Beiträge

Gastblog: Black Friday – Jetzt eine Newsletter-Kampagne planen

(by Sabine Kowalski, Marketing Communications, CleverReach® GmbH & Co. KG)

Am 29.11.2019 ist es wieder so weit: Der Black Friday lockt Einkäufer in die Läden und Online-Shops, um die Gelegenheit zu nutzen, Weihnachtsgeschenke (und auch die ein oder andere Kleinigkeit für sich selbst) zum günstigen Preis zu ergattern. Tatsächlich gehört der Black Friday nach Weihnachten zu den umsatzstärksten Tagen des Jahres für den Online-Handel.

Zeit, um auch für Ihren eigenen OXID Shop eine entsprechende E-Mail Werbekampagne auf die Beine zu stellen! Warum es sich auch für Einsteiger lohnt, passend zum Black Friday Newsletter zu planen, verraten wir Ihnen im heutigen Gastbeitrag.

Fakten, die überzeugen

Wie Valentinstag und Halloween ist auch der Black Friday (der Tag nach Thanksgiving) aus den USA nach Deutschland geschwappt und hat sich hier als dankbarer Anlass für Händler etabliert, Restbestände im Sale zu verkaufen, um Platz für die neuen Winterartikel zu schaffen.

Die Zahlen sprechen für sich: Betrachtet man allein das Jahr 2018, gaben Kunden im Schnitt knapp 500 Euro für Weihnachtsgeschenke aus – die am liebsten am Black Friday besorgt werden, denn die Schnäppchen bieten sich einfach zu gut für’s Geschenkeshopping an. Deutschlandweit brachte der Black Friday ca. 2,4 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2018, den etwas weniger bekannten Cyber Monday mit eingerechnet – 15 % mehr als im Vorjahr. Der Umsatz, der online gemacht wurde, betrug dabei schon in 2016 gute 18 % des Gesamtumsatzes und ist im Laufe der Jahre weiter angestiegen.

Zwischen Thanksgiving und Cyber Monday werden weltweit fast 140 Millionen Produkte allein von Marktplatzhändlern verkauft. Unter den verkauften Produkten waren 2018 Smartphones und Tablets von Samsung und Apple ganz vorne mit dabei. Aber auch Spielekonsolen, Lautsprecher, Küchengeräte und sportliche Modeartikel sind über die digitalen Ladentheken geflogen.

Kunden lieben das Schnäppchen Shopen am BlackFriday

Ob vom Desktop aus, vom Handy oder Tablet: Das Verhältnis, von welchem Gerät aus deutsche Online-Shopper auf das Angebot zugreifen, hält sich im Aktionszeitraum die Waage. Im Hinblick darauf ist es für Online-Händler sinnvoll, auf die Responsivität des eigenen Shops zu achten. Übergreifend ist jedenfalls zu beobachten, dass Zugriffe und Sales im Online-Handel im Vergleich zur Vorwoche am Black Friday um das Dreifache steigen!

Das Suchvolumen nach dem Begriff „Black Friday“ ist auf Google seit 2005 stetig gestiegen. Von 2017 auf 2018 sind Abfragen zu dem Thema um rund 40 Prozent gestiegen. Lassen Sie Ihre Kunden nicht länger suchen, sondern gehen Sie aktiv mit Angeboten auf sie zu. Eine Newsletter-Kampagne eignet sich dafür hervorragend, denn der zeitliche und finanzielle Aufwand ist im Vergleich zum hohen Return sehr gering: Auf jeden investierten Euro können Sie 34 Euro umsetzen!

Vorbereitungen treffen für die perfekte Black Friday Kampagne

Wie war das mit dem Markenrecht?

Eines vorweg zum Markennamen „Black Friday“: Als eingetragene Wortmarke ist die Verwendung des Begriffs für deutsche Händler derzeit abmahnfähig. Nur im redaktionellen Gebrauch ist die Verwendung bedenkenfrei. Verwenden Sie daher lieber kreative Abwandlungen des Begriffs, wenn Sie Ihre Black Friday Angebote im Online-Shop oder im Newsletter bewerben möchten. Ein Favorit von mir ist zum Beispiel der „Bag Friday“, den der Taschenhändler Fashionette im vergangenen Jahr beworben hat. Aber auch „Sales Friday“, „Special Friday“ und andere Alternativformulierungen können Sie Ende November in Ihren Werbeaktionen nutzen.

