PIM-Integration in OXID eShop

PIM-Integration:
Die 5 wichtigsten Fragen 
für Händler mit OXID Onlineshop

Darauf kommt es für ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen OXID eShop und Product Information System an

Von Ernst Zellner, Geschäftsführer, PROCLANE Cloud Solutions

 

Händler mit umfangreichen Sortimenten, variantenreichen Artikeln oder internationalem Angebot kennen das Problem: Zum Beschreiben aller Artikel sind enorm viele Daten notwendig. Sie in den verschiedenen Quellsystemen immer aktuell zu halten und sicher zu stellen, dass alle Informationen an der richtigen Stelle im Shop erscheinen, ist immens aufwändig.

Immer mehr Unternehmen setzen deshalb PIM-Systeme ein, die direkt an den Onlineshop angebunden sind. Aber: Im PIM sind die Daten häufig anders strukturiert als im Shop, weil auch andere Kanäle bedient werden oder das PIM irgendwann unter anderen Voraussetzungen eingeführt wurde. Was bedeutet das für Betreiber von OXID Shops?

Fünf Themen, die PIM- und eCommerce-Verantwortliche für einen reibungslosen Austausch der Daten klären müssen:

Externe Steuerung von Varianten und Artikeln

Die Abbildung von Artikeln und Varianten ist in OXID gut gelöst – aber speziell. Sie baut auf dem Vater-/Kind-Prinzip auf: Ein oxarticle ist ein Vater-Produkt, das meist gar nicht selbst gekauft werden kann, aber grundlegende Informationen für die nachgelagerten Kinder-Produkte liefert. Beispiel: Das T-Shirt Modell „Anna“ kann man nicht erwerben, wohl aber die Varianten in Farbe Rot/Größe S, Farbe Rot/Größe M, Farbe Gelb/Größe S…

Farbe und Größe sind sogenannte „variantenbildende Merkmale“, die ein Produkt im Shop eindeutig und damit kaufbar machen. Im Shop eines Getriebeherstellers sind es vielleicht Übersetzung und Antriebsmoment. Im OXID Backend muss für diese mehrdimensionale Variantenbeschreibung beim Vaterprodukt zwingend das Feld „oxvarname“ gepflegt sein, beim Kind „oxvarselect“.

In PIM-Systemen sind viel mehr Attribute je Produkt hinterlegt, beim T-Shirt-Beispiel etwa Material, Länge, Pflege-Informationen… Artikel mit bis zu 50 Attributen sind keine Seltenheit. Viele Attribute können im Shop angezeigt werden – sie dienen aber nicht dazu, einen Artikel eindeutig zu klassifizieren.

Die oben beschriebene mehrdimensionale Variantenauswahl ist sehr gut aus einem PIM-System steuerbar, muss aber genau definiert werden: Wie erkennt der Shop, welche Attribute eines Produktes variantenbildend sind? Im crossbase-PIM beispielsweise sind die „Väter“ Produktgruppen, „Kinder“ eigenständige Produkte. In Viamedici bezeichnen die „Väter“ die Produkte, „Kinder“ stehen für Produktvarianten. Die genaue Definition der variantenbildenden Eigenschaften ist das erste ausschlaggebende Thema beim automatischen Befüllen von Onlineshops. Die Standard-Schnittstellen von PROCLANE stellen sicher, dass OXID Shops aus den unterschiedlichsten Systemen effizient befüllt werden können.

Kategorie-Filter

Ähnlich verhält es sich bei den Kategorie-Filtern: Auch hier müssen Händler im Vorfeld je Kategorie entscheiden, welche der vielen Artikel-Attribute zum Filtern im Shop verwendet werden sollen. Noch einmal das T-Shirt-Beispiel: Farbe und Größe sind gut als Filter geeignet, ebenso vielleicht Material oder Ärmellänge. In einer Kategorie für Hosen oder Schals sind andere Attribute relevant. In OXID kann je Kategorie gesteuert werden, welche Attribute zur Filterung angeboten werden. Im Sinne einer zentralen Pflege kann es sinnvoll sein, auch diese Zuordnung auf Kategorie-Ebene im PIM-System vorzunehmen und dann automatisiert an OXID zu übertragen.

Shop-Aktionen können ähnlich gepflegt werden: Kurzfristige Angebote lassen sich vielleicht am einfachsten über Shop oder ERP steuern. Die Kennzeichnung eines Artikels etwa als „Weihnachtsartikel“ aber lässt sich übersichtlicher im PIM steuern.

