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„Haben Sie noch Tickets?“

Die DMEXCO 2019 auf dem Weg zum nachdenklichen Digital-Event

Vergangene Woche am 11. und 12. öffnete die etablierteste Digitalmesse Deutschlands wieder ihre Pforten. Wie angekündigt („DMEXCO 2019 – Und jährlich grüßt das Branchenevent“) repräsentierte OXID auch dieses Jahr mit großem Partnerstand das E-Commerce Business in Halle 7. Konnte uns das Event nach so vielen Jahren noch überraschen?

Beziehungsstatus „nicht mit und nicht ohne“?

Sagen wir es gerade heraus: die DMEXCO ist eine große Marke und rot im Kalender jedes Digital-Akteurs angestrichen – aber leicht hat sie es nicht.

In den letzten Jahren haben sich nicht nur sehr viele, sondern auch sehr viele gute neue Digital-Events etabliert. Sie alle sehen sich nun der schwierigen Herausforderung gegenüber, dass sie sich gegenseitig die Besucherströme anzapfen.

DMEXCO, K5, OMR, InternetWorld und wie sie alle heißen, plus diverse internationale Branchen-Konferenzen und Haus-Messen: so wenig man sie ignorieren kann…, auf allen präsent zu sein ist schon allein durch Parallelveranstaltungen inzwischen nur schwer möglich. Aber Unternehmen möchten das vielleicht auch gar nicht.

Volle Präsenz und Fokus sind in Zeiten von Reizüberflutung essentiell. Unternehmen wollen nicht zu allen, sondern zu den richtigen Events gehen. Man will nicht mit allen, sondern mit den richtigen Unternehmen, Kunden, Partnern, Experten sprechen. Das weiß auch die DMEXCO.

Gute Gründe für die DMEXCO Präsenz

Was man sich von der 2019er dmexco wünschte/befürchtete/erhoffte war sogar selbst Teil der Vorabkommunikation: von Konferenzprogramm bis App und WLAN – nichts bliebt unkommentiert.

Unter neuer Führung von Dominik Matyka (Chief Advisor der dmexco) und neuer Konferenzleitung durch Judith Kuehn (Director Conference) hatte das Event einen hohen Anspruch sich zu verändern und dies weitestgehend auch eingelöst. Das Motto „trust in you“ führt jeglichen Intepretationsversuch sofort in Richtung Werte, Authentizität und Verlässlichkeit. Ein hoher Anspruch für eine Branche, die das all zu gern und vielleicht auch viel zu lange ausgeklammert hat. Die allermeisten DMEXCO-Gänger honorierten soviel Novum in relativ bekanntem Rahmen höflich. Am Ende war die DMEXCO noch immer die DMEXCO.

Dabei war die gesamte Veranstaltung nicht ohne Sprengkraft. Wer Rednern eine Bühne bietet, die von den nebenan ausstellenden Googles und Facebooks sagt, dass sie über Zielgruppe und Reichweite lügen und das menschliche Dasein bedrohen, dem mangelt es nicht an Mut.

Dass dieses Erdbebenpotential sich dann aber doch als wohlwollend-fröhliches Getümmel einer großen Community realisiert, hat manche enttäuscht, lag aber wohl in der Natur der Sache.

Was diesmal auch noch anders war

Denn letztlich möchten sich DMEXCO-Kenner am Ende des Tages nicht daran aufhängen, ob einzelne Vortragsslots, das WLAN oder die Event- App die Erwartungen erfüllten. Sie setzen den Schwerpunkt woanders.

Fakt ist, dass für die meisten Aussteller und Besucher die DMEXCO eben kein Bildungs- sondern vor allem ein Businessevent ist: Die Konferenz sollte überzeugen, aber die Messe mit der Ausstellerfläche ist zentral!

Und da muss man erwähnen: es waren nicht alle bekannten Gesichter da, mit denen gerechnet wurde. Für manche war DMEXCO 2019 kein Pflichttermin mehr.

Die kommunizierten Zahlen von 40.000 Besuchern und knapp 1.000 Ausstellern wurden von einigen angezweifelt. Es wäre übertrieben mit sorgenvollen Gedanken an die CeBIT gleich einen Abgesang anzustimmen. Dennoch war in manchen Hallen Leerstand deutlich zu bemerken. Viele Stände hatten sich im Vergleich zum Vorjahr verkleinert und kamen nicht mehr mit der Top-Riege des Unternehmens. Ganz neue Aussteller waren hingegen kaum zu finden.

Dennoch war die Stimmung ausgezeichnet, je nach Halle war im Ausstellungsbereich „ richtig was los“. Das lag vor allem auch an dem Phänomen, dass viele ehemalige Aussteller sich dann doch nicht ganz fernhielten, sondern als Besucher kamen, um sich „einfach mal umzuschauen“ und zu bewerten.

Und das Umschauen lohnte sich, denn – auch hierbei muss man ehrlich sein – an den gezeigten Standards für Standkonzepte, Screens & Licht und Eventkommunikation und das nicht nur von Facebook, Google und Co. müssen sich andere Digitalevents messen lassen. Die DMEXCO hat Klasse.

Digital people – Feel good vibes 😀

Wir selbst hatten uns auf die DMEXCO voll eingelassen, um mit einem großen Konzept- und Partnerstand ein komplettes Erlebnis versammelter Digitalkompetenz bieten zu können. Aus unserer Sicht waren es zwei großartige Tage.

Es sind die Erfahrungen und das Mensch-zu-Mensch-Erlebnis, das man nicht missen möchte. Unsere Technologie- und Agenturpartner aber vor allem auch unsere Kunden und laufenden Projekte schätzen die Nahbarkeit des versammelten Teams an einem Ort. Das Event hatte eine gute Energie und Atmosphäre, die jeden in unserer Nähe erfasste, und das lag sich nicht nur an dem Mini-Workout mit Vitamin-Cocktail unseres Smoothie-Bikes. 😉

Launch-News, Kompetenz und Know-how-Transfer

Inhaltlich bearbeiteten wir weiterhin das immer wichtiger werdende Thema von KI-Anwendungen wie Personalisierung im E-Commerce. Desweiteren wir stellten wir unser neues Enterprise Cloud Offering vor, das erst kurz vor dem Event veröffentlicht und wahrgenommen worden war.

Teil des großen OXID Stands waren econda, mit KI und Personalisierung, DIXENO für Marktplatz-Konzepte, die Channel-Experten von brickfox, dotfly Digitalagentur für prämierte Shops, Europas teuerstes Fintech-Startup Klarna und die internationalen Content und Media Produktionsexperten von Laudert Home of Media. (Laudert schreibt eine eigene Review der dmexco hier: „Vertrauen im Marketing: Dmexco rückt ethische Fragen in den Blickpunkt“)

Michael Atug ist im Moment eine der umtriebigsten und bekanntesten Persönlichkeiten im deutschen Onlinehandel. Ob auf der Bühne, in seiner erfolgreichen Facebook Gruppe Multichannel Rockstars oder als Feedbackstimme für Plattformbetreiber wie eBay selbst: alle schätzen seine offene und zugewandte Art und seine No-Bullshit-Bingo-Attitüde. Was oft aus dem Fokus gerät: der Marktplatzexperte ist selbst als Händler im B2B-Geschäft tätig. Damit war er für uns der ideale Kandidat die Interviewserie „Vitamin B“ zu begleiten.

Wir drehten direkt auf der dmexco; denn wo sonst findet sich eine so hohe Dichte gesprächsbereiter Experten!?

Alle Video-Interviews sind im OXID Youtube Channel über die Playlist E-Commerce Update: „Vitamin B2B“ zu finden.

Fazit: Mit der DMEXCO ist zu rechnen

Die DMEXCO 2019 war in Summe ein lohnendes und spannendes Event. Das erkennt man vor allem auch daran, dass selbst Kritiker auf eine Teilnahme nicht ganz verzichten wollten.

Das Networking ist nach wie vor erstklassig; weil eben die allermeisten letztlich doch da waren. Bei uns wie bei vielen anderen hieß es kurz vor knapp dann von mehreren Seiten noch: „Habt ihr noch ungenutzte Tickets? Also, nur für die Messe…“

‚Wasch mich, aber mach mich nicht nass.‘ heißt das berühmte deutsche Sprichwort dazu. Oder ein bisschen schöner auf Englisch (nebenher bemerkt: Tolle internationale Speaker dieses Jahr auf der Bühne! Auch das ein großes Plus):

‚You cannot have the cake and eat it“

Nun – manchmal eben doch. Dann nämlich, wenn jemand anderes genügend Kuchen, beziehungsweise Tickets, übrig hat.

Und es ist auch ein Stück der Wahrheit der #dmexco19, dass am Schluss dann eben doch noch genug Tickets übrig waren.

Autorin:

Caroline Helbing, OXID eSales

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Vivobarefoot zeigt, warum Multichannel Muss ist im Fashion Retail

Weil der Barfuß-Spezialist den Kundendialog ernst nahm, wurde der Onlineshop um Ladengeschäfte ergänzt

Während der klassische stationäre Handel unter dem Digitalisierungsdruck ächzt und nach sinnvollen Onlinekonzepten sucht, startete Vivobarefoot aus der entgegengesetzten Richtung. Dem Online-Pureplayer wurde schnell klar, dass gute Customer Experience einen lokalen Touchpoint braucht. Heute hat das britische Brand in Deutschland einen überzeugenden Multichannel-Vertrieb aufgebaut.

Minimalisten mit Mission

Gesundheit und Mobilität beginnen bei den Füßen! Seit 2003 entwickelt Vivobarefoot minimalistische Schuhe für die Barfuß-Community, die dem reinen Running-Segment längst entwachsen ist.

