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dmexco 2019 – Und jährlich grüßt das Branchenevent

Die iBusiness befragt jedes Jahr die dmexco-Besucher, wer aus welchen Gründen nach Köln reist. 2019 wollen 80 Prozent aller Besucher, egal ob Aussteller oder nicht, Kunden treffen, sich allgemein informieren (60 Prozent) oder Leads generieren (59 Prozent). Für 55 Prozent ist die dmexco ein Ort, um Freunde, Bekannte und Kollegen zu treffen. So auch für uns als E-Commerce-Plattformanbieter.

Die dmexco ist zwar eines von vielen, aber sicherlich das wichtigste Event im E-Commerce-Kalender! Vor allem, weil der zwanglose und enge Kontakt zur Branche, der überall in den Hallen spürbare positive Spirit, die Inspiration, die man mit nach Hause nimmt, und die vielen guten Gespräche und Kontakte ungemein wichtig sind. In einem Umfeld, in dem Digitalisierung das Maß aller Dinge ist, erweist sich nichts wichtiger, als der persönliche Kontakt. Für uns ist die dmexco also weniger Pflichttermin (in der iBusiness-Umfrage für 55 Prozent aller Aussteller), sondern mehr liebgewonnene Tradition. Die perfekte Gelegenheit, um den heißen Themen der Branche nachzuspüren, und Kunden und Partner in genau der passenden Atmosphäre zu treffen.

dmexco 2019 in Köln, am 11. und 12. September.
Unter dem Motto „Trust in You“ trifft sich die Digitalbranche am 11. und 12. September in Köln.

Wir haben also keine Kosten und Mühen gescheut, einen brandneuen Stand im „Hingucker-Design“ bauen zu lassen. 6 Top Partner aus dem Netzwerk begleiten uns. Mit brickfox, dixeno, dotfly, econda, Klarna und Laudert haben wir von Multichannel E-Commerce über Payment, künstliche Intelligenz und Medienproduktion bis Digital-Experten die gesamte E-Commerce-Expertise am Stand.

Selbstverständlich reisen auch wir nicht nach Köln, ohne echte Product News im Gepäck zu haben: Die OXID eShop Enterprise Edition gibt es ab sofort auch als Cloud-Offering! Das bisherige Angebot bleibt bestehen. Für OXID Kunden, die in die Cloud möchten, heißt das in Zukunft „Rundum-Sorglos-E-Commerce“. Denn vor allem Sicherheit, Skalierbarkeit und Performance stehen im Vordergrund der Plattform. Die technische Komplexität und der Aufwand für den Betrieb sinken. Entsprechend können Onlinehändler ihre Ressourcen wesentlich zielgerichteter einsetzen und Entwickler-Kapazitäten direkt auf den Shop und die relevanten Applikationen fokussieren. Wie das funktioniert, was die OXID Cloud alles mitbringt und welches weitere Vorteile sind, erfahren Interessenten bei uns am Stand C020 in Halle 7.1.

OXID Cloud: Perfekt aufeinander abgestimmtes Paket aus Software, Infrastruktur, Hosting, Services, Monitoring und Best Practice Tools.
OXID Cloud: Perfekt aufeinander abgestimmtes Paket aus Software, Infrastruktur, Hosting, Services, Monitoring und Best Practice Tools.

Auch für Unterhaltung wird gesorgt sein. Unter dem Motto: „Vitaminrausch für Ihren E-Commerce“ können Besucher am OXID Stand ihren Smoothie unter Körpereinsatz auf dem Smoothie Bike selbst mixen. Etwas Spaß und Abwechslung dürfte also garantiert sein.

Mit dem Smoothie Bike zum Vitaminrausch radeln.

Wir laden alle herzlich ein, sich zur OXID Cloud zu informieren, eine Demo zur Personalisierungsoption zu erhalten, sich einen leckeren Smoothie oder Kaffee zu gönnen, oder einfach nur mit uns ins Gespräch zu kommen. Die gesamte OXID Crew am Stand freut sich auf regen Besuch.

Damit das alles mit möglichst wenig Wartezeit verbunden ist, empfehlen wir, vorab einen Termin zu vereinbaren. Einfach hier klicken. Allen Teilnehmern wünschen wir inspirierende Vorträge, Themen, Gespräche und Kontakte auf der dmexco nächste Woche. Wir freuen uns drauf.

Autor

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

Gastblog: Forderungen effizient beitreiben – keine Kunden verlieren

In Deutschland ist die Zahlart „Kauf auf Rechnung“ die mit Abstand beliebteste und erhöht die Umsätze des Shopbetreibers. Höhere Ausfallrisiken durch Nichtzahlung oder Betrug können durch gezielte Maßnahmen reduziert werden. Dabei können Inkassounternehmen und Auskunfteien helfen.

Was spricht für eine Zusammenarbeit mit einem Inkassounternehmen?

Zufriedene Mandanten schätzen an Ihrem Inkassopartner, dass dieser die spezifischen Anforderungen der Branche kennt und mit modernster Technik, kompetentem Personal und straffen Workflows arbeitet. Schnell und sicher erfolgt ein Datenaustausch per Schnittstelle. Spätestens am Folgetag der Auftragsübergabe ist bereits das erste Inkassoschreiben an den Schuldner unterwegs. Die anschließenden Maßnahmen sind abgestimmt und werden automatisiert ausgelöst. Modernes Forderungsmanagement setzt auf Dialog. Das Telefoninkasso ist ein entscheidender Faktor für den Beitreibungserfolg. Als Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. verpflichten sich die Mitglieder zu einer seriösen Arbeitsweise. ADU Inkasso konzentriert sich auf die persönliche Ansprache von Schuldnern – fein austarierte CRM-Systeme sorgen dafür, dass mehr Schuldner erreicht werden. Im Dialog halten die Mitarbeiter die Fäden in der Hand und bewegen den Schuldner zur Zahlung.

Inkassoverfahren

Welche Auswirkung hat die Zusammenarbeit mit einem Inkassounternehmen auf meine Kundenbeziehung?

Wenn ein Inkassounternehmen beauftragt wird, dann geht es immer um eine Leistung, bei der der Kunde des Mandanten noch nicht bezahlt hat. Daher fallen dem Inkassopartner zwei wichtige Funktionen gleichzeitig zu:

  1. die Forderungen effizient und schnell beizutreiben und
  2. die Kundenbeziehung des säumigen Zahlers nach Möglichkeit zu halten.

Nicht jeder Kunde ist ein vorsätzlicher Nichtzahler. Oft sind es kurzzeitige Umstände, die einen Zahlungsverzug bewirken. Wertschätzende Kommunikation auf verschiedenen Kanälen, die aber immer das Ziel der Zahlung vor Augen hat, helfen, Kunden zu retten und sind deutlich wirtschaftlicher, als über Neukundengewinnung neue Kunden zu gewinnen.

Heute sind Bestell- und Mahnprozesse transparenter geworden. In sozialen Netzwerken tauschen sich die User darüber aus, wo man ohne großes Risiko eine Leistung / Ware erhalten kann, ohne diese dann zu bezahlen. Eine konsequente und nachhaltige Verfolgung der offenen Forderung ist deshalb wichtig und sinnvoll.

Das „WIN-Prinzip“ von ADU Inkasso bedeutet: Wertschätzend, Individuell, Nachdrücklich. Wertschätzend: Deshalb ist ein wertschätzender Umgang in der Kommunikation für uns verpflichtend. Individuell: Die Anforderungen der Mandanten sind unterschiedlich und spezifisch. Wir analysieren die Prozesse und stellen uns individuell auf unsere Mandanten ein. Nachdrücklich: Die Realisation der Forderung steht im Vordergrund. Mit der gebotenen Konsequenz und verbindlicher Freundlichkeit.

Zahlungsausfälle vorbeugen – was leistet ein Inkassounternehmen?

Zahlungsausfälle können sich existenzbedrohend auswirken. In Zusammenarbeit mit Auskunfteien können im Bestellprozess verschiedenste Kriterien geprüft werden. Die Wichtigsten sind die Bonität des Kunden und die Adressverifizierung. Ausfallrisiken werden dadurch deutlich gesenkt. Kunden mit zweifelhafter Bonität werden z.B. nur sichere Zahlmethoden angeboten.