Black Friday Newsletter schon jetzt vorbereiten

Das Umsatzhoch am Aktionswochenende sollten Sie sich nicht entgehen lassen, und mit einer eigenen Newsletter-Kampagne zum Thema können Sie Kunden auch in Ihren Online Store locken. Ein Blick in die Vergangenheit kann dabei behilflich sein: Vielleicht haben Sie ja bereits im Vorjahr eine Black Friday Kampagne versendet? Dann betrachten Sie Ihre Zahlen der vergangenen Black Friday Mails im Reporting und werten Sie aus: Welche Betreffzeilen haben gewirkt, welche Angebote einen Klick provoziert? Spüren Sie Gewinner-Content auf und verwerten Sie diese Ideen einfach wieder. Und vernachlässigen Sie dabei alle Inhalte, die im Vorjahr nicht performt haben.

Starten Sie dieses Jahr das erste Mal eine eigene Black Friday Kampagne? Dann speichern Sie nach dem Event auf jeden Fall Ihre Reportings der Kampagne ab, als Blaupause für das kommende Jahr!

So können Sie Ihre Newsletter individueller gestalten

Es ist sinnvoll, sich vor dem Versand zunächst Gedanken zu machen, was und an wen Sie Ihre Newsletter versenden möchten. Segmentierung heißt das Zauberwort: Sofern Sie bereits Newsletter Marketing betreiben und schon eine Empfängerliste haben, nehmen Sie diese genau unter die Lupe. Gibt es Leser, die bestimmte Dinge gemeinsam haben und die Sie in Ihrer Black Friday Kampagne individuell bespielen können? Ein gutes Beispiel dafür wäre die Segmentierung in männliche und weibliche Empfänger: Für Modehändler ist diese Unterteilung besonders vorteilhaft, um den Empfängern passende Kleidung anzubieten. Oder haben Ihre Empfänger gemeinsame Interessen, sodass Sie ganz spezifische Produktgruppen bei den entsprechenden Fans bewerben können, zum Beispiel Fußball- vs. Yoga Produkte? Je individueller und gezielter Sie Ihre Angebote zum Black Friday ausstreuen, desto erfolgreicher werden Sie Ihre Produkte an die Kunden bringen.

Black Friday Shopping mit dem Smartphone

Wie oft und wann sollen Black Friday Newsletter versendet werden?

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wir möchten Ihnen jetzt nicht raten, Monate im Voraus die Black Friday-Glocke zu läuten, aber es kann vorteilhaft sein, wenn Kunden schon vor Tag X wissen, dass Sie einen Black Friday Sale in Ihrem Store anbieten. Auch wenn gerade deutsche Shopper eigentlich noch daran gewöhnt sind, Punkt Mitternacht mit dem Black Friday Einkauf starten zu dürfen, können Sie bereits einen Pre-Sale Marathon starten, der im Black Friday endet. Oder einfach eine Woche vor Sale-Beginn die Sonderangebote promoten, um dann am Freitag (und vielleicht zusätzlich am Cyber Monday) die Preise purzeln zu lassen.

Wichtig ist nur, dass Sie mit der Planung der Inhalte für Ihre Newsletter rechtzeitig beginnen, damit bei den Promotions alles reibungslos verläuft: Testen Sie, ob die Inhalte verständlich und die Produktbilder ansprechend sind, und prüfen Sie, ob alle Buttons auch zur gewünschten Ziel-URL führen.

Wie oft Sie Ihre Newsletter versenden, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen. Wenn Sie beispielsweise eine Woche lang jeden Tag neue Angebote zum Black Friday bewerben möchten (und dies vorab ankündigen), kann das für den Empfänger dem Anlass entsprechend angemessen sein. Erinnern Sie hingegen jeden Tag den Kunden, dass immer noch der Black Friday Sale in Ihrem Shop stattfindet, wirkt das eher nervtötend und wird zu Abmeldungen statt zu Verkäufen führen.

Probieren Sie E-Mail Automationen für Ihre Kampagne aus!

Planen Sie eine mehrteilige E-Mail Strecke zum Thema Black Friday? Dann ist E-Mail Automation das Richtige für Sie! Denn damit können Sie alle Nachrichten in einer zusammenhängenden Strecke anlegen, zeitlich planen und mit einem Klick die Kette starten. Danach werden alle E-Mails, die Sie in der Automation abgelegt haben, automatisch an die Empfänger gesendet, die Sie ausgewählt haben! Auch Follow-Up E-Mails für Nicht-Öffner oder die automatische Vergabe von Schlagwörtern („Tags“) ist möglich. Die E-Mail Automation THEA von CleverReach® ist besonders umfangreich und auch für Einsteiger leicht zu bedienen.