In Deutschland wird der britische Barfuß-Hersteller von EOD European Online Distribution GmbH vertreten. Die Online-Experten etablierten die Marke nicht nur im deutschsprachigen E-Commerce. Mit dem Launch eines Franchise-Konzepts und einer wachsenden Zahl von Concept Stores entwickelten sie ihre digital-first-Prozesse in den Point-of-Sale hinein und bauten ein komplexes Multichannel-Marketing auf.

Fitness Influencer stellen in diesem Vidoe den Vivobarefoot Store in Köln vor. Er ist der größte Barfußstore in Deutschland.

Echter Dialog statt One-Way-Kommunikation

Inzwischen gibt es heute deutschlandweit inzwischen 14 Vivobarefoot Concept Stores und Concept Corners in großen und mittelgroßen Städten. Hier werden nicht nur die Kollektionen präsentiert und mit Barfuß-Pfaden erfahrbar gemacht. Mit Individualberatung, Fußanalysen, Barfuß-Laufkurse und Coachings gehen die Spezialisten für aktives Gehen und Wohlbefinden auf ihre Kunden-Community ein, die eben mehr sucht als „nur“ einen Schuh.

Der Vivobarefoot Flagship & Education Store in Köln mit eigener Academy und nahtlos integriertem, digital-lokalem Kundenservice. Vorn links im Bild: das digitale Schaufenster.

Influencer-Kampagnen, Nachhaltigkeitsprojekte und Hintergründe zur Schuhherstellung sind fester Bestandteil der Customer Experience einer Marke, die stolz darauf ist, neue „grüne“ Materialien zu erforschen und eine Vielzahl veganer Modelle im Portfolio zu haben. Bis zum Jahr 2020 sollen bei Vivobarefoot für das gesamte Sortiment 90% nachhaltige Materialien genutzt werden.

Das alles vermittelt nicht nur das Personal vor Ort. Das erlebt der Kunde auch über interaktive Schaufenster, die den kompletten digital Content ausspielen können. Während und außerhalb der Öffnungszeiten.

Multichannel komplett: Online – Social – Mobile – Retail

Doch das Bemerkenswerte an Vivobarefoots Best Practice Beispiel ist, dass Multichannel wirklich als „multi“ verstanden und jeder Kanal ernst genommen wird.

  • Content Marketing: Integriertes Magazin im Onlineshop
  • Voll responsive Template
  • Store- und Händler-Finder
  • Interaktive Touch-Store-Fenster mit POSeidon Digital
  • Fehlertolerante Suche
  • Starke, aktive Community

Die vielen sehr unterschiedlichen Touchpoints werden alle mit Herzblut bedient: vom Fachmagazin über Profi-Trainer vor Ort und Nachhaltigkeitsprojekte online wie offline. Etwa der Point-of-Sale überzeugt mit state-of-the-art Ladenbau und auch auf dem digitalen Angebot – das bereits als Pureplay sehr erfolgreich war – ruht sich das Team nicht aus. Vielmehr hat das Digital-Team den Anspruch, Neuerungen sofort umzusetzen und für die Kunden nutzbar zu machen.

Das interaktive Touch-Store-Fenster ist mit dem OXID Shop verknüpft und bietet von Content bis Checkout 24/7 Service.

Das Multichannel-Konzept in Zahlen

  • 9 Mandanten, OXID Enterprise Edition
  • 100+ Mitarbeiter in Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Logistik & den Stores
  • 2 zertifizierte OXID Entwickler
  • 12 Jahre OXID In-house Entwicklung
  • Jeweils 5 MitarbeiterInnen in der Entwicklung und im Marketing
  • Bis zu 2.000 Pakete verlassen pro Tag die Logistik
  • 14 Concept Stores/Corners
  • 17 Recycling-Flaschen pro Schuhpaar
  • 9.000 Aufrufe/Monat & Shop über interaktives Shoppingfenster
  • 33K Facebook-Fans

Multichannel in der Timeline

Gute Konzepte müssen wachsen. Diese sehr einfache Wahrheit wird heute in vielen Diskussionen um die neusten Omnichannel-Ansätze gern vergessen. Damit eine Multichannel-Strategie aufgehen kann, muss sie von den Kunden angenommen werden. Das ist in den allermeisten Fällen keine Von-Null-auf-Hundert-Geschichte, sondern eine mutige Mischung aus Kontinuität und immer wieder neuen Experimenten. Vivobarefoot blickt mit seinem Mulitchannel-Vertrieb bereits auf sieben erfolgreiche Jahre zurück, in denen Innovation gewagt und dennoch die Balance gehalten wurde. Anders als bei vielen klassischen Retailern ist für sie daher ‚Multichannel‘ heute kein PR-taugliches Feigenblatt, sondern ein solides Geschäft, das sich bewährt und schon viele Wachstumjahre hinter sich hat.

2011Launch VIVOBAREFOOT GERMANY online
2012EOD GmbH wird Generalimporteur VIVOBAREFOOT Deutschland
2012Eröffnung erster Concept Store (Freiburg im Breisgau)
2013Start VIVOBAREFOOT Franchise Konzept
2015Eröffnung erster VIVOBAREFOOT Flagship Store (Köln)
2016Launch Ländershop Schweiz
2018Umzug der EOD GmbH (größeres Lager / neues Büro)
2018Launch digitales Schaufenster Flagship Store Köln
2019Launch digitales Schaufenster Concept Store Freiburg

Fazit

Das Beispiel von Vivobarefoot beweist eindrucksvoll, wie sich Onlineshop und Ladengeschäft im Fashion Retail stützen können, wenn der Kunde im Mittelpunkt steht.

Entsprechend waren die wichtigsten Bausteine zur Erfolgsgeschichte sicherlich der strategische Aufbau des Brands und die hohe Digitalkompetenz des Unternehmens. Im Gegensatz dazu zeigte sich, dass fehlende Erfahrung im traditionellen Handel am Point-of-Sale durch Leidenschaft, Offenheit und Innovationsfreude wettgemacht werden können.

Angesichts dessen stellt man ganz unwillkürlich den Vergleich zu Apples iPhone und Tesla an, die als branchenfremde Unternehmen mit ihren Produkten ganze Marktsegmente disruptiv revolutioniert haben. Genauso müssen die erfolgreichen Ladengeschäft-Konzepte von morgen nicht unbedingt aus dem Offline-Retail kommen.

Eher im Gegenteil, wie wir von Vivobarefoot lernen können. Vielmehr sind ein unverstellter Blick und der absolute Fokus auf die Bedürfnisse des Kunden die beste Voraussetzung für den Erfolg.

Autorin:

Caroline Helbing, OXID eSales

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Gastblog: Loyalität zahlt sich aus – 3 Tipps für mehr Kundenbindung im E-Commerce

(by Corinna Bihler, Social Media & Content Manager, parcelLab)

Zwei Drittel der Kunden kaufen ihr Produkt nicht in dem Webshop, in dem sie mit der Suche begonnen haben. Warum ist das so? Und wie können Onlinehändler die Bindung zu ihren Kunden erhöhen?

Viele Kunden kaufen bei Amazon, Zalando & Co., da sie wissen, dass sie dort den notwendigen Kundenservice erhalten, den sie brauchen. Für andere Onlinehändler wird es dadurch aber immer schwieriger, sich gegen die Großen im Markt durchzusetzen, denn es ist doch so: Kunden werden immer anspruchsvoller. Sie erwarten die bestmögliche Customer Experience und zwar entlang der gesamten Customer Journey. Gar nicht mal so einfach für „normale“ Onlinehändler.

Wieso ist Kundenbindung eigentlich so wichtig?

Es kostet fünfmal mehr einen neuen Kunden zu gewinnen, als einen Bestandskunden zu halten. Studien zeigen, dass eine um fünf Prozent erhöhte Kundenbindung das Unternehmen um bis zu 75 Prozent profitabler machen kann. Der Vorteil von Kundenbindung liegt außerdem in der Chance Cross- sowie Up-Selling Potentiale zu nutzen. Zufriedene Kunden geben nämlich auf Dauer mehr Geld aus als Neukunden, die oftmals vorwiegend auf Schnäppchen aus sind. Wer zufrieden mit einem Webshop ist, der wird diesen auch mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Freunden und Bekannten empfehlen. Weiterempfehlungen sind nicht zu unterschätzen und können ohne großes Zutun eine Menge Neukunden akquirieren. Wie kommen Onlinehändler nun also zu mehr Kundenbindung?

Der Weg zu mehr Kundenbindung im E-Commerce

Der Weg ist lang, aber am Ende lohnt es sich. Zufriedene Kunden werden bestenfalls zu Bestandskunden und können den Umsatz des Onlinehändlers ordentlich steigern. Dafür müssen Händler jedoch etwas tun, denn von nichts kommt nichts.

1. Das gewisse Etwas bieten
Onlinehändler gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Deshalb ist es auch umso wichtiger, sich von der Konkurrenz abzuheben und seinen USP herauszustellen. Dabei sollte man sich fragen, was man den Kunden bieten kann, das sonst kein oder nur wenige Onlinehändler bieten können? Das Thema Branding ist hier von großer Bedeutung. Die Devise: Versuchen nicht wie alle anderen zu sein. Ob man sich nun durch seinen Webauftritt, einem ausgefallenen Produkt oder kreativen Marketingkampagnen von der Konkurrenz abhebt, ist dem Händler dabei selbst überlassen.

Das gewisse Etwas im Onlineshop bieten
Onlineshops gibt es mittlerweile wie Sand am Meer – bei dem vielseitigen Angebot fällt die Entscheidung schwer.