Wichtig sind vollautomatisierte Prozesse, die sehr trennscharf viele Risiken erkennen und den Kauf auf Rechnung gegen sichere andere Zahlarten austauscht.

Autor:

Die Allgemeiner Debitoren- und Inkassodienst GmbH (ADU-Inkasso) ist seit fast 20 Jahren aktives Mitglied im Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. und übernimmt das Forderungsmanagement und den Einzug offener Forderungen.
Das Leistungsspektrum umfasst neben dem Debitorenmanagement und dem Mahn- und Inkassoverfahren auch das gerichtliche Mahnverfahren mit anschließender Überwachung titulierter Forderungen. Zur Steuerung des Risikomanagements bietet ADU-Inkasso zudem Bonitätsprüfungen über verschiedene Schnittstellen oder dem eigenen Online-Portal. Einen Namen hat sich das Osnabrücker Inkassounternehmen durch zertifizierte Arbeitsweise, seine transparenten Prozesse und individuellen Inkassolösungen zu fairen Konditionen u.a. in den Branchen des Versandhandels, E-Commerce, der Telekommunikation sowie in den Bereichen des Verlagswesens (Abonnement) sowie Energieversorgung gemacht.

Shop Usability Award 2019: Werde Teil der Jury

Dein Sachverstand ist gefragt. Bewerte die besten Onlineshops Deutschlands

Es ist wieder Award-Zeit. Wer in der E-Commerce-Branche zu Hause ist, weiß, dass es kaum eine wichtigere Auszeichnung für seinen Onlineshop gibt, als den Shop Usability Award. Bis zum 31. August können Shops ins Rennen geschickt werden. Allerdings ist dieses Jahr alles anders.

UXme.io – Die Community wird zur Jury

Die wohl größte Veränderung beim nunmehr 12. Shop Usability Award von Johannes Altmann und dem Shoplupe Team ist, die Community aktiv an der Auswahl der besten Shops zu beteiligen. Jeder der möchte, kann auf uxme.io Mitglied werden und die eingereichten Shops bewerten. Die Registrierung und der Bewertungsprozess sind selbsterklärend. In wenigen Klicks kann man für die Kriterien Design, Usability, Creativity und Storytelling bis zu maximal 10 Punkte für seinen Lieblingsshop vergeben und die Bewertung gegebenenfalls mit einem Kommentar live stellen. Mehr Transparenz geht nicht. Und das hat Einfluss.

Bei uxme.io kann jedes Mitglied Shops bewerten

Die besten 5 Shops aus jeder Kategorie kommen nach Ablauf der Bewerbungsfrist automatisch auf die Shortlist. Dann tritt die hochkarätig besetzte Jury ihr Amt an, die Kategorie-Sieger zu küren. Einen Shop ins Rennen schicken kann im Prinzip jedes UXme-Mitglied. Es muss sich lediglich um einen deutschsprachigen Onlineshop handeln, mit einem Warenkorbsystem und mindestens einem Produkt.

In 19 Kategorien können Shops gewinnen

In 13 Kategorien können die Shops bewertet werden. Von B2B über Food, Freizeit, Haushalt, Mode, bis zu Sport & Outdoor oder Wellness, um nur einige zu nennen. Spannend wird es bei den 6 Sonderkategorien. Von Bester B2B Hersteller, Bester Discounter, Bester Markenshop über Innovativster Shop, Small Business und Social Projects reicht die Palette. Hier dürften sich Shops vermutlich nur wenig Konkurrenz ausgesetzt sehen, wenn sie in einer der Kategorien tatsächlich einen Schwerpunkt haben.

Calida - jetzt auf uxme.io bewerten
Calida – Sieger in der Kategorie Mode 2018! Und auch dieses Jahr wieder am Start. Bewerte diesen Shop!
Reisenthel - jetzt auf uxme.io bewerten
Reisenthel – Shop Usability Award Sieger 2018 in der Kategorie Accessoires, Geschenke und Lifestyle. Dieser Shop geht auch dieses Jahr ins Rennen und wartet auf Deine Bewertung.

OXID macht Sieger. Hilf mit

In der Vergangenheit hatten OXID eShops immer eine sehr gute Ausgangsposition, beim Shop Usability Award zu gewinnen. Letztes Jahr konnten calida.com, bergfreunde.de und reisenthel.com in den hart umkämpften Kategorien Mode, Sport & Outdoor und Accessoires gewinnen. matratzen-concord.de holte sogar als erster Discounter in der Geschichte des Awards den Gesamtsieg.

Wir ermutigen also unsere Kunden und Partner, ihre Shop-Projekte einzureichen. Die Gewinnchancen stehen gut. Und mehr noch: Liebe Community da draußen, bitte mitmachen und die wirklich guten Shops bewerten. Die Händler haben es verdient, mit dieser Auszeichnung auch mal im Rampenlicht zu stehen. Und es macht obendrein noch Spaß, sich die Shops anzusehen, zu bewerten und das Urteil anderer Mitglieder zuverfolgen. Wir wünschen allen viel Spaß beim Bewerten und drücken unseren Kunden und Partnern die Daumen. Mögen die besten Shops gewinnen.

Autor

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

Wie werden Shop und ERP-System eine Einheit?

Serie Teil I: Onlineshop und ERP-System – Stolpersteine auf dem Weg des Erfolgsduos

Vollständige Integration oder Schnittstellenanbindung

Soll ein Onlineshop in das bestehende ERP-System integriert werden, muss die Frage nach dem Integrationsmaß zwingend beantwortet werden. Dabei reichen die Möglichkeiten von einer einfachen Anbindung bis zur vollständigen Integration mit Echtzeitsynchronisierung. Welche Lösung die bessere ist, hängt vom jeweiligen Fall ab.

Verwirrung um die Begriffe Integration und Anbindung

Die Begriffe Integration und Anbindung – bezogen auf Software – werden im Praxisalltag oft Synonym verwendet. Das sorgt oft für Verwirrung. Dabei gibt es zwischen ihnen erhebliche Unterschiede.

Integration bezeichnet in der Regel eine engere Verzahnung, die einerseits für eine hoch abgestimmte Zusammenarbeit der Anwendungen sorgt; andererseits aber auch zu Abhängigkeiten und Funktionsstörungen zwischen den Programmen führen kann.

Bei einer Anbindung mittels einer Schnittstelle handelt es sich hingegen um eine lockerere Form der Zusammenarbeit. Die Gefahr für Abhängigkeiten und Konflikte ist hier nicht so groß, dafür lässt sich aber auch die Funktionalität zwischen den Anwendungen nicht so fein abstimmten.

Was haben menschliches Zusammenleben und technische Integration gemeinsam?

Um die Unterschiede zwischen technischer Integration und Anbindung besser zu veranschaulichen, könnten Formen des zwischenmenschlichen Umgangs und Zusammenlebens als Vergleich herangezogen werden. Leben mehrere Personen in einem Haushalt etwa als Familie zusammen, ist ihre Lebensweise stark verzahnt und damit integriert. Funktioniert das Familienleben gut, unterstützen sich alle gegenseitig im Alltag und nutzen dabei z. B. auch viele Haushaltsgeräte und -einrichtungen gemeinsam. So profitieren die Haushaltsmitglieder von Synergien, dazu gehören Aufwands- und Kosteneinsparungen. Auf der anderen Seite erfordert diese Lebensform auch mehr gegenseitige Rücksicht, die die individuellen Spielräume einschränken kann. Das Konfliktpotenzial ist dadurch tendenziell höher als etwa zwischen Menschen, die allein leben.

Ganz anders sieht es aus, wenn eine Familie Unterstützung von außen anfordert, um ein spezifisches Problem zu lösen. Es kann sich dabei um einen Babysitter, eine Putzhilfe oder einen Handwerker handeln. Diese Personen führen eine Dienstleistung schnell und unkompliziert – und im Idealfall zur vollsten Zufriedenheit der Auftraggeber aus – und verlassen anschließend wieder das Haus. Dadurch sind sie in ihrer Zeit- und Lebensgestaltung nur minimal von der Familie in Frage betroffen. Sie müssen nicht so anpassungsfähig sein, wie die Familienmitglieder untereinander, genießen aber auch nicht die Vorteile des Familienlebens.

