppen und Märkte.

Autor
Dr. Roman Zenner ist Gründer und Geschäftsführer der wasmitweb GmRoman ZennerbH, einem E-Commerce-Beratungsunternehmen, das Onlinehändler bei ihrer technologischen und strategischen Strategie sowie bei der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter unterstützt. Seit 2002 arbeitet er als Autor, Berater und Dozent und hat mehrere Fachbücher verfasst, unter anderem über den OXID eShop.

Gastblog: Zeigen Sie Ihren Kunden wo es langgeht

Mobile Shopping ist einer der E-Commerce Trends des Jahres und beschleunigt die notwendige Verknüpfung der On- und Offline Shopping Kanäle. Damit die mobilen Online-Shopper den Weg in Ihre Filiale finden, ist es wichtig, diese bei der Navigation zu unterstützen und so erfolgreich in Ihren Store zu lotsen.

Navigation zur Filiale

In der mobil geprägten Shopping-Welt ist es für Shopbetreiber mit Ladengeschäft empfehlenswert, den Kunden frühzeitig zu unterstützen und mithilfe von Navigationsprogrammen abzuholen und die Suche nach der Filiale zu vereinfachen. Eine einfache Möglichkeit bietet beispielsweise die direkte Integration von Google Maps in Ihren Onlineshop. Auf diese Weise können Smartphone-User mithilfe der Google-Karte in Fußgängerzonen einfach zum Ladengeschäft gelangen ohne eine weitere Navigationssoftware zu starten. Viele Smartphones können zudem direkt aus dem Kartenausschnitt heraus, die im Gerät integrierte Navigationslösung starten. Dadurch ersparen sich Autofahrer die manuelle Adresseingabe.

Einfache Integration in den OXID eShop

Die Integration von interaktiven Google Maps Kartenausschnitten in Ihren OXID eShop ist mit nur wenigen Schritten realisierbar. Wichtig ist der Einbau eines kurzen Codes in eine vorhandene CMS-Seite wie beispielsweise dem Impressum oder in eine neue CMS-Seite. Hierbei ist außerdem zu beachten, dass die neue Seite im Footer des OXID mobile themes korrekt und gut sichtbar verlinkt wird. Ihre Shopanschrift wird nun automatisch aus den Stammdaten ermittelt und Ihr Standort auf der Karte zentriert dargestellt. Der User kann die Karte nun je nach Bedarf vergrößern, verkleinern und/oder als Favorit abspeichern. Eine neu angelegte Seite, kann selbstverständlich mit eigenen Inhalten angereichert werden. Ein Foto Ihrer Filiale erleichtert Ihrem Kunden zum Beispiel das Finden des Ladengeschäfts in der Einkaufsstraße. Mein Tipp zum Schluss: Die Ladenöffnungszeiten sollten immer im Bereich der Anschrift zu finden sein, denn jede noch so gute Navigation ist für den Kunden nutzlos, wenn das Geschäft geschlossen ist.Ein einfaches Codebeispiel für den OXID eShop finden Sie im Blog Beitrag von eComStyle.de.

 Autor
Josef A. Puckl ist der Inhaber von eComStyle.de, einem Portal für alle OXID und WordPress-Begeisterten, mit eigenem eCommerce-Blog, in dem vorzugsweise die Themen eCommerce, OXID und WordPress behandelt werden.

Multishopsysteme in internationalen Märkten

Will ein Händler aus sortiments-, themen- oder branchenspezifischen Aspekten sowie im Zuge einer Internationalisierung verschiedene Zielgruppen ansprechen, ist eine Multishopstrategie zu empfehlen. Dabei können sich die Zielgruppen in nationaler, systemischer (Unternehmen oder Endverbraucher) und nachfragespezifischer (Budget, Interessen etc.) Hinsicht unterscheiden.

Beispiel: Ein international agierender Sportartikel-Händler betreibt in fünf Sprachen separate Shops zu vier Sportarten sowie Großkundenshops für Sportsponsoren. So entsteht ein System mit fast 30 Onlineshops.