2. Persönliche und zuverlässige Kundenkommunikation
Eine geeignete Kundenkommunikation ist das A und O, wenn es um das Thema Kundenbindung geht. Kunden sollen zu jeder Zeit mit für sie relevanten Informationen versorgt werden. Dabei ist es wichtig, alle Phasen der Customer Journey abzudecken – sowohl vor, während als auch nach dem Kauf. Ein zuverlässiger Kundenservice sollte zu jedem erfolgreichen Onlineshop gehören. Was jedoch oft vergessen wird: Kunden sollten auch nach der Bestellung noch mit wichtigen Informationen versorgt werden. Das heißt: Der Versand ist für viele Kunden der emotionalste Bestandteil der Customer Journey. Das Warten auf das Paket spielt dabei eine große Rolle. Jedoch lassen viele Onlinehändler ihre Kunden in dieser Phase allein. Ein großer Fehler! Auch während des Versands und darüber hinaus sollten sie in stetigem Kontakt mit ihren Kunden stehen. Nur so können sie auf eventuelle Abweichungen und Rückfragen angemessen reagieren.

Persönliche und zuverlässige Kundenkommunikation anbieten
Persönliche und zuverlässige Versandkommunikation ist das A und O.

3. Wünsche von den Augen der Kunden ablesen
Es ist wichtig zu wissen, was Kunden möchten. Ihre Wünsche und Erwartungen sind ausschlaggebend dafür, ob sie dem Händler ihre Loyalität schenken. Wissen was der Kunde möchte – doch wie? Eigentlich ist es nicht schwer herauszufinden, was Kunden möchten. Durch Kundenzufriedenheitsbefragungen oder Bewertungsmöglichkeiten können Händler erfahren, wie sie ihre Kunden (noch) glücklicher machen können. Hierbei ist es zusätzlich wichtig, dass Onlinehändler ihren Kunden keine leeren Versprechungen machen. Alles, was sie dem Kunden versprechen, sollten sie auch einhalten können. Kunden möchten wertgeschätzt werden. Hier kommt ein Buzzword zum Einsatz: Personalisierung! Kunden möchten zunehmend persönlich betreut werden – so wie sie es auch vom stationären Handel erwarten. Personalisierte Newsletter oder Rabattaktionen können ein geeignetes Mittel sein, um Kunden die nötige Wertschätzung zukommen zu lassen.

Kundenbewertungen helfen dabei, die Erwartungen und Wünsche der Konsumenten aufzudecken.

Der Versand ist einer der Schlüssel zur Kundenbindung

Onlinehändler vernachlässigen die Versandphase oft komplett. Dabei ist sie eine der wichtigsten Bestandteile der Customer Journey und ausschlaggebend für die Kundenzufriedenheit. Das Warten auf das Paket ist die heißeste Phase im Einkaufsprozess. Hier sollte also nichts schief gehen.
Wie können Onlinehändler ihre Versandprozesse optimieren und zufriedene Kunden zu Bestandskunden machen?

1. Alternative Zustellangebote
Kunden möchten gerne entscheiden, wo sie ihr Paket abholen. Die parcelLab E-Commerce Versandstudie 2018 hat herausgefunden, dass 69 Prozent der deutschen Top-100-Onlinehändler ihren Kunden die Abholung des Pakets aus einer Packstation anbieten. 15 Prozent der Top-100-Onlinehändler bieten ihren Kunden ausschließlich die Lieferung nach Hause. Hier besteht auf alle Fälle noch Verbesserungspotenzial.

Alternative Zustellangebote
Kunden möchten gerne selbst bestimmen, wo sie ihr Paket abholen.

2. Expresszustellung und Same-Day-Delivery
Wer kennt es nicht: Man hat einen anstehenden Geburtstag vergessen und benötigt nun auf den letzten Drücker noch ein passendes Geschenk. Dann wählen Kunden natürlich den Onlineshop, der ihnen Expresszustellung bzw. Same-Day-Delivery bieten kann. Beim Thema Same-Day-Delivery sind die Top-100-Onlinehändler bereits gut aufgestellt. 89 bieten ihren Kunden diese Zusatzleistung an. Beim Thema Expresszustellung ist jedoch noch Luft nach oben.

Expresszustellung und Same-Day-Delivery
Für kurzfristige Bestellungen setzen Kunden auf Onlineshops mit Expresszustellung bzw. Same-Day-Delivery.

Fazit
Eine stabile und positive Bindung zu seinen Kunden aufzubauen, ist ein langer und steiniger Weg, der sich am Ende jedoch auszahlt. Kundenbindung kann den Umsatz steil ansteigen lassen. Wer bis jetzt also eher auf die Gewinnung von Neukunden gesetzt hat anstatt seine bestehenden Kunden zu halten, der sollte seine Strategie nochmal überdenken. Wer alles, was nach dem Abschicken der Bestellung kommt, bis jetzt vernachlässigt hat, sollte sich das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Am Ende ist es nämlich gar nicht so schwer eine Bindung zu seinen Kunden aufzubauen.

Autor:

Corinna Bihler, Content Manager bei ParcelLab

Corinna Bihler ist Content & Social Media Manager bei parcelLab und eine passionierte Onlineshopperin. Sie ist ständig auf der Suche nach interessanten E-Commerce-Trends und -Themen für den Blog sowie Social Media. parcelLab sorgt für die perfekte Kommunikation zwischen Händlern und ihren Kunden von der Bestellung über den Versand bis zur Retoure – unabhängig vom Logistikdienstleister.

Future Retail, future markets – der Wandel betrifft alle!

Recap K5 Conference 2019

Das E-Commerce Jahr 2019 hat Halbzeit. Sechs Monate ist es her, dass die Trendprognosen des ausklingenden alten und anklingenden neuen Jahres verkündet wurden. Das Schöne an dynamischen Märkten und der Digitalisierung im Retail ist, dass man sehr bald weiß, ob sie richtig waren oder nicht.

Schon allein deswegen liegt die K5 Berlin #K5BLN in der Jahresmitte sehr günstig. Aber auch wegen ihres Programms, des Speaker Line-ups und der Teilnehmerschaft ist sie (wenn nicht das E-Commerce Meetup überhaupt) eines der wichtigsten deutschen E-Commerce Events.

Begeisterte Stimmen und ein Gefühl der Atmosphäre vor Ort im offiziellen Recap Video.

Von wegen „Retail“: E-Commerce Crossover!

Aus dem Retail ist die K5 (bzw. Live Shopping Days) vor neun Jahren gestartet, den Retail trägt sie noch immer in der Tagline. Was man aber eigentlich präsentiert bekommt, sind die wichtigsten Geschäftsfelder für E-Commerce.

Zum Glück! Denn E-Commerce ist nicht mehr, was er früher war. ‚Plattform‘ war vermulich das am häufigsten verwendete Schlagwort.
Auch B2B-Konzepte sind quasi durch die Hintertür in fast alle Themenblöcke hineindiffundiert.
Und selbst der Tod des klassischen E-Commerce würde verkündet. Eine gute Portion Drama gehört schließlich auch zu einer gelungenen Experience. 😉

Internationalisierung und globale Player sind zwar auch als wichtige Themen behandelt worden, aber eher in der dritten Person. De facto fehlt es auf der Bühne nach wie vor noch an internationalen Speakern.

Zudem sind Gründer- und M&A-Themen zusammen mit dem traditionellen Retail Mittelstand noch stärker vertreten als alles andere.

Unterm Strich reflektiert diese Zusammensetzung aber eben auch wahrheitsgemäß den Status quo der aktuellen Debatte in der deutschen Digitalszene, die von Fashion, Lifestyle und neuen Konzepten angeführt wird.

Schlaglicht Re-Commerce:
Momox entsagt der Elektronik und zeigt sich agnostisch

Mein Lieblingswort der Konferenz war (mit Abstand) der von Heiner Kroke verwendete Terminus ‚verkaufskanalagnostisch‚. So bezeichnetet der CEO von Momox während des Elektronik-Panels die Devise seines Unternehmens bei der Gewinnung von Neukunden und Marketshare. 

Momox mit Sitz in Berlin ist größter deutscher Ebay-Händler sowie weltweit erfolgreichster Händler auf Amazon Marketplace (Momox ist weltweit erfolgreichster Händler auf Amazon Marketplace) und hat seine Marktplätze im Griff wie kein Zweiter.

Dennoch setzt das Re-Commerce Unternehmen ganz gezielt auf eigene Websites (u.a. https://www.medimops.de/ auf OXID Technologie). Mit Erfolg: über die eigenen Kanäle geht nach ihrer Aussage auch der meiste Umsatz: von 30-40% der Bücher und Medien und bis zu 80% bei Fashion.

Die Elektronik-Sparte hat der erste deutsche Re-Commerce’ler inzwischen eingestellt – wegen zu geringer Marge. Re-Commerce, so Kroke, sei eben kein Preis- sondern ein Zeitoptimierer. Und Elektronik drehe einfach nicht schnell genug.

Schlaglicht Food:
Getnow versteht sich als „Kitt“ für die letzte Meile

Eine spannende Gegenüberstellung bot das Food & Delivery-Panel mit drei äußerlich ähnlichen, aber im Kern sehr unterschiedlichen Konzepten.

Getnow, shooting star des letzten Jahres (Getnow.de erobert Food-Markt mit OXID eShop), saß neben dem Schweizer Produktmarktplatz farmy.ch und Flaschenpost, die sich unter den Getränkelieferdiensten vor allem durch eine starke eigene IT und Algorithmen für die Tourenplanung hervorheben.

Getnow CTO Sebastian Wiese (Mitte, Monitor) auf dem Food Panel.

Getnow hingegen, auf dem Panel vertreten durch CTO Sebastian Wiese, hat weder eigene Produkte noch eigene Infrastruktur. Sondern pickt die Ware bei Metro-Märkten, entwickelt die Fläche vor den Märkten und nutzt für die Lieferung zum Teil binnen 1 Stunde die Logistik von (unter anderem) DHL.

Als „E-Commerce Kitt“ könnte man das >>Geschäftsmodell von Getnow bezeichnen, das die verschiedenen Kompetenzen vielleicht gerade deswegen so erfolgreich zusammenbringen kann, weil man weder der einen noch der anderen Spezialisierung verhaftet ist. Spezialisten sind sie hingegen auf dem Feld der Kundenkommunikation und -entwicklung und fokussieren sich voll auf eine durchschlagende Marketing-Maschine.