Integration von Shop- und ERP-Lösungen: Vor- und Nachteile

Wenn ein ERP-System und ein Onlineshop miteinander enger integriert werden sollen, werden zwei Software-Komponenten zu einer Einheit verschmolzen. Sie greifen dann auf gemeinsame Daten zu – die etwa in einer Datenbank abgelegt sind. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen sind die Daten zwischen ERP-System und Onlineshop immer auf dem aktuellen Stand. Gibt jemand einen neuen Datensatz in die ERP-Software ein – z. B. eine Preisänderung eines Artikels – werden die Daten (fast) sofort in die Onlineshop-Software übertragen. Umgekehrt wird auch der Verkauf eines Artikels im Onlineshop echtzeitnah an das ERP-System gemeldet.

Eine Shopping Experience deluxe entsteht, wenn Shop und ERP-System zusammenarbeiten.
Die ideale Integrationstiefe zwischen Shop und ERP-System hat maßgeblichen Einfluss auf die Customer Experience

Darüber hinaus entfallen beim integrierten System viele Kosten. Der Pflege- und Wartungsaufwand ist oft geringer, weil beide Bestandteile viele gemeinsame Komponenten und Standards nutzen.

Eine stärkere Integration bedeutet allerdings häufig ein wesentlich komplexeres Projekt, da viele Prozesse und mehrere IT-Systeme ideal aufeinander abgestimmt werden müssen. Das Projektmanagement kann unter Umständen – z.B., wenn nicht sauber durchgeführt – zu einem erheblichen Zeitverlust und hohen Kosten führen. Außerdem kann die Tiefe der Integration auch dazu führen, dass bei einer der Lösungen oder auch bei beiden Lösungen ein Teil der Funktionalität ausfällt bzw. eingeschränkt wird. Beispielsweise könnte eine Software immer wieder abstürzen, weil sie sich mit der anderen Software bei einem bestimmten Vorgang nicht abstimmen kann.

Anbindung mithilfe einer Schnittstelle: Vor- und Nachteile

Ganz anders sieht es aus, wenn eine Lösung durch eine Schnittstelle angebunden wird. Hier findet keine enge Integration statt. Die beiden Lösungen bleiben selbstständig und tauschen spezifische, im Voraus festgelegten Daten aus. Ein Onlineshop und ein ERP-System könnten so weitgehend ihre Selbstständigkeit behalten. Das kann sinnvoll sein, wenn der technische oder ökonomische Aufwand der Integration zu hoch oder der geschäftliche Nutzen gering ist. Denn Schnittstellen sind oft auf die geforderten Fähigkeiten ideal programmiert, kommen schlüsselfertig daher, fügen sich nahtlos ein und wurden in der Regel in zahlreichen Projekten erfolgreich umgesetzt, ohne dass das Rad jedes Mal neu erfunden werden musste. Hier können z.B. alle am Tage im Onlineshop verkauften Artikel – etwa durch Anklicken einer Taste – ins ERP-System übertragen werden. Anbindungstiefe und -umfang lassen sich natürlich auch abstufen. So kann es durchaus angebracht sein, dass die Daten nicht einmal am Tag, sondern mehrmals täglich oder sogar in kürzeren Zeitabständen aktualisiert werden.

Schlüsselfertige Schnittstellen sind für ihren Einsatzbereich maßgeschneidert.
Schlüsselfertige Schnittstellen sind für ihren Einsatzzweck maßgeschneidert

Ein wesentlicher Nachteil einer solchen Vorgehensweise ist die Zeitverzögerung. Diese kann dazu führen, dass falsche Entscheidungen aufgrund nicht aktueller Daten getroffen werden. Das kann zur Verärgerung seitens der Kunden und zu Umsatzverlusten führen. Beispielsweise könnte auf der Webseite des Onlineshops ein Artikel noch als ausverkauft angezeigt sein, wenn die neue Lieferung bereits eingetroffen ist. Andersherum könnte auf der Webshop-Seite angegeben sein, dass bestimmte Artikel vorrätig sind, während sie in Wirklichkeit nicht mehr auf Lager sind. Wenn dann z. B. der Kunde ein zum Kindergeburtstag bestelltes Fahrrad nicht pünktlich bekommt, werden dadurch die Kundenloyalität und die Shop-Bewertungen in Mitleidenschaft gezogen.

Anbindung vs. Integration: weitere Punkte, die es zu beachten gibt

Weil ERP-Software heute noch oft lokal betrieben wird, der Onlineshop dagegen öffentlich, agieren beide Systeme in unterschiedlichen Netzwerken. Sie unterliegen deswegen auch unterschiedlichen Sicherheitsstandards. Ein Onlineshop muss – weil wegen öffentlichem Betrieb mehr gefährdet – höhere Sicherheitsstandards erfüllen, als ein lokales ERP-System. Dazu kommen möglicherweise unterschiedliche Betriebssysteme, auf denen die ERP- und die Webshop-Software laufen. Darüber hinaus muss ein Webshop häufig an zusätzliche Services, wie z. B. einen Payment-Service Provider angebunden werden. Diese Unterschiede und Anforderungen können unter Umständen den Aufwand einer Integration deutlich erhöhen.

Bei einer Anbindung mittels einer Schnittstelle sollte man andererseits beachten, dass der Datenaustausch vom Shop und der ERP-Lösung zumeist einen Datenverkehr zwischen zwei eigenständigen Datenbanken voraussetzt. Die Datenübertragung sollte deswegen verschlüsselt werden.

Fazit

Grundsätzlich sollte man sich auch bewusst sein, dass es neben einer vollen Integration und einer losen Anbindung mehrere Zwischenstufen gibt. Die Wahl der Integrations- bzw. Anbindungstiefe sollte das optimale Verhältnis zwischen den erwarteten geschäftlichen Vorteilen und dem Aufwand bzw. dem Risiko im Zusammenhang mit der Umsetzung und dem Betrieb einer gegebenen Software-Lösung bestimmen. Unternehmen sollten also vor Projektstart sorgfältig evaluieren, welches Szenario entsprechend der etablierten Prozesse und der vorhandenen IT-Umgebung das passende ist. Gute Praxisbeispiele, technische Szenarien bis hin zu schlüsselfertigen Lösungen gibt es reichlich. Allein das einzig wahre und für alle Bedürfnisse perfekte Set-up ist nicht am Markt verfügbar. Das muss jedes Unternehmen für sich selbst erarbeiten.

Autor

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

PSD2 tritt in Kraft

Gastblog: Die PSD2 auf der Zielgeraden

Verschärfte Sicherheitsvorschriften bei elektronischen Zahlungen

Seit Januar 2018 entfaltet die zweite Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) der EU-Kommission schrittweise ihre Wirkung im europäischen Zahlungsverkehrsmarkt. Am 14. September 2019 tritt die Regulierung vollends in Kraft: Ab diesem Stichtag sind Online-Händler dazu verpflichtet, eine starke Kundenauthentifizierung (SCA) im elektronischen Zahlungsverkehr umzusetzen. Die Hintergründe, Herausforderungen und Potenziale im Überblick.

Europäische Zahlungsdiensterichtlinien: Für barrierefreie Zahlungen in der EU

Die PSD2 ist eine erweiterte Auflage der PSD aus dem Jahr 2007. Ziel beider Richtlinien ist die Schaffung eines zusammenhängenden Wirtschaftsraums für europäische Finanzdienstleistungen. Während sich die erste PSD-Richtlinie primär auf die Standardisierung der zugrunde liegenden Infrastruktur (SEPA) konzentrierte, zielt die PSD2 auf die Erhöhung der Sicherheitsanforderungen sowie des Wettbewerbs zwischen den Akteuren im Zahlungsverkehr ab. Endkunden sollen von Innovationen, verschärften Sicherheitsanforderungen sowie verbesserten Haftungs- und Transparenzregeln der Richtlinie profitieren.

