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Gastblog: Busted! Performance Mythen im Internet

In Blogs und Whitepapers gibt es unzählige Tipps und Tricks zur Steigerung der Performance eines Webshops. Doch was bringen diese angeblichen Best Practices wirklich und auf welche Urban Legends sollten Shopbetreiber lieber nicht hören? SysEleven hat die häufigsten Performance-Mythen in der Praxis auf die Probe gestellt. Hier drei ausgewählte Beispiele:

Nginx ist schneller als Apache

Die Konfiguration von Apache kann während der Laufzeit, also ohne Neustart verändert werden. Dies geschieht mit Anweisungen in der Datei .htaccess und wird meist für Passwortschutz und Redirects genutzt. Damit das funktioniert muss Apache bei jedem Seitenaufruf die gesamte Verzeichnisstruktur nach .htaccess-Dateien durchsuchen und den Inhalt interpretieren, das kostet wertvolle Rechenzeit. Nginx unterstützt diese Funktion nicht und ist unter anderem deshalb in der Standardkonfigutation deutlich schneller als Apache. Schaltet man dies bei Apache ebenfalls ab und überträgt die Anweisungen in die Konfigurations-Dateien, ist der Unterschied zu nginx kaum noch merklich.

Assets auf viele Domains verteilen

Bilder uns statische Dateien sollen auf mehrere Domainnamen verteilt werden, weil Browser nur eine bestimmte Anzahl von gleichzeitigen Verbindungen pro Domain zulassen. Dieser Tipp stammt aus Zeiten sehr langsamer DSL-Verbindungen und ist heute sogar schädlich. Das Internetprotokoll gibt vor, dass neue Verbindungen mit geringer Geschwindigkeit (Bandbreite) anfangen und im Laufe der Zeit schneller werden, wenn keine Übertragungsfehler aufgetreten sind. Dieser Effekt heißt TCP-Slowstart und sorgt dafür, dass wenige Verbindungen, die länger offen bleiben, in Summe mehr Durchsatz bieten, als viele kurzlebige Verbindungen.

Fullpage-Caching

Die Buzzwords Varnish und Caching sind in aller Munde und gelten als Wunderwaffe für unendliche Performance, selbst bei TV-Werbung. Rein technisch betrachtet  kommt das der Wahrheit nahe, allerdings nur für die Seitenaufrufe die tatsächlich aus dem Cache bedient werden können. Die reale Performance wird hingegen bestimmt durch die Seitenaufrufe, die nicht aus dem Cache ausgeliefert werden können. In der Praxis zeigt sich, dass die Cache-Hitrate bei jedem Shop individuell ist, und schwank je nach Shop zwischen 10% (schlecht) bis 90% (gut). Während ein Fullpage-Cache bei einem Shop also wirklich eine Lösung ist, hilft er anderen kaum weiter.

Autor
Thomas Lohner ist in der Geschäftsführung der SysEleven GmbH mit Sitz in Berlin. Er Thomas_Lohner_Bildverantwortet die Unternehmensentwicklung und sein besonderer Fokus liegt auf der Programmierung. Das perfekte Zusammenspiel von Software und Hardware, individuelle Lösungen für anspruchsvolle Hostingkonzepte – das fordert ihn und macht ihm Spaß! Die SysEleven GmbH wurde 2007 offiziell gegründet, aber bereits vorher und ohne Firma, stand leistungsstarkes, skalierbares Hosting, Verfügbarkeit und Performancetuning von Webapplikationen im Mittelpunkt des Interesses von Thomas. 

Worauf Sie bei Ihrem Onlineshop achten sollten, um auch unter Hochlast mit kurzen Ladezeiten zu glänzen, erfahren Sie in unserem Whitepaper „Jede Sekunde zahlt sich aus“.

Geschützt: OXID eShop und Varnish – eine starke Kombination

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