Schlaglicht B2B Global:
Samsungs Plattform für alles

Einen Blick hinter die Kulissen eines Global Players und starken Brands gab es mit Samsung Electronics Austria. Interessant war hier vor allem zu hören, wie eng doch B2B und B2C, Commerce Anforderungen und internationales Fulfillment in Wahrheit zusammenhängen. Deswegen muss man große Gesamtbild betrachten – jeweils in der Dimension Strategie und Technologie.

Auf der Bühne erklärten Bernd Richter, Master Trainer IM Samsung Austria, Thomas Hofer, Head of E-Commerce bei Xvise innovative logistics und Roland Fesenmayr, CEO OXID eSales AG in einem Mini-Panel, wie Samsung sich in Österreich eigentlich aufstellt.

Im Interview mit OXID CEO Roland Fesenmayr: Thomas Hofer, Head of E-Commerce, xvise (Mitte) und Bernd Richter, Master Trainer IM, Samsung Austria (rechts).

Da sind ca. 1000 Shops, in denen Samsung allerhöchsten Wert auf Customer Experience und Branding legt. Test- und Mietmöglichkeiten für die Kunden werden mit Mastertraining und Ambassador Programm inklusive E-Learning Angebot begleitet. Dafür setzt Samsung Austria die OXID Plattform für E-Commerce ein, benötigt aber eben auch die volle Fulfillment-Integration für eine Lösung, die alles abbildet: Kauf, Training, 3 Monate Miete – und alles jederzeit trackbar.

Xvise, Logistikexperten und innovative Speerspitze der Gebrüder Weiss, bauten diese eine Plattform für komplexes Fulfillment, die Kommissionierung sowohl aus Europa und Korea taktet und Retouren direkt vom Endkunden entgegennimmt. So kommen internationale Loogistik, B2B und B2C zusammen.

Schlaglicht Marketplaces: Masterclass ergänzt die Panels

Amazon und wie man gegen Amazon bestehen kann (und wo schon lange nicht mehr), war der rote Faden der sich durch nahezu alle Formate der zweitägigen Konferenz zog.

Dieser Fokus unterstreicht einerseits die wahnsinnige Marktmacht des US-Riesen (Handelsblatt: Amazon verrät aus Versehen den deutschen Marktplatzumsatz). Aber man könnte es auch aus der anderen Richtung betrachten: solange sich alles um Amazon dreht, ist das Geschäft noch nicht mit Amazon verschmolzen.

Tatsächlich wurde die Relevanz weiterer Marktplätze (Tagessschau: Amazon und Alibaba – Der Kampf der E-Commerce Giganten) angenehmen differenziert betrachtet, sowohl auf den Panel für kleinere Händler, als auch mit Blick in andere Länder.

Eine lesenswerte Kurzversion des K5-Vortrags von Netzökonom Holger Schmidt findet sich hier: etailment: So rollen Amazon, Alibaba und Co. den deutschen Markt auf.

Das interaktive Format der Masterclass – hier im Bild von E-Commerce Rockstar Michael Atug zu Märktplätzen – ist 2019 erst das zweite Mal auf der K5 dabei und hat sich als interaktiver Deep Dive in Ergänzung zu Frontalvortrag und Networking hervorragend bewährt.

Alle Classes waren durchweg sehr gut besucht und stellten auch neue Speaker und Themen vor (z.B. >>Nachhaltigkeit und Klimaschutz), die man nächstes Jahr gern auch auf der großen Bühne sehen würde.

Fazit

E-Commerce ist schon längst nicht mehr nur klassischer Handel als Kunden- und Produktkompetenz mit digitalen Mitteln. Für den Commerce Erfolg über alle Kanäle sind heute ganz andere Kompetenzen und Partnerschaften erforderlich. Wir bewegen uns in einem Feld, in dem stetiges Entwickeln, Aufsetzten und Abschätzen neuer Geschäftsmodelle zum Muss geworden ist.

Experimente sind genauso wichtig, wie das >>Sägen am eigenen Ast. Und das gilt nicht nur für stationäre Unternehmen, die sich gerade digitalisieren. Genauso betroffen sind auch die Player, die längst digital unterwegs und gut aufgestellt sind.

Wenn man in einer Welt von „It’s still day one“ agiert, sind nach Kompetenz auch Humor, kreative Atmosphäre und das Umgeben mit den richtigen Menschen vielleicht die wichtigsten Zutaten für den Erfolg. Die K5 jedenfalls kocht nach diesem Rezept. Ein großes Lob und Dankeschön an die Veranstalter!

Autorin:

Caroline Helbing, OXID eSales

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Digitalisieren heißt, erfolgreich am eigenen Ast zu sägen

Recap Laudert Connect!: Wie sich der Medien-Dienstleister seit 60 Jahren selbst erneuert

Am 21. März lud Laudert Home of Media zum Doppeljubiläum nach Hamburg. Der Medien- und IT-Dienstleister gewährte nicht nur einen Blick hinter die Kulissen der Kreativbranche, sondern reflektierte auch den eigenen Weg der Digitalisierung – mit Partnern, Kunden, Commerce Enablern und weiteren Wegbegleitern.

Tradition und Digitalisierung: Kreativschmiede reflektiert und feiert

1959 gegründet mit der Mission, das perfekte Bild zu finden, hat sich Laudert in 60 Jahren nicht nur international aufgestellt. Das heute 480 Personen-starke Team hat auch sein Geschäftsmodell in Zyklen aus sich selbst heraus erneuert.

Die Digitalisierung der Medien, der Kreativbranche und des eigenen Geschäftsmodells haben das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen in den letzten 20 Jahren angetrieben. Neben der eigentlichen Geburtsstunde Lauderts, wurde also auch die Wiedergeburt mit der Digitalisierung gefeiert – symbolisiert durch die Einweihung des Hamburger Standorts im Jahr 1999. Maßgeblich vorangetrieben wurde der digitale Wandel durch den (seit 2007) Geschäftsführer Jörg Rewer, der – wie sich bescheiden zum Ende des Events herausstellte – auch seinen eigenen Geburtstag feierte. So eine Jubiläendichte verlangt nach einer würdigen Feier!

Mit den Medienmachern von Laudert verbindet OXID eine langjährige Partnerschaft. Zu unseren gemeinsamen Kunden gehören viele Brands und Unternehmen, die für den doppelten Anspruch in sowohl hochwertiger visueller Gestaltung und als auch starkem E-Commerce Konzept und Performance bekannt sind. Etwa Schiesser, Steinel, Zwilling oder der gerade mit dem Shop-Award 2019 erneut prämierte Gärtner Poetschke.
Ein ganz andere Seite der gemeinsamen Markterschließung zeigt die Multichannel Publishing Plattform priintsuite, die on demand und mit beeindruckenden Umsetzungszeiten alle Touchpoints bespielen kann. Das unterstreicht, wie weit und komplett der Digitalisierungsansatz bei Laudert gedacht wird.

Plattform, Partner … und immer wieder Print

Tatsächlich zeigt auch das gesamte Portfolio Lauderts, dass man es nicht nur mit einem großen, vielfältig spezialisierten und internationalen Team zu tun hat. Die Bandbreite von Photo & Text, kompletter Media Production, Digital Printing auf Knopfdruck, eigener Media IT, Kreativabteilung und CGI entwickelt ihre Schlagkraft durch ein konsequent komplementär aufgebautes Geschäftsmodell mit Plattformcharakter.
Parallel zum Jubiläumsevent organisierte Laudert übrigens ein mehrtätiges großes Casting mit über 1.000 internationalen Models.

Begleitet wurde dieser Wandel neben den richtigen Industry Partnern auch von einer Riege handverlesener Enabler und Berater. Und natürlich Kunden gleichen Mindsets, die aus pre-digital etablierten Zeiten – viele aus der klassischen Katalogwelt – diesen Weg der Digitalisierung mit ihrem Dienstleister gemeinsam gingen. Entsprechend überließ das Home of Media am Jubiläumstag Speakern von unter anderem das 18te Kamel und Komplizen, ma design, Bonprix oder Otto weitestgehend die Bühne.

Aber „den Wandel gestalten“ heißt mitnichten nur „jeden Trend mitmachen“. Es kann auch bedeuten, Bewährtes auf den Prüfstand zu stellen und gegenbenfalls mit einer anderen Ausrichtung einer neuen Aufgabe zuführen. Als Experte für Visuelles und Print geht Laudert als Publisher mit dem Launch eines eigenen Printmagazins (oben im Bild) an den Start. Die erste Ausgabe wurde mit und für das Jubiläumsevent aufgelegt.

Das Sägen am Ast

In der Rückschau klingt die erfolgreiche Digitalisierung meist glatter, als sie in Wahrheit verlief. Daran erinnerte Geschäftsführer Jörg Rewer mit einer Anekdote. Auch in Lauderts Kunden- und Partnerumfeld wurde die Veränderung nicht immer nur mit Begeisterung aufgenommen, sondern rief auch mal Kopfschütteln oder doch zumindest ungläubiges Stauen hervor. Treffend zeigt dies ein Kundenzität, das der Geschäftsführer auf eine Publikumsfrage spontan einbaute:

„Ihr sägt ja an eurem eigenen Ast!?“

Ein Kunde zu Jörg Rewer, Geschäftsführer Laudert, über deren Digitalstrategie.

Ein fast schon symbolträchtiger Satz, der als Klammer für das gesamte Programm des Tages stehen könnte und die Lehre aus dem Laudert-Erfolg auf den Punkt bringt;
Auf einem Ast, den man absägt, sitzt es sich nicht gut. Man muss frühzeitig dafür sorgen, dass sich auf anderer Ebene Halt findet. Zugleich ist das Absägen von Ästen kein Irrweg, sondern ein notweniger Schritt um für die Zukunft gewappnet zu sein. Und deswegen lautet Rewers Antwort in der damaligen Situation auch:

„Ja, denn sonst tun es andere!“

Jörg Rewers Antwort und Motivation für den ständigen Wandel.