Seit Januar 2018 wurden bereits zwei zentrale Vorhaben der PSD2 umgesetzt: Banken wurden verpflichtet, technische Schnittstellen für Drittanbieter zu öffnen und verschärfte, insbesondere Verbraucherrechte stärkende Haftungsregeln zu befolgen. Nach 18-monatiger Frist tritt die PSD2 am 14. September 2019 vollends in Kraft, mit direkten Auswirkungen auf das Tagesgeschäft von Shop-Betreibern: Bis zu diesem Stichtag sind die Neuregelungen zur starken Kundenauthentifizierung technisch umzusetzen.

Bequem online bezahlen trotz PSD2?
Die PSD2 hat Auswirkungen für Shop-Betreiber und Kunden

Die neuen Sicherheitsanforderungen an elektronische Zahlungen

Die Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung schreiben vor, dass elektronische Zahlungen ab dem 14. September 2019 durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) abgesichert werden müssen. Dabei sind zur Freigabe einer Bezahlung mindestens zwei unabhängige Faktoren aus den drei Kategorien Wissen (z.B. Passwort, PIN), Besitz (z.B. Bezahlkarte, Smartphone) oder Inhärenz (z.B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung) notwendig. Die 2FA soll sicherstellen, dass es sich beim bezahlenden Nutzer auch tatsächlich um den Kontoinhaber handelt. Ziel: Reduzierung von Betrugsrisiken.

Dabei werden in der Richtlinie unter dem Begriff elektronische Zahlungen Bezahlverfahren zusammengefasst, die speziell für das Bezahlen im E-Commerce entwickelt wurden. Die Definition umfasst unter anderem die Zahlungsarten PayPal, Sofortüberweisung oder Kreditkartenzahlungen nach dem 3D Secure-Verfahren. Davon abzugrenzen sind klassische Zahlungen, wie die beleghafte Überweisung, die Zahlung auf Vorkasse oder die elektronische Lastschrift. Die Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung betreffen damit primär Onlinezahlungen.

Ausnahmen der starken Kundenauthentifizierung

Grundsätzlich gilt: Umso mehr Maßnahmen zur Kundenauthentifizierung getroffen werden, desto komplexer wird der Bezahlprozess für den Nutzer. Um Sicherheit und Convenience im Einkaufserlebnis in ein angemessenes Verhältnis zu setzen, gibt es Ausnahmen von der Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung. Sie ist für folgende Zahlungssituationen gelockert bzw. gänzlich aufgehoben:

Geringer Wert: Zahlungen bis 30€ müssen grundsätzlich nicht durch 2FA-Verfahren abgesichert werden. Falls jedoch seit der letzten Durchführung einer starken Kundenauthentifizierung ein kumulierter Betrag von 100€ oder mehr als fünf Transaktionen über dasselbe Zahlungsmittel verarbeitet wurden, ist eine 2FA durchzuführen.

Wiederkehrende Zahlungen: Wiederkehrende Transaktionen derselben Höhe, wie zum Beispiel Abonnements, sind ab der zweiten Transaktion von der starken Kundenauthentifizierung befreit.

Whitelist-Empfänger: Kunden können zukünftig eine sogenannte Whitelist mit vertrauenswürdigen Empfängern bei ihrer Bank erstellen. Für Bezahlvorgänge bei derartig gelisteten Händlern besteht keine Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung.

Telephone & Mail Orders (MOTO): MOTO-Transaktionen gelten laut Definition der PSD2 nicht als elektronische Zahlungen und sind daher von der starken Kundenauthentifizierung ausgenommen.

Globale Transaktionen: Sobald entweder die kartenausgebende (Issuer) oder die kartenakzeptierende Bank (Acquirer) nicht in Europa ansässig sind, fällt eine Zahlung nicht unter die Regelungen der PSD2.

Die aufgezählten Ausnahmen vereinfachen zwar die Bezahlprozesse für Nutzer, ihre technische Umsetzung stellt Online-Händler jedoch vor selbstständig kaum zu bewältigende Herausforderungen. So ist beispielsweise bei Zahlungen unter 30€ für den Händler nicht ersichtlich, ob im Vorfeld der Zahlung bereits mehr als fünf Transaktionen stattfanden und daher eine starke Kundenauthentifizierung durchgeführt werden muss. Das diesbezügliche Monitoring von Zahlungsmitteln fällt in den Zuständigkeitsbereich von Zahlungsdienstleistern.

Ab dem 14.09.2019 tritt die PSD2 in Kraft
Ab dem 14. September 2019 müssen elektronische Zahlungen durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden.

Verantwortlichkeiten und Potenziale: Kooperation zwischen Shop-Betreibern und Zahlungsdienstleistern

Grundsätzlich sind Zahlungsdienstleister für die Umsetzung der neuen Regelungen zur starken Kundenauthentifizierung verantwortlich: Über die genannten Ausnahmefälle hinaus sind Verfahren einzusetzen, die eine Sicherstellung der Identität des zahlenden Gastes ermöglichen. Zahlungsdienstleister müssen die Auslieferung und Verarbeitung der technischen Daten für die korrekte Abbildung der SCA-Anforderungen sicherstellen. Da die Anbindungen von Buchungsstrecken meist über technische Schnittstellen realisiert werden, besteht der Aufwand vor allem in der Erweiterung dieser Schnittstellen.

Weil in diesem Szenario die 2FA allein vom Zahlungsdienstleister vorgenommen wird, ergibt sich wenig Spielraum für Online-Händler. Die Herausforderung der Webseitenbetreiber besteht auf der einen Seite darin, die für den Nutzer erforderlichen Schritte auf die User Experience abzustimmen und die Komplexität bestmöglich zu reduzieren. Gerade in der Anfangszeit erhöht sich das Risiko sinkender Conversion-Rates bei der Verwendung entsprechender Zahlungsarten. Auf der anderen Seite bietet die Einführung der 2FA einen gewichtigen Vorteil für Online-Händler: Durch die Authentifizierung verringert sich das Risiko von Zahlungsausfällen und damit auch Debatten um Haftungsfragen bei vermeintlich betrügerischen Transaktionen. Für Online-Händler gilt es, die Faktoren Zahlungssicherheit und Komfort für die Nutzer gegeneinander aufzuwiegen.

Autor

BS PAYONE ist einer der führenden Payment-Anbieter Europas und versteht sich als Partner des Handels. Für unsere rund 365.000 Kunden wickeln wir mehr als 2,5 Milliarden Transaktionen pro Jahr ab. Am POS, online oder mobil – wir helfen Händlern und Dienstleistern bei den immer komplexer werdenden Herausforderungen in Bezug auf Bezahlprozesse und Vertriebskanäle.

Gastblog: Klick Dich zu den passenden „Parts“

(Gastblog von Petra Frye-Weber für OXID eSales)

Mit über 620.000 Besuchern aus 200 Ländern hat auch die bauma 2019 ihren Ruf als Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte einmal mehr bestätigt.

Das klickparts-team auf der bauma
Das klickparts-Team auf der bauma.

Erstmals dabei die klickparts GmbH, ein Startup aus Hallbergmoos in der Nähe von München, das nach der Messe seine Geschäftstätigkeit aufnahm. Klickparts nutzt als technologische Basis die eShop Enterprise Edition der OXID eSales AG.

Das Launchprojekt

In der sehr knappen Setup- und Launch-Phase des Webshops, Start Anfang November 2018 bis zum Launch April 2019, waren verschiedene Herausforderungen zu meistern:

1. Konzeption des Frontends

Zielsetzung war, eine intuitive Plattform zu schaffen, welche die sogenannte  Crossreferenzierung, welches Ersatzteil passt in welchen Bagger, sauber und einfach darstellt.

Zusätzlich sollten die unterschiedlichen Qualitäten der Ersatzteile – Original Ersatzteil (OEM) vom Hersteller,  Erstauslieferqualität (OES) oder preiswerter Nachbau (IAM) – übersichtlich gezeigt werden. Ebenfalls gefordert war natürlich eine responsive Darstellung mit klarer Business-to-Consumer-Anmutung (B2C).