Shopmandanten, Master- und Subshops

In einem PIM-System werden alle Produktdaten eines Unternehmens zentral gespeichert und dann spezifisch ja nach Zielmedium oder Vertriebskanal ausgeleitet. In einem integrierten PIM-System muss diese Ausleitung auf das E-Commerce-Geschäftsmodell zugeschnitten sein: Die E-Commerce-Struktur bestimmt die Struktur der ausgeleiteten Daten.

Ein Beispiel: Sie betreiben drei eigenständige Shops für Deutschland, Österreich und den übrigen internationalen Markt. Sowohl der deutsche als auch der österreichische Shop nutzen deutsche Produktinformationen – aber nicht zwingend dieselben. Vielleicht benötigen Sie in Österreich weitere Attribute, vielleicht werden Kategorien unterschiedlich gebildet. In welcher Niederlassung ein Kunde einkauft, bestimmt, welche Daten aus dem PIM-System gezogen werden müssen.

Wenn PIM-System, Onlineshop und Integration gleichzeitig aufgesetzt werden, lässt sich diese Struktur ideal verwirklichen. In der Praxis sieht es häufig anders aus: In vielen Unternehmen sind PIM-Systeme vorhanden, bevor diese an einen Shop angebunden werden. Und die verschiedenen PIM-Lösungen strukturieren die spezifischen Informationen eines Artikels unterschiedlich: Sie können etwa am einzelnen Artikel oder auf Kanalebene gepflegt werden.

Im Rahmen einer Shop-Integration schaut man sich genau an, was sowohl für den Shop als auch das PIM-System sinnvoll ist. OXID ist in der Übernahme externer PIM-Daten zum Glück sehr flexibel. Ein PIM-Integrationsprojekt verläuft am effektivsten, wenn Sie die Anforderungen beider Systeme betrachten und Integratoren wie wir möglichst früh mit am Tisch sitzen.
 

Mehrsprachige Texte

OXID verwaltet sprachabhängige Artikeldaten über dynamisch gefüllte Felder innerhalb der jeweiligen Artikeltabelle – etwa als oxtitle, oxtitle_1 und oxtitle_2. PIM-Systeme haben jeweils unterschiedliche Ansätze zum Ausleiten mehrsprachiger Inhalte. Viamedici etwa gibt jede Sprache getrennt aus. Unsere Aufgabe als Shopintegratoren ist es, diese Informationen in OXID wieder in einem Artikeldatensatz zusammenzuführen.

Lösungen mit dem PIM-System Pimcore, das wir auch bei PROCLANE anbieten, können je nach Anbieter sehr unterschiedlich aussehen. Dementsprechend vielfältig sind die Ansätze in der Integration. Andererseits hatte PROCLANE hier die Möglichkeit, für den häufigen Anwendungsfall OXID eShop plus ERP-System von SAP, SOG, Infor etc. plus PIM eine perfekt integrierte, fertige Integrationslösung aufzubauen.

SEO-Texte und artikelspezifische Suchbegriffe

Artikelbezogene Informationen zur Suchmaschinenoptimierung und artikelspezifische Suchbegriffe („Kapuzenpullover“ und „Hoodie“) lassen sich in OXID gut abbilden. Wenn aber ein PIM im Einsatz ist, erleichtert es Content Managern die Arbeit, wenn sie möglichst wenig zwischen Systemen wechseln müssen. Wir empfehlen deshalb, auch Informationen etwa für die oxsearchkeys im PIM-System zu verwalten und automatisch auszuleiten.

Dieser Tipp gilt generell für die Integration von PIM-Systemen und Webshops: Schaffen Sie sich den maximalen Überblick im PIM-System. PIM-Systeme sind darauf ausgelegt, umfangreiche Produktinformationen übersichtlich darzustellen. Wenn Sie Daten automatisch austauschen, nutzen Sie das, um möglichst viele Informationen an einer Stelle (und durch eine Person) pflegen zu können.

AUTOR:

Ernst Zellner ist Geschäftsführer von PROCLANE Cloud Solutions und einer der führenden Spezialisten für Data Integration im E-Commerce im deutschsprachigen Raum. Er hat mehr als 300 Integrationsprojekte betreut, sowohl für Unternehmen als auch für OXID Partner. PROCLANE bietet standardisierte Schnittstellen für Data Integration im E-Commerce, über die PROCLANE-Plattform IntegrationMan und via SAP CPI. Außerdem stellt PROCLANE vorgefertigte Pimcore- und OXID Lösungen für den B2B-Handel zur Verfügung.


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