Was muss bei der technischen Umsetzung beachtet werden?

Ein internationales Multishopsystem stellt die zugrundeliegende Systemarchitektur vor Herausforderungen. Das Shopsystem muss nicht nur mit mehreren Sprachen und Währungen umgehen können. Auch sollte es dem Händler größtmögliche Flexibilität in der Ausweitung seines Handelsmodells bei minimalem Arbeitsaufwand bieten. Durch die Arbeit mit mehreren Mandanten lässt sich der Pflegeaufwand eines Multishopsystems gering halten. Alle Produktdaten werden in einer zentralen Basis gepflegt. Bei einer geplanten Erweiterung können unkompliziert neue Shops implementiert werden, ohne dass dazu Veränderungen an der Produktdatenbasis vorgenommen werden müssen.

Welche weiteren Herausforderungen gibt es?

Außer der technischen Infrastruktur sind bei der Internationalisierung weitere Faktoren erfolgsentscheidend: die Erweiterung der Logistik, die strukturelle Ausweitung der Online-Marketing Maßnahmen auf die zusätzlichen Länder sowie die kulturelle Anpassung von Shop und Customer Service. Nationale Einkaufsverhalten und Kommunikationsweisen müssen beachtet werden um Marktakzeptanz zu erlangen.

Autor
Stephan Sigloch ist, zusammen mit Timo Weltner, Gründer und Geschäftsführer der E-Commerce Agentur NETFORMIC mit über 50 Mitarbeitern und Standorten in Stuttgart und Berlin. Seit über 10 Jahren steht die NETFORMIC GmbH für erfolgreiche Online-Lösungen von Onlineshops über Multichannel-Systeme bis zu Online-Marketing Strategien.

Der Weg zur Begehrlichkeit

Im Kampf um die optimale Platzierung bei Google und das Conversion Tuning bleibt häufig der Bestandskunde auf der Strecke. Warum ist für viele Händler der Kunde, der bereits gekauft hat und dessen Daten in der Datenbank liegen, so uninteressant?

Die Anstrengungen für die Neukundengewinnung sind enorm und eine ganze Branche hat sich rund um das Thema ausgebildet. Agenturen für SEO, SEM und Conversion Optimization werben um die Budgets der Onlineshops. Aber was ist mit dem Potential der Stammkunden?

Die meisten Onlineshops profitieren noch vom Gesamtwachstum des E-Commerce-Versandhandels. Ständig kommen neue Menschen ins Netz und kaufen immer mehr Dinge ihres Bedarfs im Internet. Dabei ist es dem Shopbetreiber relativ egal, ob der Kunde Neukunde oder Stammkunde ist. Kunde, Umsatz und fertig. Dabei weiß jeder aus eigener Erfahrung, dass man sich zunehmend „seine“ Shops aussucht und die Auswahl minimiert. Die Präferenzen werden jetzt gesetzt und es ist noch offen, wie shoptreu User künftig sein werden.

Das höchste Ziel für einen Shopbetreiber sollte die absolute Kundenzufriedenheit sein. Kunden sind dann zufrieden, wenn die Bestellung perfekt geklappt hat und die Lieferung rechtzeitig gekommen ist. Zufrieden ist der User aber auch, wenn der Shop gut sortiert ist, Produkte schnell auffindbar sind, wenn der Shop schnell ist, wenn die Bestellung einfach funktioniert. Nach dem zufriedenen Kunden kommt der begeisterte Kunde – der echte Fan. Kein Facebook-Fan, sondern ein echter Fan, der Ihren Shop zum Lieblingsshop erklärt und seinen Freunden und Bekannten davon erzählt.

Ihr Shop wird dadurch schrittweise selbst zur Marke. Wenige große, aber viele kleine Shops haben dieses Ziel schon erreicht. Sie wurden zur ersten Wahl für den User. Ratioform bei Verpackung, Herrenausstatter.de bei Herrenmode, Zalando bei Schuhen und Mode, Conrad Elektronik bei Bastlern und Tüftlern, Fahrrad.de bei Fahrrädern … Die Liste der echten Gewinner ist lang – die Liste der Shops, die es zu einer Identität geschafft haben.