Im Fokus der Site stehen Geschäftskunden, denn auch diese wollen (inzwischen) ohne Einschränkungen Ersatzteile wie normale private E-Commerce-Produkte kaufen. Überdies kann der Kunde in der Suchmaske sowohl nach dem jeweiligen Baumaschinenhersteller, nach dem entsprechenden Produkt, der Artikel- oder der OEM-Nummer suchen.

2. Setup und Anbindung des Backends

Parallel wurde SAP Business 1 implementiert, mit Produktdaten gefüllt und  über eine ebenfalls neuaufgesetzte Middleware an den OXID Shop geliefert.

Da Baumaschinen und deren Ersatzteile relativ komplex sind, war hier ein sehr umfangreiches Attribut-Setting zu beachten, welches den Standard des einfachen E-Commerce-Shops weit übertrifft.

Klickparts auf der bauma 2019

Schon im Vorfeld der bauma hat das Unternehmen durch zielgerichtete Marketingmaßnahmen auf sich und seine Geschäftsidee aufmerksam gemacht. Neben klassischen Werbemaßnahmen erwies sich vor allem die YouTube-Kampagne mit dem Moderator und Social-Media-Experten JP Kraemer als voller Erfolg und bescherte dem jungen Unternehmen viele Klickzahlen und hohe Aufmerksamkeit.

Der restaurierte – in den klickparts-Farben blau und weiß lackierte  – VW Bus erwies sich als wahrer Publikumsmagnet und zog viele interessierte Besucher auf den Messestand, wo das klickparts-Team die Vorzüge seines Internetshops fachkundig erläuterte.

Ein idealer Startpunkt

Rückblickend hat sich die Weltleitmesse als idealer Startpunkt erwiesen, mit klickparts an den Start zu gehen.

„Die bauma war für uns ein voller Erfolg“, lautet die Bilanz von klickparts-Geschäftsführer Stephan Bäumler. „In zahlreichen Gesprächen mit dem Fachpublikum ist uns klar signalisiert worden, dass der Markt nun bereit ist für eine solche Initiative“, so Bäumler weiter.

Der Markt [ist] nun bereit für eine solche Initiative.

Stephan Bäumler, Geschäftsführer Klickparts GmbH

Sowohl Firmeninhaber als auch Werkstattmitarbeiter haben demnach bekundet, dass sie sich diese Abläufe zur schnellen und einfachen Bestellung von Ersatzteilen und Wartungsprodukten, wie sie es bereits aus anderen Branchen kennen, auch für Baumaschinen wünschen. Besonders positiv bewerteten die Kunden, die intuitive Handhabung des Shops.

klickparts-Geschäftsführer Stephan Bäumler erläutert am bauma Stand das Produktportfolio.
Social-Media-Experten JP Kraemer (r.) hat mit Andre Brockschmidt vom bauforum24 (l.) im Vorfeld der bauma für die neue Online-Plattform klickparts.com geworben und ließ sich auf der Messe von klickparts-Geschäftsführer Stephan Bäumler noch einmal den Webshop und das Produktportfolio zeigen.

Blick in die Zukunft

Großen Anteil an dem erfolgreichen Launch hat auch OXID, das uns in der knappen Umsetzungszeit jederzeit mit Rat und Tat, genügend Kapazitäten und pragmatischen Lösungen zur Seite stand. OXID zeigte sich als idealer Partner für komplexe Lösungen im Front- und Backend“, wertet Stephan Bäumler, der auch künftig auf die Expertise des OXID Teams setzt. „Wir werden zusammen mit OXID die Weiterentwicklung des Shops anstoßen und mit zahlreichen zusätzlichen Features und Modulen die Konversion ständig optimieren.“

Autorin

Petra Frye-Weber ist Marketing Consultant der klickparts GmbH. Das Startup aus Hallbergmoos bietet eine Online-Plattform für Baumaschinen-Ersatzteile namhafter Fabrikate.

Cairo Shop in Frankfurt

Rekord: Möbel für 96.000 Euro in OXID eShop bestellt

OXID eShop-Betreiber und Designmöbel-Händler Cairo AG wickelt den größten, reinen Online-Shop-Auftrag der Unternehmensgeschichte ab.

Manchmal flattern einem Geschichten auf den Tisch, da muss man zwei mal hinschauen. Diese hier ist so eine. Unser Kunde www.cairo.de meldete sich bei den Kollegen in der Kundenbetreuung und gab an, eine Bestellung im Cairo Shop über Möbel im Wert von 96.876,17 Euro erhalten zu haben.

Die erste Reaktion „Ja klar, und wann wird der Auftrag wieder storniert?“ Auch Cairo dachte bei einem Auftrag in dieser Größenordnung zuerst an Fake. „Gewissheit hatten wir erst, als zwei Tage nach der Bestellung die Vorauskassenzahlung auf unserem Bankkonto einging“, erklärt Gero Furchheim, Vorstand der Cairo AG.

Produkte in den Warenkorb legen, einen Blick auf die Verfügbarkeit werfen und auf den „Bestellen“-Button klicken: Das sind ganz normale Vorgänge im Onlineshop eines Händlers. Ungewöhnlich war dieses Mal bei Cairo allerdings die Anzahl der Möbel und die Größe des Warenkorbs. Mit einem Gesamtwarenwert von knapp 100.000 Euro lieferte das Cairo-Team just den größten Online-Shop-Auftrag in der Unternehmensgeschichte aus. Herzlichen Glückwunsch dazu vom gesamten Team OXID.

Rekordauftrag bei Onlinehändler Cairo AG
Vorbereitung Versand der Rekord-Bestellung im Cairo Shop

Während normale Bestellungen des Unternehmens nach dem Motto „heute bestellt – morgen geliefert“ erfüllt werden, verließ diesmal sechs Tage nach Bestelleingang ein 40-Tonnen-LKW das Firmengelände und lieferte die Möbel mit einer Direktfahrt inklusive Aufbauservice aus. „Die schnelle Warenverfügbarkeit und unkomplizierte Lieferung war für den Kunden entscheidend. Er hatte eine konkrete Vorstellung von dem, was er wollte und fand alle Produkte bei uns vorrätig“, sagt Gero Furchheim.

Der Cairo-Vorstand ist zugleich Präsident des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh). „Der durchschnittliche Warenkorb einer Online-Bestellung in Deutschland weist nach Studien des E-Commerce-Verbands 110,60 Euro auf“, so Furchheim. „Wir sehen uns bestätigt in unserer Annahme, dass es faktisch keine Grenzen oder Ausschlüsse für Waren gibt, die im Onlinehandel verkauft werden. Mehr als jeder 8. Euro im privaten Konsum wird im E-Commerce ausgegeben – auch im Jahr 2019 mit einem Plus von +10,5 %.“

Wir selbst kennen viele Erfolgsgeschichten und sind zurecht Stolz darauf, dass unsere Kunden und Partner regelmäßig renommierte E-Commere-Auszeichnungen abräumen. Ein Auftrag in dieser Höhe erscheint auch uns redkordverdächtig. Was nicht überrascht ist, dass ein solcher Auftrag rein technisch im OXID eShop keine große Herausforderung darstellt. Viel wichtiger ist für uns, dass der Kunde dem Händler und der Plattform vertraut, um solche Summen online auszugeben. Dass er sich so gut in einem Shop zurechtfindet, weiß, was er braucht und diverse Artikel in einer solchen Größenordnung sinnvoll kombinieren kann. Das ist für uns als Hersteller eine richtig gute Nachricht. Gerade weil wir bei der Weiterentwicklung unserer Plattform auf den Aspekt Customer Experience im Shop besonders viel Wert legen.