Ein ähnlicher Tenor fand sich auch bei Markus Fuchshofen (Geschäftsführer Bonprix) auf die Frage, ob ihr Mobil First Flagship Store (siehe Video unten) nicht zu progressiv sei und ihre Zielgruppe der Best Ager nicht überfordere? Für Fuchshofen, der Deutschlandvertrieb, E-Commerce Strategie und Brand verantwortet, kein Grund zögerlich zu sein. Schließlich sei Digitalisierung keine Frage des Alters, fasst er zusammen; im Gegenteil: „nach meiner Erfahrung bewegen sich Unternehmen immer zu langsam“.

Zu einer ähnlichen Haltung riet auch Silicon Valley Experte und Innovationsblogger Gerriet Danz. Dabei erinnerte er an Jeff Bezos‘ Worte, die Amazon seit Jahren an der Spitze halten: „It is still day one.“

Digital kommunizieren: Zwischen Content und KI

Meine eigene Fragestellung folgte diesem groß aufgespannten Bogen auf Taktischer Ebene. In einer Break-Out Session auf der Ebene der Commerce Geschäftsmodelle und konkreten Realisierung. Wie sieht in Zukunft eigentlich Customer Experience im Commerce aus?

„Menschen brauchen Geschichten – Maschinen nicht“ – OXID BreakOut Session zum Jubiläum.

‚Content Marketing‘ und ‚Künstliche Intelligenz‘ sind zwei Trends, die nicht wegzudenken sind. Zugleich scheinen sie sich zu widersprechen. Stehen nun die Besonderheiten menschlicher Kommunikation im Vordergrund oder doch der Algorithmus?
Dieses Spannungsfeld wird im Commerce Umfeld überall heiß diskutiert. Aber in der Schnittmenge von Händlern/Commerce’lern und Medienmachern erhält sie eine besondere Wichtigkeit. Welcher Trend ist der führende? Welches ist das richtige Tempo für den Wandel? Und wie sieht mittel- und langfristig ein gutes Gleichgewicht aus?

Die Vortragsslides meines Session-Vortrags sind auf Anfrage erhältlich. Diskussionsimpulse und Anregungen werden ebenfalls sehr gern gelesen.

Die Customer Journey nach der Digitalisierung

Ein dritter Schwerpunkt des Tagesprogramms würdigte in mehreren Beiträgen den Wandel selbst. Denn dieser kann uns einmal als Schritt für Schritt ablaufende Evolution begegen. So erleben wir es derzeit bei der Customer Journey, die heute ohne Mobile first, Kanalintegration, POS-Konzepte, Spracherkennung und Data-driven Ansätzen nicht mehr auskommt.

Wandel kann aber auch in Gestalt einer ungerichteten Urgewalt Marktsegmente geradezu lavinenartig überrollen. Wenn Disruption am Werk ist, ist nicht mehr vorseh- und planbar aus welcher Ecke und mit welchen Folgen die Umwälzung erfolgt. Die Erinnerung ist noch frisch, mit welch atemberaubender Geschwindigkeit das iPhone Nokia überrumpelte. Und dabei auch den Weg für den nächsten zentralen Touchpoint geebnet hat. Und auch Tesla ist ein Beispiel dafür, wie aus ganz unerwarteter Ecke Wettbewerb emporschießen und die traditionellen Hersteller ins Aus stellen kann.

Unsere Journey als Gäste des Jubiläumsevents endete standesgemäß mit Networking und Glamour. Dafür engagierten die Gastgeber Schalke 04- und Sternekoch Björn Freitag für die Küchenparty. Show don’t tell: so kann Experience auch aussehen.

Fazit

Unternehmen wie Laudert beweisen, dass der Wandel aus sich heraus gelingen kann. Dass Erneuerung nicht nur von den Jungen Wilden eingebracht wird, sondern die Erfolge der Vergangenheit der Mut zur Radikalität geben können. Und dass das Neue nicht immer gänzlich mit dem Alten brechen muss.

Nach einer so beeindruckenden Reise wäre es für de Jubilar wohl gerechtfertigt wäre, sich nicht nur zufrieden auf die eigene Schulterzu klopfen. Schön, wenn er sich stattdessen weiterhin selbstkritisch im Astsägen übt.

Autorin:

Caroline Helbing, OXID eSales

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Mit KI die Customer Experience optimieren

Trendvortrag zu KI und Storytelling auf der IW Expo 12. März 2019

Customer Experience bestimmt den E-Commerce Erfolg.
Mehr noch als an Produktfeatures und Preis machen Kunden von einem positiven Einkaufserlebnis abhängig, ob sie einem Unternehmen oder der Marke ihr Vertrauen schenken. Das gilt zwar nicht ausschließlich, aber ganz besonders auch für den digitalen Handel, der als einziges Handelssegment seit Jahrzehnten zweistellig wächst.

Im Bereich der Customer Experience begegnen uns aktuell zwei Trends. Beide sind nicht nur im Moment sehr gefragt. Beiden wird auch eine große Relevanz in der Zukunft vorausgesagt. Dabei könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Die Rede ist von Content Marketing und Künstlicher Intelligenz.

Es stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis Content und KI nun zueinanderstehen. Und wie man sie im Onlineshop sinnvoll zusammenbringt.

Woher die Trends kommen… – ein bisschen blättern im OXID Blog

Seit gut drei Jahren beschäftigen wir uns bei OXID sowohl in der Produktentwicklung als auch in Schulung und Wissenstransfer mit der Wirksamkeit und Best Practice Anwendungen von Content Marketing und Storytelling. Einige zentrale Gedanken finden sich auch hier im OXID Blog.

Eine zwingende Maßnahme aus diesen Erkenntnissen war die Entwicklung und der Launch der OXID Personalisierungsoption im Sommer 2018. Nachweislich erhöht der Einsatz von Personalisierung die Konversion um bis zu 25%.

In welcher Form sich Künstliche Intelligenz im Onlineshop einsetzen lässt, und wie das im konkreten Anwendungsfall aussehen könnte, das wollen wir im Folgenden erläutern.

Die (gute alte) Customer Journey

Die Customer Journey war in weniger digitalen Zeiten etwas, auf das sich Marketeers und Verkäufer felsenfest verlassen konnten. Je nachdem, über welchen Kanal sich die Kundin meldete, wusste man genau, in welcher Phase sie sich gerade befand und was man ihr bieten musste. Mit fortschreitender Digitalisierung hat sich dies extrem flexibilisiert, um nicht zu sagen: komplett aufgelöst.

Trotzdem gibt es sie noch, die Customer Journey. Mit dem Unterschied, dass sich nicht mehr aus dem Kanal, sondern nur anhand des konkreten Verhaltens des Kunden abschätzen lässt, welche Informationen und Erlebnisse gewünscht werden.

Hier kommt nun die Künstliche Intelligenz – oder konkreter: Machine Learning – ins Spiel.

Mobil ist ein wichtiger Kanal: in wirklich jeder Phase der Customer Journey.

In einem regelmäßig aktualisierten Academy Webinar betrachten Stephan Wehrle und ich, wo und wie sich Machine Learning gut integrieren lässt und eine angemessene Kommunikation entlang der Customer Journey ermöglicht.

Dabei orientieren wir uns an Beispielen, die möglichst nah am OXID Standard (mit Visual CMS und der Personalisierungsoption) bleiben und nehmen sie aus zwei Perspektiven unter die Lupe. Einmal im Frontend aus der Sicht der Marketing-Strategie und parallel auch aus der Backend-Ansicht des Web Developers.

Die folgenden drei beispielhaften Use Cases finden wir besonders geeignet. Denn sie lassen sich nahezu auf alle Geschäftsmodelle übertragen.

1. Use Case Outdoor – Der Hero Header

Der Outdoor-Shop Bergfreunde arbeitet mit stark emotional aufgeladenen Hero-Headern; perfekt geeignet für eine feingranulare Zielgruppenansprache.

Sobald ein Besucher auf einer Webseite ankommt, entscheidet er oder sie binnen Sekunden, ob es sich lohnt, auf dieser Seite bleiben. Dies passiert so schnell, dass für Rationales und Argumente keine Zeit bleibt. Umso wichtiger ist, dass die Emotionen stimmen!

Damit die Startseite nicht das Letzte ist, was Ihre potentiellen Kunden sehen, muss der visuelle Auftritt genau passen. Das sofortige Ausspielen der genau passenden Aufmacher-Banner ist eine Aufgabe, die in dieser Geschwindigkeit nur ein Algorithmus übernehmen kann.

2. Use Case Tableware – die Einkaufswelt

Manche Produkte, wie etwa ein Tafelservice, verkaufen sich besser über inspirierende Erlebnisbilder. Vorbildlich hat dies Fürstenberg Porzellan gelöst.

In der Phase der Orientierung und Entscheidungsanbahnung muss ein Interessent atmosphärisch abgeholt und inspiriert werden. Hier ist es noch zu früh, in alle Produkt-Details zu gehen; sie sollten aber möglichst nur einen Klick entfernt sein – und das gilt auch für den Warenkorb! Erlebnisbilder und Einkaufswelten sind in diesem nächsten Schritt der Customer Journey das Mittel der Wahl.

3. Use Case Fashion – gezielte Rabatte, dynamische Angebote

Im Fashion-Segment sind Spontan- und Impulskäufe die Regel. Hier hilft im entscheidenden Moment der individuelle Trigger über einen Voucher.