Mit dem passenden Plugin von CleverReach® können Sie alle Empfängerdaten aus Ihrem OXID Shop nutzen und Ihre Black Friday Ideen in die Tat umsetzen. Jetzt Plugin downloaden und Black Friday Kampagne starten!

Autorin:

Sabine Kowalski, CleverReach

Sabine Kowalski arbeitet beim E-Mail Marketing Anbieter CleverReach® im Kommunikations-Team als kreative Texterin, Konzeptioner und kluger Kopf im Social Media Bereich. Zuvor war sie als Beraterin in einer Oldenburger Marketingagentur tätig und setzt nun ihr Wissen ein, um jeder Zielgruppe technische Sachverhalte leicht verständlich und praxisnah beizubringen.

„Kommunikation und Vertrauen sind entscheidende Erfolgskriterien für ein solches Projekt“

Etwas über zwei Jahre ist es her, als der Online-Supermarkt Getnow in den Metropolen Berlin und München an den Start gegangen ist. Seitdem verfolgt der Food Online Retailer seine ambitionierten Ziele. Um diese noch besser zu erreichen, erarbeitete das Start-up mit dem Professional Services Bereich der OXID eSales AG unter der Leitung von Oliver Charles einen Wechsel des Shopsystems und der E-Commerce-Strategie. Getnow löste das vormalige System durch die OXID eShop Enterprise Edition in Rekordzeit von nur 2 Monaten ab, um den Skalierungs- und Wachstumsansprüchen gerecht zu werden. Weitere deutsche Städte und Standorte in ganz Europa sollen in Zukunft von den Vorteilen der komfortablen Lebensmittel-Bestellung bei getnow.com, Lieferung binnen 90 Minuten und einem höchst umfangreichen und qualitativ hochwertigen Sortiment profitieren können.

Shopsystem-Wechsel bei Getnow in nur 8 Wochen

Interview mit Alexander Mages, Senior Projektleiter Professional Services, OXID eSales AG

Alexander, was genau macht ihr bei OXID Professional Services?

Alexander Mages, Senior Projektleiter Professional Services, OXID eSales AG

AM: Wir verstehen uns als strategischer Partner und Enabler für Kunden und Partner mit komplexen Projekt-Herausforderungen. Die Kundenanforderungen sind dabei so individuell, dass wir oft ganz neue innovative Szenarien um OXID eShop herum entwickeln müssen. Jedes Projekt ist anders und jedes Team ist individuell passend zusammengesetzt. Das ist immer wieder abwechslungsreich und sehr spannend.

Ihr habt ja kürzlich ein Shop-Projekt mit Getnow umgesetzt. Was war der Grund für den Systemwechsel auf OXID eShop?

AM: Das bestehende System skalierte nicht. Getnow konnte keine neuen Städte in den Livebetrieb nehmen, da das System bereits an der Obergrenze der Last fuhr. Binnen kürzester Zeit war klar, dass es abgelöst werden musste. Das neue System sollte bis spätestens zum Jahresende 2018 live gehen.

Warum war die kurze Time to Market für Getnow von solch essenzieller Bedeutung?

AM: Das Unternehmen steht für Innovation, hat ambitionierte Wachstumsziele und will so schnell wie möglich neue Städte mit ihrem Konzept erschließen. Zu den Wachstumsplänen gehört auch, bald international zu expandieren. So war im Prinzip das ganze Unternehmen gefährdet. Die Lage war existenzbedrohend, da man aufgrund der unzureichenden technischen Basis nicht wachsen konnte. Das war die Motivation, sofort und so schnell wie möglich auf eine leistungsfähige E-Commerce-Plattform umzusteigen.

Wie konntet ihr so schnell diesen hohen Anforderungen gerecht werden?

AM: Der Schlüssel war zum einen die umfangreiche Erfahrung aller Projektbeteiligten. Ein Teil des Teams hatte auch vorher schon zusammengearbeitet. Zeitweilig haben auf OXID, Partner- und Kundenseite 15 Personen (Entwickler, Product Owner, Frontend Designer und Projektleiter) die Projektumsetzung gemeinsam vorangetrieben. Zum anderen haben wir mit der OXID eShop E-Commerce-Plattform eine höchst flexible und anpassbare Lösung, die ihre Stärken in solchen Projekten voll ausspielen kann.

Was war die größte Herausforderung?