Shopping in 3D bei Cairo in Frankfurt
Eingang in den 3D Möbel Shop von Cairo in Frankfurt

Moderne Webshops bieten Beratung, Erlebnisse und Geschichten. Dies setzt OXID eSales seit 9 Jahren gemeinsam mit der Cairo AG um. So ist bei Cairo über 3d.cairo.de ein virtueller Besuch im realen Designstore möglich, bei dem Produkte aus dem fotografischen 3D-Modell des Ladengeschäfts direkt in den Warenkorb gelegt werden können. Und das in Frankfurt, Nürnberg, München und Groß-Umstadt. Inspirationen zu Neuheiten und Möbelklassikern gibt die Cairo AG auch über einen gedruckten Designkatalog, den Kunden und Interessenten regelmäßig zugeschickt bekommen.

Eine wirklich schöne Erfolgsgeschichte. Wenn Sie uns Ihre ebenfalls mitteilen möchten, schreiben Sie an [email protected].

Mehr Infos: Pressemeldung und Blog der Cairo AG.

Autor:

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

Afterbuy Marktplatz Integration

Gastblog: Was bringt eine Multi-Channel Strategie?

(von Daniel Bleichroth, Senior Produktmanager bei Afterbuy)

Der deutsche Onlinehandel wächst weiterhin: So ist der E-Commerce Umsatz im letzten Jahr um 11,4% gestiegen. Online-Marktplätze sind dabei mit über 30 Milliarden Euro nach wie vor die größten bzw. umsatzstärksten Vertriebskanäle in Deutschland (Quelle: „Interaktiver Handel in Deutschland (2018)“, Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ).

Kunden wollen bequem jederzeit von zuhause oder auch von unterwegs schnelle Einkäufe tätigen und schätzen vor allem das riesige und sofort verfügbare Produktangebot auf Marktplätzen. Der Kaufvorgang wird immer weiter vereinfacht und radikal am Kundennutzen ausgerichtet, sodass es für Onlineshopper zunehmend selbstverständlich wird, Waren von verschiedenen Händlern in einem Marktplatzeinkauf zu bündeln.

Aus diesem Grund ist es heutzutage für Onlinehändler häufig nicht mehr ausreichend, die Waren nur über den eigenen Shop zu verkaufen: Selbst Conrad Electronic, einer der umsatzstärksten Onlineshops Deutschlands, verkauft seine Produkte über Marktplätze wie Amazon oder eBay (Quelle: E-Commerce-Markt Deutschland 2018, EHI Retail Institute)

Ein Multi-Channel-Ansatz reduziert Risiken und schafft gleichzeitig mehr Reichweite, Sichtbarkeit, Vertrauen und Umsatz

Die Vorteile einer Multi-Channel-Strategie sind zahlreich: Durch den mehrgleisigen Vertrieb, z.B. im eigenen OXID eShop und auf verschiedenen Marktplätzen, erreichen Händler unterschiedliche Zielgruppen. Ein unternehmenseigener Shop bietet zwar gewisse Freiheiten in Gestaltung und Service, ist in den Möglichkeiten der Neukundengenerierung jedoch vergleichsweise eingeschränkt. Marktplätze hingegen bieten Händlern durch suchmaschinenoptimierte Websites zusätzliche Reichweite, um ihre Waren den bereits bestehenden Kundenkreisen der Plattformen anzubieten. Oft profitieren Händler zudem von der Markenbekanntheit des Marktplatzes: Das vertrauensvolle Umfeld von etablierten Marktplätzen verringert die Zweifel, die Kunden eventuell gegenüber einem unbekannten Händler haben und begünstigt die Kaufbereitschaft.

Das sollten Sie beim Umsetzen einer Multi-Channel-Strategie berücksichtigen

Der Einrichtungsaufwand einer Multi-Channel-Strategie hält sich im Allgemeinen in Grenzen. Zwar gilt es Aufgaben, wie etwa die Anpassung der eigenen Artikel an die marktplatzeigenen Suchalgorithmen zu berücksichtigen, um die Sichtbarkeit der eigenen Artikel zu erhöhen, jedoch ist hier der Aufwand eher gering. Zusätzlich müssen Sie gerade im Bereich der Artikelpräsentation nicht viel Eigenleistung erbringen, da hier die Marktplätze oftmals Standards vorgeben. Mit wenig Aufwand und in nur wenigen Schritten können Sie so Ihre Multi-Channel-Strategie mit Ihrem eigenen Unternehmen verbinden.

  1. Wählen Sie die „richtigen“ Marktplätze aus
    Fokussieren Sie sich nicht nur auf die Big-Player, sondern lernen Sie auch andere Marktplätze kennen. Jeder hat eigene Schwerpunkte – im Sortiment, in den Prozessen sowie in der Zielgruppe. Achten Sie darauf, dass die Kosten transparent sind und ein breiter Händlerservice geboten wird.
  2. Informieren Sie sich über Marktplatzanforderungen
    Jeder Marktplatz hat unterschiedliche Ansprüche und Anforderungen an Kundennutzen, Produktpräsentation bzw. –daten oder Service-Level, die es zu beachten gilt.
  3. Sie müssen wissen, was Ihre Kunden suchen
    Das Thema SEO, wie man es von der klassischen Suchmaschinenoptimierung kennt, spielt mit Amazon SEO oder eBay SEO auch bei den Marktplätzen eine wichtige Rolle, denn Kunden bevorzugen obenstehende Angebote. Sie müssen also für jeden Marktplatz die richtigen Keywords finden und in den Produktdaten, insbesondere im Produkttitel, hinterlegen.
  4. Behalten Sie Ihre Kosten stets im Blick
    Die Sortimentskompetenz ist für den Erfolg von entscheidender Bedeutung. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie mit Ihren Produkten Geld verdienen. Renner-Penner-Listen geben einen Überblick über Artikel, die sich exzellent oder gar nicht verkaufen. Lagerbestände können so besser verwaltet werden.
  5. Bleiben Sie konkurrenzfähig!
    Als Händler müssen Sie genau wissen, welche Artikel Sie wo zu welchem Preis verkaufen können und dynamisch auf den Markt reagieren. Wettbewerbsanalysen, Preis-/Mengenabgleiche und Repricing-Tools helfen bei der optimalen Preisgestaltung.
  6. Software: Nicht am falschen Ende sparen!
    Um auf allen Kanälen gut performen zu können, ist es wichtig, weiterhin den Überblick über Ihr Geschäft und Ihre Verkaufsaktivitäten zu behalten. Dazu sollten Händler ein E-Commerce ERP als zentrales Steuersystem nutzen, welches Ihre Prozesse und vor allem Bestände plattformübergreifend automatisieren und managen kann.

Autor

Daniel Bleichroth, Senior Produktmanager bei Afterbuy

Daniel Bleichroth ist gelernter Software Entwickler und Senior Produktmanager bei Afterbuy. Die Cloudlösung ermöglicht die automatisierte Produktlistung, Bestandsführung und Kaufabwicklung mit Zahlungsabgleich, Rechnungsdruck, Buchhaltungs- & Versandschnittstellen sowie Kundenkommunikation. Afterbuy ist an alle führenden Marktplätze angebunden und bietet so die zentral gesteuerte Erschließung vieler Verkaufskanäle. Mit dem OXID Afterbuy Connector profitieren OXID-Händler von den Afterbuy Funktionen und können schnell auf Amazon, eBay & Co. verkaufen.

Gastblog: Die fünf größten Rechtsfallen in der Social-Media-Kommunikation

(Gastblog von Sabine Heukrodt-Bauer, LL.M. für OXID eSales)

Die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist mittlerweile Pflicht für jedes Unternehmen auf dem Markt. Doch treten bei der Nutzung dieser Dienste immer wieder rechtliche Hürden auf, die auch bei kleinen Fehlern zu teuren Abmahnungen führen können. Im OXID Academy Webinar am 9. Mai um 11 Uhr gehen wir auf die besonderen Herausforderungen im Social-Media-Recht ein und greifen hier die fünf größten Fallstricke heraus, die uns immer wieder in der täglichen Anwaltspraxis begegnen:

1. Kein oder ein falsches Impressum

Die Impressumspflicht folgt aus § 5 Telemediengesetz (TMG) und gilt für alle „Telemedien“, also für alle elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste: Webauftritte von Unternehmen, Onlineshops, Facebook-Accounts usw. In jedem Social-Media-Kanal, den ein Unternehmen führt, ist daher ein ordnungsgemäßes Impressum einzufügen. Es sind dieselben Angaben zu machen, wie das auch in „normalen“ Webseiten und/oder Onlineshops der Fall ist. Da Social-Media-Posts unter die „journalistisch-redaktionellen Inhalte“ im Sinne des § 55 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) fallen können, sollte zusätzlich ein „Verantwortlicher“ für die Inhalte mit Vornamen und Nachnamen angegeben werden, der die folgenden Kriterien erfüllen muss:

  • ständiger Aufenthalt im Inland,
  • die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht infolge Richterspruchs verloren,
  • voll geschäftsfähig,
  • unbeschränkt strafrechtlich verfolgbar.