Im Moment der Kaufentscheidung sind es oft kleine Impulse, die den Ausschlag geben, ob jetzt, später oder gar nicht bei Ihnen sondern ganz woanders gekauft wird. Rabatte oder Bundle-Angebote sind etwas, das die Herzen von Impulskäufern höher schlagen lässt. Allerdings wollen Sie diese nicht mit der Gießkanne verteilen, sondern ganz gezielt einsetzen, wenn die Session schon ein kleines bisschen zu lang offen ist und der Warenkorb droht, stehengelassen zu werden.

Wohin entwickelt sich Customer Experience?

In diesen drei genannten Szenarien verschmelzen Storytelling und Machine Learning zu einem Dreamteam und ermöglichen dem Kunden perfekt abgestimmte, personalisierte Einkaufserlebnisse. Aber ist das schon das Ende der Fahnenstange? Wie werden wir in Zukunft einkaufen? Und was passiert eigentlich, wenn „die KI übernimmt“? Mit unter anderem diesen Fragen beschäftige ich mich am 12. März in einem Vortrag auf Internet World Expo.

„Menschen brauchen Geschichten, Maschinen nicht“ – Customer Experience der Zukunft

Vortrag von Caroline Helbing, OXID eSales AG, 10.20 Uhr, Infoarena III, Halle C5

Den Bogen gespannt zur Customer Experience und der Frage nach der Rolle von Künstlicher Intelligenz im E-Commerce hat bereits das eStrategy Magazin mit diesem sehr lesenswerten Artikel:

https://www.estrategy-magazin.de/e-commerce/chatobots-im-e-commerce-entwicklung-eilt-der-akzeptanz-voraus-001543.html

Terminvereinbarung für der Internet World Expo

Lesen Sie weiter oder treffen Sie uns persönlich!

Für diejenigen die in eigener Regie mehr über KI und Customer Experience erfahren möchten, halten wir noch weiteren Lesestoff bereit. Ein aktuelles Whitepaper zur Funktionsweise und den Möglichkeiten der Personalisierung im E-Commerce können Sie direkt herunterladen.

Oder lassen Sie uns in München am 12. und 13. März auf der InternetWorld Expo persönlich ins Gespräch kommen. Besuchen Sie uns am OXID Stand: Halle C6, Stand C42

Autorin:

Caroline Helbing, OXID eSales

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

E-Commerce Experience 2019: 6 Erfolgsfaktoren im Realitätscheck

Welche Trends bringen den deutschen E-Commerce gerade voran? Zum Jahresauftakt gehören Prognosen und Trend-Vorhersagen zum guten Ton. Ganz antizyklisch wollen wir heute an Praxisbeispielen überprüfen, welche Prognosen der letzten Monate sich tatsächlich bewahrheitet haben.

Customer Experience scheint dabei die große thematische Klammer zu sein, die über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Aber welche ganz konkreten Maßnahmen kommen tatsächlich beim Endkunden an? Wo wird mit Hilfe von Buzzword (aber vielleicht auch jenseits davon) Geld verdient? Wir haben 6 Erfolgsfaktoren identifiziert und stellen aktuelle E-Commerce-Geschichten vor, die mit ihrem Erfolg in den letzten Wochen von sich reden machten.

1. B2C + B2B = B2B2C

Das Verschmelzen der rein auf B2C oder B2B ausgerichteten Konzepte zu einer umfassenden B2B2C-Struktur ist unwiderlegbar im Aufwind. (Siehe dazu auch die Fraunhofer IML Studie 2018)

Eines der besten Beispiele ist der Herrenmode-Label RAGMAN, das seinen B2C-Channel seit Januar 2019 nun durch eine B2B-Plattform für Händler erweitert.
Dabei sind die Anforderungen an ein solches Portal, das das Tagesgeschäft von Händlern und Handelsvertretern abbilden muss, deutlich komplexer. Zugleich muss das Offering und der Ease-of-Use der B2C-Ansicht direkt integriert werden. Details zum Projekt mit Beurteilung durch das Unternehmen selbst in der aktuellen Meldung der federführenden Agentur topconcepts.

2. Omnichannel – online goes offline: Digital Experience am Point of Sale

Omnichannel ist nicht gleich Omnichannel. Nicht nur weil die Relevanz und Verknüpfung der verschiedenen Kanäle ganz unterschiedlich erfolgen kann. Auch Ziele und Charakter werden maßgeblich von der jeweiligen Kultur und dem Unternehmenscharakter geprägt.

Als Online-Pureplayer gestartet, hat das Barfußschuh-Brand Vivobarefoot in Deutschland mit derzeit 13 Concept Stores inzwischen auch den Point-of-Sale erobert.

Vivobarefoot Concept Store in Köln bringt Digital Experience in die Einkaufsstraße.

Ende 2018/Anfang 2019 haben die ersten Stores ein interaktives Schaufenster mit Touch-Funktionalität in Betrieb genommen. Neben der digitalen Informationsfläche und dem Check-out außerhalb der Öffnungszeiten geht es hier vor allem um Markenbildung und Brand Experience: der Touchscreen präsentiert nicht, der Kunde interagiert mit der Marke – und mit dem Team vor Ort.

3. Omnichannel – offline goes online: klassisches Ladengeschäft erschließt digital neue Zielgruppe

Im Kontrast dazu nähert sich ein Unternehmen mit einem bestehenden Filialnetz dem Omni-Konzept ganz anders. Als klassisches „Brick and Mortar“-Business war der Möbelhauskette Möbel Schaffrath eine homöpathische Dosierung des digitalen Wandels wichtig. Immerhin sind bestehende Strukturen die Grundpfeiler des Geschäfts, die umgestaltet und mitgenommen werden wollen.

Im Jahr 2016 war daher online zunächst nur ein Showroom gestartet. 2018 ging nun ein vollumfänglicher Online-Store live. Dieser baut mit dezidiertem Online-Sortiment auf der Experience im Möbelhaus auf, ergänzt sie und erreicht jenseits der Standorte gänzlich neue Kunden, die es zu halten gilt. Mehr dazu im Porträt des E-Commerce Magazin.

Ebenfalls ausgehend vom Point-of-Sale hat Lascana, das Lingerie-Label der Otto Group, Customer Experience neu gedacht. Nahezu jede Kundin geht mit dem Smartphone shoppen. Dementsprechend setze der erfahrene Onlinehändler auf einen mobile-first-Ansatz: mit großem Erfolg! So wurde im Schweizer Markt mit seinen aktuell 60 Points of Sale 2018 eine 62% Umsatzsteigerung erzielt! Dabei erfolgen 70% aller Visits über ein mobiles Endgerät, und auch der reine Mobilumsatz erhöhte sich um 10%.

4. New Business: Konzepte von morgen setzen auf Infrastruktur und smartes Zusammenspiel

‚Das Netzwerk machts!‘, könnte man auch sagen. Das Branchensegment Food ist seit gut zwei Jahren stark im Kommen. Trotz des hohen Grundrauschens wurde dem Food-Markt im E-Commerce im Sommer 2018 zur K5 in Berlin eine nochmal wichtigere Rolle prophezeit.

Zu Recht. Denn obwohl sich einige Player, wie Kaufland, aus dem Business verabschiedet haben und andere, wie Lidl, einen neuen Anlauf versuchen, sind neue Konzepte groß geworden. Mit ihren Fortschritten haben sie die Notwendigkeit von Same-day-delivery und den Lösungsdruck für die ‚letzte Meile‘ als Fragestellung bei den Konsumenten verankert, die sich allmählich an die Vorstellung gewöhnen. Im nächsten Schritt werden sie es als selbstverständlich voraussetzen und mit dieser Haltung den Druck auf die Anbieter erhöhen.

Als neuer Shooting Star wird das Startup Getnow mit seiner jüngst relaunchten Plattform gehandelt. Getnow hat sich von Beginn an geschickt aufgestellt, indem es bei den Metro-Märkten pickt und per DHL ausliefern lässt. Nach München, Berlin und dem Rheinland werden nach und nach weitere Ballungsräume angeschlossen.

Food oder Nicht-Food. Wer sich für Same-day und Last-mile interessiert, sollte auf diese Entwicklung in den nächsten Monaten ein besonderes Augenmerkt legen, empfiehlt Jochen Krisch von Exciting Commerce:

5. Wachsen über Special Interest Experience und Top-Sortiment

Wer glaubt, dass neben den großen Generalisten nur Platz für die bescheidenen Nischen ist, wird staunen, auf welche Umsätze der deutsche Outdoor-Spezialist Bergzeit kommt. Wie das Handelsblatt berichtet, erzielte das Unternehmen 2018 mit einem Plus von 20% auf 60 Millionen Euro einen beeindruckenden Umsatz!

Im Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Giganten Amazon und Decathlon, dem Global Player aus Frankreich, will der Mittelständler die Dynamik beibehalten und baut mit Leidenschaft und Strategie weiter um und aus.

„Wir wollen nicht nur Händler sein, sondern einen Ort mit allen Produkten, Informationen und Services für Bergerlebnisse bieten“, so Geschäftsführer Martin Stolzenberger im Handelsblatt. Weitere Zahlen zum Aufstieg zum Gipfel des Erfolgs bei Deutsche Startups.

6. Wachsen über Purchase Experience & Service

Aus der jüngsten Entwicklung von babymarkt.de kann man zwei Dinge lernen.
Erstens: Experience ist nicht nur zum Beginn der Customer Journey (in den Phasen Awareness und Consideration) ein Konversionstreiber, sondern vor allem auch während und nach dem Kauf.

Zweitens: Auch etablierte Heros können mit den berüchtigten Stellschrauben noch zweistellig wachsen.
Innerhalb von 3 Monaten hat babymarkt.de mit Umstellungen im Checkout-Prozess, Optimierungen bei den Bezahlmethoden und mehr Ressourcen in der After-Sales-Betreuung die Warenkörbe um 10% vergrößert.
Dass – als eigentliche KPI nicht zu vergessen- die Kundenzufriedenheit insgesamt zunahm, zeigt die um 5% gesunkene Abbruchquote. Viele vermeintlich kleine Schritte bewirken oftmals Großes.

