Mobile App vs. Responsive Design

Mobile App versus responsives Design

Was ist besser für Ihr Business?

von Esyon GmbH

Für mobile Lösungen gibt es im Wesentlichen zwei Optionen: Mobile Apps und mobile Websites bzw. responsive Designs. In diesem Beitrag wollen wir die Vor- und Nachteile beider Varianten einmal gegenüberstellen und erklären, welche von ihnen die bessere für Ihren Onlineshop ist. 

STATISTIKEN ZUR MOBILEN INTERNETNUTZUNG UND MOBILEN APPS

Bevor wir in den Vergleich von responsiven Designs und mobilen Apps einsteigen, sollen uns ein paar Zahlen die Bedeutung mobiler Lösungen im E-Commerce verdeutlichen. Weltweit fanden laut statista.de im Jahr 2020 52,31 Prozent der Seitenaufrufe auf Webseiten über das Smartphone statt, 3,43 Prozent entfielen auf Tablet-PCs. Mobile Endgeräte vereinnahmen damit mehr als die Hälfte des globalen Internetkonsums unter sich. Die weltweite Marktpenetration von Smartphones ist mit 67% (5,19 Milliarden Nutzer) sogar noch größer.

Auch in Deutschland sind die Zahlen beeindruckend: Statista führt einen prognostizierten Umsatz mobiler Apps in Höhe von 1,99 Milliarden Euro an. Damit würde sich ein seit 2009 beständiger Positiv-Trend fortsetzen. Im vergangen Jahr haben zudem 71 Prozent der Deutschen einen Einkauf mit dem Smartphone getätigt. 

Responsive Designs: Vorteile

Die größte Stärke des responsiven Designs liegt in seiner Verfügbarkeit, denn längst haben Shop- und Content-Managementsysteme, bzw. die Anbieter von Themes für selbige, auf mobile Geräte als bedeutendstes Zugriffsmedium reagiert. Mobile-Tauglichkeit ist für ein Theme kein Verkaufsargument mehr, vielmehr handelt es sich dabei um einen Hygienefaktor: Kann ein Template keine Inhalte auf Smartphones anzeigen, ist es für den Markt nahezu irrelevant.

Folgerichtig bietet jedes halbwegs populäre Theme ein responsives Design für die Erstellung mobiler Webseiten. Da auch alle gängigen Browser ein schnelles Umschalten zwischen Desktop- und mobiler Ansicht ermöglichen, lässt sich der erstellte Content auch sehr leicht auf sein mobiles Design überprüfen. Das macht die Entwicklung mobiler Webseiten auch am PC sehr einfach. 

Nachteile

So einfach die Erstellung mobiler Webseiten auch ist, frei von Schwächen ist sie nicht. Denn auch wenn Inhalte gut lesbar und anwenderfreundlich dargestellt werden, so sind mobile Websites auch heute noch nichts anderes als eine Desktop-Version, deren Elemente für die kleinen Bildschirme passend skaliert und umrangiert werden. Dieser Anpassungsprozess benötigt Ressourcen und erhöht die Ladezeit.

Bei Geschwindigkeitsmessungen ist eine mobile Webseite so gut wie immer langsamer als ihr Pedant für den Desktop. Zudem ruft ein responsives Design nicht das volle Potenzial des Smartphones für den Onlineeinkauf ab, da Features wie beispielsweise Fingerabdruck-Scanner oder die Kamera der Geräte außen vorgelassen werden. 

Lesetipp: Sie wollen wissen, wie sich die Stärken von Smartphones im E-Commerce voll ausspielen lassen? Dann empfehlen wir Ihnen diesen Blogbeitrag

Mobile Apps: Vorteile

Warenkorb-Erstellung auch offline

Einige der wesentlichen Vorteile von mobilen Apps ergeben sich im Grunde aus den Nachteilen responsiver Webseiten, denn mit ihnen lassen sich die technischen Gimmicks von mobilen Geräten effektiv nutzen, um das Einkaufserlebnis angenehmer zu gestalten. Zudem werden mobile Apps gezielt für die Nutzung auf den Geräten entwickelt und bieten dementsprechend eine bessere Performance als mobile Websites. 