AM: Getnow brauchte ein System, das schnell auf den gleichen Stand kommen musste, wie das Bestehende. Das Ganze in extrem kurzer Zeit und mit einer Anbindung von Storelogix – dem Warenwirtschaftssystem von Getnow. Storelogix musste quasi on the fly mit uns weiterentwickelt werden. Bis zum Go-Live war dadurch viel Speed und Druck im Projekt. Aus Business-Sicht musste das Thema „Picking“ abgedeckt werden. Was passiert z.B., wenn ein Kunde eine Milka Schokolade bestellt und diese nicht mehr vorrätig ist? Dann wird ein höherwertigeres Produkt gewählt, in meinem Beispiel eine Lindt Schokolade. Das muss das System wissen und am Ende muss das tatsächlich gelieferte Produkt beim Kunden entsprechend auf der Rechnung stehen, obwohl er per Kreditkarte bereits bezahlt hat. Eine potenzielle Differenz zwischen dem was der Kunde bestellt und tatsächlich geliefert bekommt, muss technisch in den verschiedenen Städten und Metro-Sortimenten abgebildet werden. Das war tatsächlich die größte Herausforderung.

Getnow verkauft nun auf Basis von OXID eShop
Die Grillsaison bei getnow.com ist eröffnet

Wie muss ich mir die technische Umsetzung der einzelnen Städteangebote vorstellen?

AM: Im Moment wird pro Stadt ein bestimmtes, verfügbares Sortiment abgebildet. Neue Postleitzahlen werden auf Produkte gemappt. In Kürze wird das über Mandanten umgesetzt werden. Das steht als nächstes an.

Und wie geschah technisch gesehen die Ablösung des alten Systems?

AM: Das bestehende System lief bis zum Tag X. Tag X war der Go-Live des OXID eShop. In diesem Fall stellt man die URLs um und alle Bestellungen, die über den alten Shop reinkamen, waren fast zeitgleich im OXID eShop abgebildet. Für den Kunden sah alles neu aus, aber sein Account war da, seine vorherigen Bestellungen und Rechnungen. Es war einfach alles vorhanden, was zuvor existierte. Nachdem das neue System lief, wurde das alte heruntergefahren. Es bleibt aus rechtlichen Gründen bestehen.

Was nimmst Du persönlich aus dem Projekt mit?

AM: Kommunikation und Vertrauen sind entscheidende Erfolgskriterien für ein solches Projekt. Wir hatten sehr kurze Wege und haben uns jederzeit gut miteinander abgestimmt. Tickets waren gut vorbereitet. Ebenso ist es wichtig, den Erfolg miteinander zu teilen. Jeder Entwickler stellte sein Ergebnis dem Team bei Getnow persönlich vor und bekam dadurch direktes Feedback. Das gesamte Team kann stolz darauf sein, ein solches Ergebnis in dieser atemberaubend kurzen Zeit und Qualität abgeliefert zu haben. Ich möchte unserem Team und allen Partnern, Netformic, Euroxid und Concepts and Creations, für die hochprofessionelle Zusammenarbeit danken. Unser Dank geht auch an das Team von Getnow um CEO Sebastian Wiese, der uns erneut sein Vertrauen geschenkt hat. Wir freuen uns auf die gemeinsamen Herausforderungen, die noch vor uns liegen.

Das Interview führte Nicole Lipphardt, Content Marketing Manager, OXID eSales AG

Interview: SAP-Anwender und E-Commerce – ein schwieriges Unterfangen?

Unternehmen, die ERP von SAP im Einsatz haben, sind gut gerüstet für den Einstieg in den E-Commerce. Fehlt nur noch die passende Online-Bestellplattform und nicht zu vergessen: die Sicherheit, dass ein reibungsloser Datenaustausch zwischen beiden Systemen stattfindet. Wir haben uns mit Hans-Jürgen Torlée, geschäftsführender Gesellschafter der Proclane Commerce GmbH, unterhalten, um zu erfahren, wie schwierig die Verbindung von SAP und E-Commerce wirklich ist.

Warum ist E-Commerce für viele SAP-Anwender so ein kompliziertes Thema?
Hans-Jürgen Torlée: Viele SAP-Anwender hatten bislang kaum Berührungspunkte mit dem E-Commerce. In den Unternehmen arbeiten hochqualifizierte SAP-Spezialisten, für die Onlinehandel neu ist. Erst langsam treffen wir auf E-Commerce-Manager. Die Hürde besteht dann meist darin, dass die IT-Experten und die E-Commerce-Verantwortlichen unterschiedliche „Sprachen“ sprechen. Hier kommen wir als E-Commerce-Agentur mit jahrelanger Erfahrung im SAP-Umfeld ins Spiel: Wir übersetzen in erster Instanz zwischen den Abteilungen.