Fazit

Den einen Faktor für optimale E-Commerce Experience gibt es nicht. Auch wenn man alle hier genannten Erfolgsgeschichten mit dem Etikett „Customer Experience“ versehen könnte, setzt jeder einzelne dies jedoch völlig anders um. Und gerade dies führt zum Erfolg!

Die Branchen sind genauso wie die Geschäftsmodelle und die Unternehmen selbst völlig verschieden. Ziel kann für keinen E-Commerce Player heute sein, die Rezepte anderer blind zu kopieren. Stattdessen muss ausgehend von einer sicheren und belastbaren Basis, der ganz eigene Erfolgspfad gefunden und beschritten werden. Mit der OXID Plattform und unserem breiten Partner- und Multiplikatoren-Netzwerk wollen wir genau dieses perfekte Sprungbrett bieten. Tausende Shops laufen auf OXID – und keine zwei sind gleich.

Am 20. Februar trefft Ihr OXID Kollegen aus den Teams International, Partner, Marketing und Community an unserem Stand D3.3 direkt an der Networking Zone auf der E-Commerce Berlin. Nutzt die Gelegenheit für ein Update oder persönliches Kennenlernen und die Diskussion Eurer ganz eigenen Herausforderungen. Vereinbart einen Termin oder kommt spontan vorbei. Wir freuen uns!

Autor:

Caroline Helbing, OXID eSales

 Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Gastblog: Wie E-Commerce Wachstum für stationären Handel schafft

Handel zwischen Ladengeschäft, Webshop und Marktplatz. Während die großen Online-Händler mit Läden näher an Kunden rücken, bahnen sich die etablierten Filialketten den Weg in das digitale Einkaufserlebnis. Haben in diesem Spiel kleine Einzelhändler noch eine Chance?

Klar scheint, dass im Multi-Touchpoint Management die Zukunft im Handel liegt. Eine Studie von Accenture zeigt: Die Generation Z, also die heute unter 20-jährigen, bevorzugt trotz hoher Affinität zum Online-Shopping den physischen Laden als Einkaufskanal.

 

Selektives Online-Shopping braucht vernetzte Touchpoints

Die Mehrheit der Verbraucher über alle Generationen gehört zu den selektiven Online-Shoppern. Das heißt: Kunden erwarten Omnichannel-Services. Dabei sind sie für kreative Angebote durchaus offen.
Und genau hier liegen die Chancen, aber auch die Herausforderungen – insbesondere wenn es darum geht, Konzepte zu Ende zu denken, um Erfolg zu haben. Ein typisches Beispiel ist Click & Collect. Ist die Abholung im Laden einfach? Stehen Verkäufer für Beratung parat? Gibt es im Fall von Fashion Umkleidekabinen? Wenn ja, erweist sich Click & Collect als Umsatzmotor mit hoher Kundenbindung. Ansonsten wird es schnell zum Ärgernis für beide Seiten. Daher gilt: Flexibel, relevant und unterhaltsam müssen die Formate entlang der Customer Journey sein. Mode Weingarten

Mit kreativen Beratungsideen punkten

Umsatz und Kundenbindung durch kreative Innovationen ist keineswegs eine Frage von Budget. So bietet der Modehändler Weingarten für große Größen neben Click & Reserve auch Termine für Personal Shopping und Stilberatung im Laden. Style Coaches bereiten sich so gezielt auf Kunden vor, die mit einer hohen Kaufbereitschaft vorbeikommen. Der Schuhladen 39einhalb bietet „Schuhkränzchen“, bei denen Freundinnen nach Online-Vorab-Buchung ein individuelles Shopping-Erlebnis mit Prosecco und Häppchen außerhalb der Öffnungszeiten genießen. Die kleine Boutique Belgique hat es durch seine Styling-Postings auf Instagram geschafft, eine Fangemeinde von über 350.000 Follower zu versammeln. Schuhe von 39einhalb

Mit Strategie und Technologie zum persönlichen Shopping

Individuelle Beratung als USP: Technische Helfer wie Smartassistant und Chatbots für die interaktive Kaufberatung im Webshop, Curated Shopping-Modelle oder Apps und Virtual-Reality-Brillen als mobile Berater im Laden – große Händler wie auch Start-ups testen neue Wege für den Handel, der Online- und Offline-Einkauf verbindet und die Stärken des jeweiligen Kanals nutzt.

Boutique Belgique

Aus innovativen Ideen nachhaltige Lösungen gestalten

Die Vielfalt der Ansätze macht deutlich: Im Wettbewerb setzt sich durch, wer Kunden mit Beratung und Service zur Seite steht, mit frischen Ideen tatsächlich Mehrwerte schafft und über mehrere „Touchpoints“ omni-präsent wahrnehmbar ist. Das hat mit Größe wenig zu tun. Vielmehr ist es die – scheinbare – Leichtigkeit, mit der ein Händler die für seine Zielgruppen relevanten Kanals identifiziert, vernetzt und als Alleinstellungsmerkmal nutzt. Für nachhaltigen Erfolg braucht es allerdings spezialisierte Technologie- und Medienpartner, die aus kreativen Ideen wirtschaftlich tragfähige Lösungen realisieren.

 

Autor

Robert Scheider, Geschäftsführer w&co

Robert Schneider ist seit 2009 Geschäftsführer und Gesellschafter der w&co MediaServices GmbH & Co KG, Fullservice-Mediendienstleister in München, nachdem er dort zehn Jahre in verantwortlicher Position tätig war und 2002 Mitglied der Geschäftsleitung wurde. Davor war Schneider Mitglied der Geschäftsleitung und Gesellschafter beim Mediendienstleister Köhler & Lippmann in Braunschweig, einem Unternehmen der Graphic Group.

 

„Sprich mit mir, ich bin dein König!“- Warum Content im Commerce so wichtig ist.

Auf der dmexco 2017, der großen Messe des Digitalmarketings, drehte sich am 13. und 14. September alles um aktuelle Trends und die neuesten technologischen Ansätze in Advertising und digitaler Kommunikation. Nirgendwo sonst stehen Hypes und Buzzwords unhinterfragt ganz selbstverständlich auf der Agenda. Und gerade in diesem Jahr fiel wohl kein Begriff so häufig wie „Content“. Grund genug einmal näher hinzuschauen, wieviel Substanz sich hinter dem Hype um Content Commerce wirklich verbirgt.

OXID eSales on stage at DMEXCO 2017

OXID eSales auf dem Speaker’s Forum der DMEXCO 2017

In unserem Vortrag „Sprich mit mir, ich bin dein König!“ habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Stephan Wehrle die Business-Relevanz von Content Marketing und dessen praktische Bedeutung für die neue Customer Journey und allgemein den E-Commerce beleuchtet.

Das Themenfeld „Content“ wird ausdauernd diskutiert und für die Umsetzung und Erneuerung der E-Commerce Präsenzen überall angepriesen. In der Praxis stellt sich nun die Frage, wie stark es heute schon bestehendes E-Commerce Geschäft beeinflusst.

Lassen sich auf mit Content Marketing messbare Erfolge erzielen?

Oder wird Content Commerce gerade einfach „nur“ zum neuen State of the Art in der digitalen Kundenkommunikation und zieht seine Bedeutung vor allem aus zukünftig möglicher Entwicklungen? (as eine ja auch eine legitime Motivation wäre, sich darauf einzulassen.)

Wie kommuniziert man mit dem König? – Drei Pitfalls im Content Marketing

Wir betrachten die Fallen, in die man nur allzu leicht tappen kann, und geben drei Empfehlungen mit; wie man mit dem Kunden kommunizieren sollte. Was den Kunden gefällt, ist dabei das Wichtigste; denn der Kunde ist bekanntlich König. Die folgenden Regeln haben wir daraus abgeleitet. Man könnte sie auch die „drei Gebote für Content Commerce“ nennen.

Nicht zuhören, nicht hinschauen, nichts sagen - die 3 Pitfalls im Content Commerce

Erstes Content Commerce Gebot: Einfach mal zuhören

Sie kennen Ihre Zielgruppe – natürlich. Und Sie erreichen Ihre Kunden mit Ihrem aktuellen Geschäft, deswegen sind Sie erfolgreich. Beides steht außer Frage und doch… ist der Status quo keine Garantie, dass das auf Dauer so bleibt!
Denn Sie sind nicht die einzigen, die sich um die Kunden bemühen. Und in der zunehmenden Reizflut und mit immer weiter steigenden Ansprüchen der stets neugierigen kompetenten User (Ihrer Kunden) sinkt Ihre Sichtbarkeit unwillkürlich, wenn Sie nicht gezielt daran arbeiten.

Die User haben weniger Zeit und Nerven sich mit Angeboten zu beschäftigen und sie nehmen bevorzugt diese Dinge wahr, die unterhaltsam oder positiv besetzt sind und ihren Interessen und Bedürfnissen genau entsprechenden.

Eine solche Kommunikation gelingt nur, wenn sie noch genauer auf Ihre Kunden eingehen und ihnen genau zuhören. Und aus diesen Erkenntnissen Profil erstellen. Eine Zielgruppendefinition ist viel zu ungenau, entwickeln Sie Buyer Personas, und bieten sie für diese Persona relevante und motivierende Inhalte an.

Zweites Content Commerce Gebot: Messen, denn KPIs sind möglich nötig

Gelungenes Content Marketing spielt mit Emotionen, ist sehr visuell und bringt in der Entstehung viele ästhetische Überlegungen mit sich. Es ist jedoch ein Trugschluss zu glauben, die Realisierung erfolge nach Bauchgefühl oder sei am Ende sogar Geschmackssache.