Planen Sie die Optimierung Ihres Shops nicht anhand der offensichtlichen Trends und nach den Angeboten der lautesten Dienstleister. Agieren Sie wie eine Marke: Professionell, qualitativ, ausdauernd, konsequent in eine Richtung und immer mit dem Userbedürfnis im Fokus.

Autor
Johannes Altmann ist Gründer und Geschäftsführer der Shoplupe GmbH. Er berät mit seinem Team Online-Shops zum Thema Usability. Johannes Altmann ist Dozent an der Akademie des Deutschen Buchhandels und ist auf Tagungen und Veranstaltungen als Gastredner präsent.

Responsive Design, Mobile Templates oder native App?

Das Internet auf mobilen Endgeräten ist heute ständiger Begleiter. Für Sie als Händler bedeutet dies die Auflösung von einseitig konzentrierten Vertriebskanälen. Inzwischen sprechen Dienstleister und Shopbetreiber bereits vom No-Channel-Commerce.

Die Fixierung auf einen Vertriebskanal funktioniert, lässt aber Umsatzpotentiale durch ganzheitliche Lösungen ungenutzt. Mobile Commerce ist aktuell ein massiver Wachstumsmotor. Shop-Betreiber müssen sich die Frage stellen: Wie biete ich dem Kunden auf jedem seiner Endgeräte mit meinem Budget das bestmögliche Ergebnis?

Responsive Design – Geräteunabhängig 

Responsive WebDesign (RWD) bietet eine geräteunabhängige Basis. Es erlaubt mit CSS3 Mediaqueries verschiedene Darstellungen Ihres Templatesatzes für unterschiedliche Display-Auflösungen. Das bedeutet, Sie können Ihren HTML-Code für ein Smartphone anders gestalten, als z.B. für den Desktop-Browser.

Mobile Templates – Mehr Individualität

Sollte der Shopbetreiber weitere mobile Potentiale erkennen, so kann er zusätzlich zum Standard spezielle Templates für Smartphones ausspielen. Um nicht jedes Mobilgerät speziell unterstützen zu müssen, sollte bei mobilen Templates auch auf eine Responsiveness geachtet werden. Liegt schon ein responsiver Templatesatz vor, kann dieser als Basis genutzt werden.

Native App – Hohe Userexperience

Native Apps bieten sicherlich die beste Experience auf Mobilgeräten, erzeugen aber höhere Aufwände und sind geräteabhängig. Mit Apples neuem iOS7 könnten z.B. erneut Anpassungen erfolgen.

Fazit

Responsive Templates sind für Onlineshops heute Pflicht. Selbst Google empfiehlt mittlerweile explizit Responsiveness für ein besseres Ranking. Für bestehende Shops bietet sich auch ein Responsive Rebrush, also ein Relaunch mit unveränderten Funktionen aber responsivem Template, an. Responsive Shops können zusätzlich als Web App auf Smartphones eingebunden werden.

Mobile Templates machen durchaus Sinn, vergessen Sie aber bitte nicht, auch dem mobilen Google Crawler den mobilen Inhalt anzubieten. Mehrere Templates benötigen in der Shoppflege je nach Detailgrad zusätzliche Pflegeaufwände. Mobile Templates empfehlen sich für Shops, die bereits gut ausgestattet sind und einen schnellen mCommerce-Einstieg suchen.

Native Apps bieten die beste Experience, sind aber stark geräteabhängig und im Verhältnis teurer. Große Onlineshops die ihr Optimierungspotential ausreizen möchten, sollten Apps definitiv in Ihren Businessplan aufnehmen.

Weiterführende Links:


Autor
Während seiner 10 jährigen Erfahrung, hat Björn Lange bei TWT Interactive größere OXID-Shops technisch betreut. Seit nun fast zwei Jahren ist er CTO und Gesellschafter der WBL Konzept, eine kleine Agentur aus dem Herzen von Düsseldorf und betreut hier z.B. den Onlineshop Ella & Paul.