Aus diesen Vorgaben ergibt sich das folgende Muster für ein korrektes Impressum für das Beispiel einer Gesellschaft mit bedingter Haftung (GmbH):

Impressum

Beispielfirma GmbH
Beispielstraße 1
12345 Beispielstadt
Telefon: +49 (0)123 456789
Telefax: +49 (0)123 456780
E-Mail: info @ beispielsdomain.de
Geschäftsführer: Max Mustermann
Handelsregister: Amtsgericht Beispielstadt, HRB 12345
USt.-ID.: DE123456789


Verantwortlicher nach § 55 RStV: Max Mustermann, Adresse wie oben.

Weitere Impressumsmuster zu anderen Gesellschaftsformen unter: http://www.res-media.net/muster

Das Gesetz verlangt in § 5 TMG, dass das Impressum „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ ist. In Webseiten und Onlineshops wäre dazu eine Seite „Impressum“ in die Navigation einzufügen. Für das Einfügen in Social-Media-Accounts sind insoweit zwei Punkte zu beachten:

  • Der Bundesgerichtshof hat zur „unmittelbaren Erreichbarkeit“ die sogenannte „Zwei-Klick-Regel“ entwickelt, welche besagt, dass die Erreichbarkeit noch gewährleistet ist, wenn zwei Links zwischen Startseite und Darstellungsseite des Impressums liegen (im Urteil vom 20.07.2006, Az. I ZR 228/03, ein Klick auf „Kontakt“ und ein weiterer Klick auf „Impressum“).
  • Für den Bereich „Social Media“ gibt es Urteile, wonach die Bezeichnung des Links oder der Registerkarte „Info“ in den Accounts nicht deutlich genug auf das Impressum hinweist (LG Aschaffenburg, Urteil vom 19.08.2011, 2 HK O 54/11; LG Frankfurt, Beschluss vom 19.10.2011, 3-08 O 136/11).

Soweit keine entsprechenden Seiten in den Kanälen eingerichtet werden können (z. B. Instagram, Twitter), sollte im Profil, in der Bio usw. ein Link http://www.beispielsdomain.de/Impressum_Datenschutz auf eine externe Landingpage eingefügt werden. Hier können dann die Pflichtinhalte zum Impressum (sowie zum Datenschutz, siehe unten Ziffer 5) platziert werden. Bei Facebook kann auf Fanpages die „Story“ für das Impressum und den Datenschutz genutzt werden.

2. Keine ausreichenden Nutzungsrechte an Bildern

Das Problem ist eigentlich ein altbekanntes: Veröffentlichungen von fremden Bildern können gegen die Rechte Dritter, insbesondere gegen das Urheberrecht verstoßen. Doch immer wieder werden Bildrechte missachtet und es kommt zu kostspieligen Abmahnungen.

Es ist immer die Entscheidung des Urhebers als Ersteller eines Bildes, ob, wie, wo und von wem sein Bild verwendet oder veröffentlicht wird. Solange der Urheber keine Zustimmung zur Veröffentlichung gegeben hat, dürfen die Bilder also auch nicht in Social Media-Profilen genutzt, hochgeladen oder geteilt werden. Hier hilft es übrigens auch nicht, dass zumindest die Quelle mit einem Copyright o. ä. des Bildes angegeben wird. Wird ein Bild ohne Einverständnis hochgeladen, macht auch die Angabe eines Bildnachweises das Ganze nicht „ein bisschen rechtmäßiger“.

Alle urheberrechtlich relevanten Materialien wie Bilder, Grafiken, Fotos usw. müssen vor ihrer Verwendung auf Social-Media-Plattformen grundsätzlich auf die Rechte anderer hin überprüft werden. Werden fremde Urheberrechte verletzt, können Unternehmen auch für die Fehler ihrer Mitarbeiter in Anspruch genommen werden.

Es ist insgesamt zu empfehlen, einen Datenpool mit rechtmäßig erworbenem und lizensiertem Content aufzubauen, der in den Social-Media-Kanälen genutzt werden darf.

3. Social Media Plugins und Urheberrechte

Ein besonderes urheberrechtliches Risiko ergibt sich nicht nur aus dem Teilen fremder Inhalte, sondern auch bereits durch das Einbinden von Social Media -Plugins auf den eigenen Webseiten.

Hierbei handelt es sich um die Buttons bzw. Funktionen wie der Facebook-Like-Button oder der Button für das Retweeten bei Twitter. Das „Liken“ oder „Sharen“ von eigenen Webseite-Inhalten durch Dritte kann direkt zu Urheberrechtsverletzungen führen, denn hier werden automatisch die in der eigenen Webseite eingefügten Bilder und Fotos gleich mit veröffentlicht.

Als Webseitenbetreiber verfügt man aber nicht immer über die erforderlich Social-Media-Lizenzen an den Webseitenbildern, wenn diese nicht extra eingekauft wurden. Die Lizenz „Internetnutzung“ beinhaltet nicht automatisch auch die Lizenz „Social Media Nutzung“ (vgl. dazu Urteil des LG Frankfurt a.M. vom 17.07.2014, Az. 2 – 03 S 2/14). Es muss daher mit dem Fotografen oder der jeweiligen Agentur geklärt werden, welche Nutzungsarten mit der Lizenz verknüpft sind.

Bei vielen Stockbild-Anbietern ist in der Lizenz „alles drin“, andere erteilen die Erlaubnis zur Social-Media-Nutzung auf Nachfrage.

4. Recht am eigenen Bild

Auch kommt es immer wieder wegen des Rechts am eigenen Bild zu rechtlichen Problemen. Veranstalten Unternehmen Events oder nehmen an Messen teil, werden Fotos davon direkt in den Social-Media-Kanälen veröffentlicht. Werden die abgebildeten Geschäftspartner und Gäste nicht zuvor um deren Erlaubnis gefragt, kann das Recht am eigenen Bild nach §§ 22, 23 Kunsturhebergesetz (KUG) verletzt sein.

Seit Geltung des neuen Datenschutzrechts ist ein weiteres Problem hinzugekommen, denn bereits das Anfertigen und Speichern von Fotos mit erkennbaren Personen darauf kann eine Verarbeitung von personenbezogenen Daten darstellen. Das ist nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu Werbezwecken entweder nur mit Einwilligung der jeweils abgebildeten Personen oder auf der Grundlage eines überwiegenden, berechtigten Interesses des Unternehmens zulässig.

5. Datenschutzinformation

Im letzten Jahr entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass Betreiber von Facebook-Fanseiten für die Datenverarbeitung des sozialen Netzwerks verantwortlich sind (Urteil vom 05.06.2018, Az. C-210/16).

Das Urteil erging zwar zu Facebook auf der Grundlage der „alten“ Rechtslage nach der bisherigen EU-Datenschutzrichtlinie (RiLi 95/46/EG) bzw. dem nationalen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) alter Fassung. Es ist aber auf praktisch alle sozialen Netzwerke und die seit dem 25.05.2018 gültige Rechtslage nach der neuen DSGVO anwendbar.

Entsprechend hat bereits die Datenschutzkonferenz (DSK), ein Gremium der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder, regiert. In einer Stellungnahme zum EuGH-Urteil vom 06.06.2018 https://www.datenschutz-bayern.de/dsbk-ent/DSK_95p-Fanpages.pdf heißt es, dass dringender Handlungsbedarf für die Betreiber von Fanpages bestehe. Wer eine Fanpage betreibe, müsse seine Besucher u.a. transparent und in verständlicher Form darüber informieren, welche Daten zu welchen Zwecken durch Facebook und ihn als Fanpage – Betreiber verarbeitet werden. Dies gelte sowohl für Personen, die bei Facebook registriert seien, als auch für nicht registrierte Besucherinnen und Besucher des Netzwerks.