Wie im klassischen Marketing so lassen sich auch im Content Marketing die Relevanz der Maßnahmen und ihr Einfluss auf die Geschäftszahlen mit geeigneten Kennzahlen eindeutig messen und bewerten. Damit Sie wissen, was bei Ihren Lesern wirklich ankommt und ob Sie auf dem richtigen Weg sind, ist es nicht nur empfohlen, sondern absolut unerlässlich, belastbare Zahlen zu erheben und regelmäßig zu analysieren.

Schließlich lernen Sie nur anhand der Handlungen Ihrer Kunden, ob die erwünschte Wahrnehmung auch wirklich eintritt. Allerdings sind Umsatz und Conversion Rate allein keine geeigneten Indikatoren; neue Maßnahmen brauchen auch neue Messgrößen.

Drittes Content Commerce Gebot: Zeigen, dass man verstanden hat

An dritter Stelle steht nun die Aufgabe, diese Erkenntnis auch konsequent und planvoll in die Realität umzusetzen. Was so einfach und selbstverständlich klingt, ist in Wahrheit der schwierigste Teil. Denn anders als bei einem in sich geschlossenen Analyseprojekt, das einen klaren Anfang und ein Ende hat, lassen Sie sich mit Content Commerce auf einen ständigen Wandel ein, der an allen Stellen Ihre Tagesgeschäft Anpassungen erfordert. Umso wichtiger ist es, neue Prozesse und veränderte Aufgabengebiete zu etablieren, die es Ihnen ermöglicht, mit dem Wandel Schritt zu halten. Den technologischen Grundlagen und den eingesetzten Systemen kommt dabei eine wesentliche Bedeutung zu; für die reibungslose Arbeit Ihre Content Teams und für den langfristigen Erfolgs Ihrer Content Strategie.

Stephan Wehrle und Caroline Helbing (v.l.n.r.) auf dem Speaker's Forum der DMEXCO 2017

Noch mehr zum Thema im nächsten Webinar

Mit diesen Fragen und einigen konkreten Handgriffen, um Content Commerce auf der OXID Plattform umzusetzen, beschäftigen wir uns in der Webinar-Reihe „Content Marketing im E-Commerce“.

Der nächste Termin ist der 26. Oktober um 11 Uhr, die Teilnahme ist mit Anmeldung kostenfrei möglich.

Autor

Caroline Helbing, OXID eSalesCaroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce aktiv. Seit 2007 ist sie beim Freiburger Open Source eCommerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Aktuelle Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Content Commerce“.

Neues Produkt smxIRIS in Kooperation zwischen Shoptimax und Pixelboxx

Gastblog: Realtime Image Publishing Systeme für Ihren Onlineshop

Besonders im E-Commerce stellen Produkt-Bilder ein wichtiges Kapital aller online agierenden Unternehmen dar. Hat der Kunde im stationären Handel die Möglichkeit, Produkte beispielsweise haptisch zu erfassen, sie in der Hand zu fühlen und von allen Seiten zu betrachten, muss er in einem Onlineshop vollkommen auf die textliche und bildliche Darstellung der angebotenen Produkte vertrauen.

Damit aber auch online ein umfassendes Servicegefühl vermittelt wird, ist der Einsatz zahlreicher Produkt-Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven, Bilderstrecken oder gar 3D-Produktansichten empfehlenswert. Diese zu erstellen (bzw. erstellen zu lassen), zu bearbeiten und in verschiedenen Versionen an unterschiedlichen Stellen im Shop-Backend vorzuhalten, verursacht nicht nur hohe Produktionskosten sowie einen großen Shop-Pflegeaufwand, sondern nimmt auch viel Speicherplatz auf Ihrem Shopserver ein.

Optimierung der Customer Journey

Unter dem zuletzt genannten Aspekt kann die Ladezeit Ihres Shops gravierend leiden, da der Shop-Server mit der Abfrage der vielen Bilddateien regelmäßig ausgelastet ist. Dies hat negative Auswirkungen auf die Customer Journey, Ihre Conversion-Rate und damit die Höhe Ihres Shop-Umsatzes. Der Grund: (potenzielle) Kunden haben keine Geduld. Nutzer brechen Shop-Besuche ab, sobald die Ladezeit einer angeforderten Seite mehr als 3 Sekunden beträgt. Sind bis dahin nicht alle Bilder geladen, ist die Conversion verloren.

Außerdem erwarten Kunden heute eine konsistente Customer Journey auf allen Kanälen. Dafür müssen Bilder für die Verwendung an verschiedenen Stellen für die Desktopversion des Onlineshops mehrfach abgespeichert werden (z.B. als Thumbnail, Vorschaubild auf der Produktdetailseite und qualitativ hochwertiges Detailbild). Für jedes weitere Endgerät müssen zusätzlich eigene, mobil optimierte Bildvarianten vorgehalten werden.

Aus allen genannten Faktoren entsteht eine Spirale aus Arbeitsaufwand, Kosten und potenziellen Rankingverlusten bei Suchmaschinen, der man als Shopbetreiber unbedingt entgegenwirken muss.

Ganzheitliche Lösung durch Realtime Image Publishing Systeme

Die naheliegende Lösung für die beschriebene Problematik: Eine ausgelagerte Bilddatenbank auf einem externen Server. Einen reinen Image Server ohne weitere Zusatzfunktionen zu nutzen greift für alle beschriebenen Probleme jedoch zu kurz. Es fehlt nach wie vor eine Möglichkeit zur einfachen, kostengünstigen und flexiblen Bearbeitung des Bild-Materials. Hier kommen ganzheitliche Realtime Image Publishing Lösungen ins Spiel.

Was können Realtime Image Publishing Systeme?

Realtime Bildbearbeitungs- und Ausspielungssysteme ermöglichen Ihnen eine schnelle und variantenreiche Bearbeitung sowie den optimalen und schnellen Einsatz Ihrer Bilder auf jedem Endgerät.

Auf Basis einmalig auf einem externen Server hinterlegter Quell- bzw. Masterbilder, wird automatisch die optimale Auflösung und Größe für jede Bildschirmgröße berechnet. Die Auslieferung an verschiedene Einsatzstellen in Ihrem Shop erfolgt schließlich „on-the-fly“. Ihre visuelle Botschaft und Qualität bleiben gleichwertig erhalten. Neben Konvertierung und Skalierung, bieten durchdachte Realtime Image Publishing Systeme außerdem die direkte, regelbasierte Transformation mit einer Vielzahl von Bild-, Text- und Wasserzeichenoperationen an (u.a. 360-Grad-Ansichten aus Bilderserien, interaktive Zoomfunktionen oder freigestellte Varianten des Ursprungsbilds). Sämtliche Arbeitsschritte werden vom System automatisch durchgeführt und per URL-Parametrierung an den Shop übergeben. So sparen Sie Arbeitsaufwand, Geld und beschleunigen die Publikationsprozesse Ihrer Bilder. Letzteres erhöht die Reaktionszeit Ihrer Seite – was wiederum Suchmaschinen mit einem besseren Ranking Ihrer Seite belohnen.

 

Neues Produkt smxIRIS in Kooperation zwischen Shoptimax und Pixelboxx

Der Faktor Sicherheit

Angriffe auf Onlineshops über Bilddateien bieten ein nicht zu unterschätzendes Gefährdungspotential. Damit Sie die Sicherheit Ihres Shops und damit die Sicherheit Ihrer Kundendaten gelassen betrachten können, arbeiten hochwertigen Realtime Image Publishing Systemen mit Quarantäne- und Synthetisierungsprinzipien, die einen sehr hohen Schutz vor bösartigen, schadhaften oder defekten Inhalten bieten. Werden die Bilder über das System an den Nutzer des Shops ausgespielt, werden „frische“ synthetische Bilddateien im angeforderten Format erzeugt. Diese enthalten exakt und ausschließlich die Inhalte, die laut Regel für den jeweiligen Kanal erforderlich sind. Meist sind das nur die reinen Pixelinformationen und auf das nötigste beschränkte Header-Tags. Damit wird gewährleistet, dass die neuen Dateien die geringstmögliche Größe für den Anwendungsfall haben. Zudem wird verhindert, dass unbemerkt vertrauliche oder personenbezogene Informationen in Headern versteckt werden oder schadhafter Code übertragen wird.

Dahinter angesiedelte Systeme, wie Shops, Blogs, CMS oder die Server, auf denen die Programme laufen, sind so vor Angriffen mit Bilddateien geschützt.

Jetzt in kostenlosen Webinaren mehr erfahren

Damit Sie sich von der Effizienz und Leistungsstärke der beschriebenen Realtime Image Publishing Systeme selbst überzeugen können, bietet shoptimax in Kooperation mit Pixelboxx kostenlose Webinare zu diesem Thema an. Anhand eines Demo-Shop-Systems erläutern Ihnen die Experten live die Vorteile im Allgemeinen und zeigen konkrete Anwendungsfälle am Beispiel des neuen Produktes smxIRIS.

Es wird unter anderem darauf eingegangen, wie Quellbilder on-the-fly skaliert, freigestellt, gelabelt oder mit einem Wasserzeichen versehen werden können und sämtliche Änderungen in Echtzeit und ohne Performanceverluste an ihren Bestimmungsort ausgeliefert werden.

Für die Teilnahme am Webinar stehen zwei Termine zur Auswahl:
14. Juni 2017, 11.00 Uhr und 04. Juli 2017, 11.00 Uhr
Hier geht’s zur Anmeldung!

 

Autor
Theresa Lorenz, shoptimaxTheresa Lorenz ist PR-Managerin beim Nürnberger E-Commerce-Experten shoptimax. shoptimax implementiert und optimiert Online-Vertriebskanäle mit Integration in ERP- und PIM-Systeme u.a. von SAP, Microsoft NAV und AX, plentymarkets, Tosca, jCatalog.
Das 40-köpfige Team setzt seit mehr als 10 Jahren auch anspruchsvolle E-Commerce Projekte souverän um.