Darüber hinaus fördern mobile Apps aber auch das Engagement Ihrer Kundinnen und Kunden. Über Push-Benachrichtigungen können Sie auf Rabattaktionen, neue Produkte oder dergleichen hinweisen. Die Benachrichtigungen können ein wertvoller Hebel für Remarketing-Maßnahmen sein, denn oft ist es sehr viel leichter und kostengünstiger, bestehende Kundinnen und Kunden erneut zu einem Kauf anzuregen als neue zu gewinnen. Die mobile App bietet nach ihrer Installation auch Spielräume für eine Personalisierung. Es wäre zum Beispiel möglich, dass Kundinnen und Kunden beim ersten Login ihre Präferenzen festlegen und je nach Konfiguration bestimmte Inhalte ausgespielt werden.

Für Händler bietet eine App zudem die Möglichkeit, in Sachen UX neue Dinge auszutesten. Denkbar wäre, dass die Menüführung innerhalb der App eine andere ist als die in der Desktopversion oder Produkt- und Checkoutseiten anders gestaltet sind. Bei einem responsiven Design, das wie schon gesagt „nur“ eine Desktop-Version abbildet, ist das nur eigeschränkt möglich. 

Nachteile

Nachteile mobiler Apps finden sich vor allem im Aufwand. Das gilt sowohl auf Händler- als auch auf Kundenseite. Für die Händler ist ein gewisser Entwicklungs- und/oder Investitionsaufwand notwendig, um Kundinnen und Kunden eine eigene App anbieten zu können. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn viele individuelle Features implementiert werden sollen. Gleichzeitig erfordert die Nutzung der App, dass diese überhaupt erst den Weg auf die Smartphones potenzieller Käuferinnen und Käufer findet. Um das zu gewährleisten, müssen erst entsprechende Anreize für die Installation geschaffen werden. 

 

Vorteile

Nachteile

Mobile App

  • gute Performance
  • Smartphone-Features verbessern die User Experience
  • gesteigertes Engagement
  • mehr Individualisierungsmöglichkeiten
  • erhöhter Entwicklungsaufwand
  • erfordert Installation von Kundenseite

Responsive Design

  • hohe Verfügbarkeit
  • einfache Umsetzung
  • Performanceeinbußen
  • Potenzial mobiler Endgeräte wird nicht ausgeschöpft

 

Welche Lösung ist die richtige?

Ob eine mobile App oder ein responsives Design die geeignetere Lösung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann pauschal nicht beantwortet werden. Zuallererst ist die Frage eine des notwendigen Aufwands. Wenn Sie eine schnell verfügbare, mobile Version Ihres Onlineshops benötigen, ist das responsive Design sicher der einfachere Weg, diese zu realisieren. Je mehr Individualisierungsmöglichkeiten, Special-Features und Komfort sie Ihren Kundinnen und Kunden bieten wollen, desto spannender ist die mobile App. 

Zudem ist die Entscheidung auch kundenabhängig. Wenn Ihr Geschäftsmodell darauf basiert, Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung einmalig anzubieten, lohnt sich eine mobile App nicht. Anders sieht es aus, wenn Sie ein großes Interesse daran haben, dass aus Neu- auch Bestandskunden werden, die Sie mit Remarketing-Maßnahmen gezielt ansprechen können. 

Abschließend ist zu sagen, dass ein responsives Design eine mobile App nicht ausschließen muss. Vielmehr lässt sich die mobile Webseite durch eine mobile App ergänzen, denn die App gibt Ihren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, das Smartphone noch besser für den Onlineeinkauf zu nutzen, beispielsweise mit Hilfe des Barcode-Scanners bei der Warenkorberstellung. Zudem sollten Sie Anreize für eine Installation der App schaffen. Das könnten beispielsweise Gutscheinaktionen oder Treuepunkte-Systeme sein, die nur App-Nutzern zugutekommen. ERP- und Produktmanagement-Systeme ermöglichen oft auch eine zentrale Verwaltung und Echtzeit-Synchronisation zwischen Webseite und mobiler App, sodass eine solche Multichannel-Strategie nicht zwangsläufig auch eine Erhöhung des Pflegeaufwands bedeuten muss.  

Autor:

Als zertifizierter OXID Partner realisiert die ESYON GmbH E-Commerce- und IT-Lösungen im B2B- und B2C-Bereich, bei denen die Bereitstellung individueller Schnittstellen im Fokus steht. Neben Kompetenzen zu ERP- und PIM-Systemen besitzt die ESYON auch eine Expertise auf dem Gebiet der Mobile Apps für OXID eShop.

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