Reibungsloser Datenaustausch zwischen ERP-System und Onlineshop sowie erstklassige Customer Experience im Frontend. Wie macht man das?
Hans-Jürgen Torlée: Ein ansprechender Shop ist wichtig. Die meisten unserer Kunden legen das Hauptaugenmerk im ersten Schritt allerdings auf die Ausweitung der bestehenden ERP-Prozesse auf das Online-Bestellwesen, um die Abläufe zu straffen. Natürlich hat die Automatisierung auch Auswirkungen auf die Customer Experience. Anders vielleicht als man auf den ersten Blick meint. Um zum Beispiel eine hohe Performance und niedrige Ladezeiten zu gewährleisten, empfiehlt es sich nicht alle Daten aus dem ERP live vom Shopsystem holen zu lassen, sondern nur die, die wirklich in Echtzeit benötigt werden.

Gerade im B2B-Umfeld gibt es häufig individuelle Preisvereinbarungen. Wie wird sichergestellt, dass der Kunde den korrekten Preis angezeigt bekommt?
Hans-Jürgen Torlée: B2B-Unternehmen haben in der Tat mitunter sehr komplexe und individuelle Konditionsmatrizen in ihrem ERP-System hinterlegt. Bei der Preisfindung lohnt sich eine Live-Abfrage in den allermeisten Fällen. Um sicherzustellen, dass hier nichts schiefgeht, sollte eine zusätzliche Prüfung im Warenkorb beim Checkout stattfinden, weil es vorkommt, dass der Einkäufer im Warenkorb die Bestellmenge ändert und dadurch ein anderer Preis berechnet werden muss.

Wie verbindet OXID4SAP SAP-Software mit OXID eShop?
Hans-Jürgen Torlée: Um SAP an den OXID eShop anzubinden, also die Kommunikationsfähigkeit der Systeme zu gewährleisten, kommt einmal die standardisierte ERP-Schnittstelle von OXID zum Einsatz, dann als Middleware der IntegrationMan von HONICO. Die 15 OXID4SAP-Module werden anschließend je nach Kundenanforderung im Backend des Onlineshops aktiviert, z.B. das Modul zur Live-Preisfindung.

Sie haben schon zahlreiche E-Commerce-Projekte mit SAP-Anwendern umgesetzt. Haben Sie Tipps und Empfehlungen, worauf Einsteiger bei der Umsetzung achten sollten?
Hans-Jürgen Torlée: Für Einsteiger, die noch keine Erfahrung mit E-Commerce haben, ist es hilfreich, frühzeitig eine beratende Agentur wie Proclane Commerce, hinzuzuziehen, um die Anforderungen aller beteiligten Abteilungen, das sind meist IT, Vertrieb, Marketing, Organisation und Finanzbuchhaltung, zu moderieren und Verständnis für erprobte Erfolgsmethoden zu etablieren. So kann dann ein Lastenheft mit allen Spezifikationen und Frontendfunktionalitäten entstehen. Auf dessen Basis erstellen wir im Anschluss das Pflichtenheft, aus dem Arbeitspakete entstehen, die bis zur Endabnahme ausgeführt werden. Unternehmen, die in den E-Commerce einsteigen möchten, sollten sich im Vorfeld darüber klar werden, wo ihre Prioritäten liegen und das Projekt danach ausrichten. Oftmals werden in der ersten Phase die Prozessintegration und die grundsätzlichen Funktionalitäten zum Laufen gebracht. Ein Online-Bestellsystem ist ein fortlaufendes Projekt. Wer von Anfang einkalkuliert, dass ein Onlineshop kontinuierlich weiterentwickelt werden muss, weil die Kundenanforderungen und die internen Wünsche, etwa nach Suchmaschinenmarketing, mit dem Shop wachsen, erhöht die eigene Planungssicherheit.

Vielen Dank!

Gesprächspartner
Hans-Juergen TorleeHans-Jürgen Torlée ist geschäftsführender Gesellschafter der Proclane Commerce GmbH und seit 2007 Geschäftsführender Gesellschafter für die AKRA Business Solutions GmbH, Unternehmensberatung für SAP und Managementsysteme in Hamburg. Vor 2007 war er seit 1985, also schon während seines Studiums, in Unternehmensberatungen tätig, zuletzt als Industry Director und Mitglied des Senior Managements der LogicaCMG für das Marktsegment Transport, Travel und Logistik. Seit 1999 war Hans-Jürgen Torlée in Führungsverantwortung als Bereichsleiter und später Associate Director ppa. Sein Studium hat er 1986 als Diplom-Informatiker der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik an der FH Wedel abgeschlossen. Danach warer als Systementwickler, Systemanalytiker, Projektleiter und Leiter Kompetenz-Center für Workflow- und Dokumentenmanagement aktiv.