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Gastblog: Application Performance Monitoring – Fakten statt Blindflug

Applikationen bilden die Lebensader moderner Unternehmen: Hochkomplexe E-Commerce-Plattformen bedienen die vielfältigen Kundenanforderungen nach mobilem Shopping und multimedialen Produktdarstellungen. Kurze Ladezeiten sind zentraler Bestandteil einer guten User Experience und wirken sich direkt auf den Erlös eines Unternehmens aus. Denn der Umsatz verlagert sich zunehmend auf digitale Kanäle. Ausfallzeiten werden immer teurer und langsame Ladezeiten beeinträchtigen massiv die Conversion Rate und letztlich die Kundenzufriedenheit. Die Nutzer verbringen nur dann gerne ihre Zeit im E-Commerce Shop, wenn dieser reibungslos und schnell funktioniert. Bereits ab drei Sekunden Ladezeit kann es kritisch werden, der nächste Shop ist nur wenige Klicks entfernt.

Application Performance Management (APM) ist ein unentbehrliches Instrument, die Performance zu optimieren, die Verfügbarkeit der Anwendungen zu sichern und die Komplexität der Auswertung zu reduzieren. Gerade dynamische Web-Applikationen erfordern eine große Anzahl unterschiedlicher Plattformen, Datenbanken und Frameworks, um die erwartete Geschwindigkeit und Flexibilität zu gewährleisten. Die Transaktionen erfolgen unter Einbeziehung der kompletten Infrastruktur: APM liefert über entsprechende Dashboards eine umfassende Analyse der Applikation über alle beteiligten Komponenten hinweg.

Die Verbindung von erhöhter Komplexität der Plattform, forcierter Geschwindigkeit von Innovationen und gestiegenen Kundenerwartungen an Performance und Verfügbarkeit werden zu einer zentralen Herausforderung für Unternehmen. Um eine überdurchschnittliche User Experience und die Performance sicherstellen zu können, muss deshalb an vielen Stellschrauben gedreht und gleichzeitig die Übersicht behalten werden. APM hilft, die gesamte Applikations-Infrastruktur in den Blick zu nehmen und wird zum Mittel der Wahl, um die notwendige Transparenz zu schaffen und innerhalb kürzester Zeit geeignete Maßnahmen ergreifen zu können. Dabei wird beim APM zwischen dem aktiven (bzw. synthetischen) und dem passiven Monitoring unterschieden, das auch Real-User-Monitoring genannt wird. Beim aktiven User-Monitoring werden Web-Applikationen von außen mittels sogenannter Robots von unterschiedlichen regionalen Messpunkten aus analysiert. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass Analysen schnell und ohne Konfigurationsanpassungen durchgeführt werden können. Es bietet so erste aussagekräftige Ergebnisse über kritische Nutzungspfade innerhalb von oder auch zwischen Applikationen. Weltweite Messpunkte (PoPs) liefern qualifizierte Aussagen über regionale Verfügbarkeiten. Darüber hinaus eignet es sich sehr gut für Benchmark-Analysen, die zeigen, wo mein Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb steht. Im Gegensatz dazu hilft Real User Monitoring, die aktuelle Performance zu prüfen, während reale Kunden eine Applikation nutzen. Es werden Fehler und vor allem Fehlerursachen gefunden, sobald sie entstehen und damit die Möglichkeit eröffnet, sie direkt den zuständigen Kompetenzträgern zuzuführen. Application Performance Management bietet die Chance, durch den Fokus der Applikation die Anforderungen des Business und der IT zu verbinden und liefert gleichzeitig eine Antwort auf die enorm gestiegene Komplexität der beteiligten Komponenten. Mit APM wird es „realtime“ möglich, zu identifizieren, welche Nutzer genau welche spezifischen Performance-Probleme haben. Über die Grenzen der Fachbereiche hinweg können so zeitnah die relevanten Personen für eine umgehende Problemlösung identifiziert werden.

Ein weiteres Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von APM ist das Release Management: Geschwindigkeit ist ein wesentliches Element der Digitalisierung; ein automatisches Deployment der Software Services im Rahmen von DevOps-Betriebsmodellen wird immer mehr zum Standard. Der Vorteil liegt in einer engen Verzahnung der Entwicklungs-, Test- und Betriebsprozesse. Doch nur wenn sich die neuen Releases unterbrechungsfrei in den laufenden Betrieb einfügen und die neue Software vollständig die Performance-Anforderungen erfüllt, werden die erwünschten Effekte erzielt. Application Performance Management unterstützt dabei, diese Risiken in Echtzeit zu kontrollieren und die Performance-Qualität der Innovationen zu sichern.

Dabei ist Application Performance Monitoring immer stärker als eine zentrale Komponente in einem umfassenden Betriebsprozess zu sehen, der eine vollständige End-to-End-Verantwortung gewährleistet und häufig auf darauf spezialisierte Managed Service Provider übertragen wird, die ihre Kunden bei Überschreitung von vereinbarten Qualitätsparametern proaktiv informieren. Das führt zu einer deutlichen Reduzierung von Risiken, insbesondere bei der Einspielung neuer Releases. APM leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung des Geschäftserfolgs. Denn Kunden- und Nutzerzufriedenheit und letztendlich der Umsatz eines Unternehmens hängen heute wesentlich von einer überzeugenden Applikations-Performance ab.

Autor:

ingo_rill_150px_swIngo Rill ist Marketing Director bei Claranet und verantwortet die Bereiche Kommunikation und Produktmanagement. Zuvor arbeitete er als Produktmanager und Leiter Networks bei einem IT-Dienstleister im Gesundheitswesen. Als Projektmanager bei verschiedenen Digital-Agenturen leitete er zahlreiche große Webprojekte.

Über Claranet
Mit integrierten Hosting- und Netzwerk-Services unterstützt Claranet Unternehmen, sich auf ihr Kerngeschäft statt auf den Betrieb von IT-Infrastrukturen zu konzentrieren. Gartner positionierte Claranet im „Magic Quadrant 2014“ als ein führendes Unternehmen für Cloud-Enabled Managed Hosting in Europa. Der Managed Service Provider unterhält 32 Rechenzentren in Europa und betreibt mit seinen etwa 800 Mitarbeitern große Hosting-Umgebungen, beispielsweise in den Bereichen Big Data, Portale und eCommerce für Kunden wie Leica, Aktion Mensch, N24, Flaconi und Outletcity.