(Lesen Sie dazu auch den Beitrag: >>“Gastblog: Facebook Fanpages und Custom Audiences – was ist noch erlaubt?“)

Damit steht fest, dass jeder Social-Media-Kanal neben einem Impressum vor allem auch eine Datenschutzinformation nach Art. 13 DSGVO benötigt, in der umfassend über die Verarbeitung der personenbezogenen Daten informiert wird. Der Text dazu kann zusammen mit dem Impressum (vgl. oben Ziffer 1) zum Beispiel auf einer externen Landingpage eingefügt werden, auf die aus den Social-Media-Kanälen heraus verlinkt wird.

Diese und weitere Fragen beantworten wir im OXID Academy Webinar Legal Update: „Social Media Recht“ am 9. Mai um 11 Uhr. Melden Sie sich gleich hier an!

Autorin

>>Sabine Heukrodt-Bauer. LL.M. ist Sprecherin auf diversen Events und Kongressen der IT-Branche und Dozentin für IT-Recht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Sie veröffentlicht regelmäßig Artikel zu aktuellen Themen im IT-Recht und E-Commerce und betreut seit über 10 Jahren für die INTERNET WORLD Business die Kolumne „E-Shop-Tipp“. Sie sitzt im Ausschuss „IT-Recht“ der Bundesrechtsanwaltskammer.

Gastblog: Neue Schulung E-Commerce Recht und 8 Tipps für einen rechtssicheren Onlineshop

(Gastblog von Sabine Heukrodt-Bauer, LL.M. für OXID eSales)

Onlinehändler müssen zahlreiche gesetzliche Vorschriften beachten, die fast nicht mehr zu überblicken sind. Dabei kann fast jeder Fehler in diesem Bereich wettbewerbsrechtlich u. a. von Mitbewerbern, Verbraucherschutzverbänden oder der Wettbewerbszentrale abgemahnt werden. Abmahnungen gehören daher mittlerweile zum Alltag von Onlinehändlern und richten teilweise hohe finanzielle Schäden an.

Im neuen >>Schulungsformat „E-Commerce Recht“ der OXID Academy erhalten Shopbetreiber und Projektleiter tiefgehende Kenntnisse über gängige Rechtsfragen im E-Commerce. Die folgenden 8 Tipps geben in Kürze einen Überblick über die wichtigsten Stolperfallen, und wie man sie vermeidet.

Tipp 1: Belehrung zum Widerrufsrecht und Muster der Widerrufserklärung

Verbrauchern steht im Internethandel ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Das gesetzliche Muster für die Wider­rufsbelehrung ist hier geregelt: >>Widerrufsbelehrung. Dazu müssen Händler Verbrauchern auch das Muster für die Widerrufserklärung zur Verfügung stellen: >>Widerrufserklärung.

Für beide Muster gilt, dass diese wegen des bestehenden Abmahnrisikos nur im Rahmen der gesetzlichen Gestaltungshinweise abgeändert werden und jegliche „freie“ Abänderungen unterbleiben sollten.

Tipp 2: Bestellbutton

Bereits seit dem 01.08.2012 ist die sog. Button-Lösung in Kraft. Danach ist der Bestell-Button am Ende des Check-Outs mit Formulierungen wie „zahlungspflichtig bestellen“, „kostenpflichtig bestellen“, „kaufen“ oder „Jetzt kaufen“ zu beschriften.

Tipp 3: Bestätigungen

Jedem Kunden ist der Zugang der Bestellung beim Händler unverzüglich elektronisch zu bestätigen. Zusätzlich ist dem Kunden eine Vertragsbestätigung zu übermitteln, die den gesamten Inhalt der Bestellung einschließlich etwaiger AGB wiedergibt.

Ist der Vertragsschluss im Onlineshop so geregelt, dass das Onlineangebot verbindlich ist und der Vertrag bereits mit der Bestellung des Kunden verbindlich zustande kommt, können die Bestelleingangsbestätigung und die Vertragsbestätigung in einer einheitlichen E-Mail versendet werden.

Tipp 4: Artikelbeschreibung

Online ist der Kunde auf Produktbilder und eine ausführliche Artikelbeschreibung angewiesen. Die Informationspflichten im Fernabsatz erfordern deshalb die Darstellung aller „wesentlichen Eigenschaften“.

Welche das sind (etwa Größe, Gewicht, Farbe, Funktion etc.), hängt von den jeweiligen Artikeln ab. Auch an mögliche Sondervorschriften für z. B. Elektrogeräte, Textilien, Lebensmittel, Spielzeug und viele andere Artikelgruppen ist beim Abfassen der Artikelbeschreibungen zu denken.

Tipp 5: Preise

Alle Artikel sind nach der Preisangabenverordnung (PAngV) mit den Gesamtpreisen, also den Preisen einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile, auszeichnen. Außerdem ist der Hinweis „inklusive Mehrwertsteuer“ oder „inkl. MwSt.“ erforderlich.

Zusätzlich ist anzugeben, ob ggf. zusätzliche Versandkosten anfallen und wenn ja, in welcher Höhe. Bei Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden, ist auch der Preis je Mengeneinheit (Grundpreis) anzugeben.

Tipp 6: Allgemeine Geschäftsbedingungen

Wie dargestellt, muss der Händler dem Verbraucher eine „Vertragsbestätigung“, in der der Vertragsinhalt wiedergegeben ist, zusenden. Auch im Hinblick auf die gesetzlichen Pflichtinformationen im Fernabsatz und im elektronischen Geschäftsverkehr bietet es sich daher insbe­sondere im B2C-Bereich an, alle Informationen auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zusammenzustellen und dem Verbrau­cher per E-Mail mit der Vertragsbestätigung zur Verfügung zu stellen.

Dabei dürfen die AGB keine unzulässigen Klauseln enthalten. Viele Klauseln, die im B2B-Geschäft üblich sind, sind beim Verkauf an Verbraucher unzulässig und können abgemahnt werden.

Tipp 7: Datenschutz

Es ist eine eigene Seite „Datenschutz“ oder „Datenschutzinformation“ ein­zurichten, die Besucher und Kunden über alle datenschutzrechtlichen Aspekte des Shops nach Maßgabe der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) informiert.

Es muss über sämtliche Verarbeitungen von personenbezogenen Daten informiert werden. Dabei sind auch Informationen zu Social Media Plug-ins, Tracking Tools, Widerspruchsmöglichkeiten etc. nicht zu vergessen.

Tipp 8: Produktbilder und Urheberrecht

Wer fremde Produktfotos unberechtigt für den eigenen Online-Shop verwendet, ist dem Urheber oder Nutzungsberechtigten gegenüber zu Unterlassung, Auskunft und Schadenersatz verpflichtet.

Händler sollten daher Nutzungsrechte an Produktfotos immer schriftlich regeln und sich diese bestätigen lassen. Außerdem ist grundsätzlich die korrekte Nennung des Urhebers im Online-Shop erforderlich, wenn dieser nicht ausnahmsweise darauf verzichtet hat.

Das notwendige Wissen und die Werkzeuge zu diesen Punkten und weiteren Themen erhalten Sie in der Tagesschulung „E-Commerce Recht“ am 5. Juli in Freiburg. Die Plätze sind begrenzt, melden Sie sich frühzeitig an.

Autorin

>>Sabine Heukrodt-Bauer. LL.M. ist Sprecherin auf diversen Events und Kongressen der IT-Branche und Dozentin für IT-Recht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Sie veröffentlicht regelmäßig Artikel zu aktuellen Themen im IT-Recht und E-Commerce und betreut seit über 10 Jahren für die INTERNET WORLD Business die Kolumne „E-Shop-Tipp“. Sie sitzt im Ausschuss „IT-Recht“ der Bundesrechtsanwaltskammer.