Nischenmarktplätze - Die Metamorphose der Marktplätze (Teil 2)

Nischenmarktplätze - von Hidden Champions lernen

Von Brigitta Johannesmeier, PR-Referentin bei DIXENO

Mit einem Nischenmarktplatz vollziehen Unternehmen eine digitale Transformation, die abseits des Mainstream-Wettbewerbs, eine skalierbare Positionierung ermöglicht. Jedem Unternehmen, das es schafft, seine Nische genau zu erkennen, sich darauf zu fokussieren und konsequent eine signifikant hohe Kundennähe zu praktizieren, kann auf diesem Weg ein phänomenaler Durchbruch gelingen. Wie Hidden Champions sich mit den Anforderungen der Kunden entwickeln, ist auch im Nischenmarktplatz die bedingungslose Fokussierung auf Kundenbedürfnisse, die Basis: Von der Idee bis zum Ausbau. Darüber hinaus erlauben Nischenmarktplätze auch den angebundenen Parteien, Dienstleistern und Anbietern Teilhabe am Erfolg der Strategie.

Für wen lohnt sich der Nischenmarktplatz?

Der Weg in den Nischenmarktplatz lohnt sich prinzipiell für jeden - für jeden der gut in seiner Nische ist! Erstklassige Qualität, eine außergewöhnliche Idee zur Marke, zum Produkt, Aufgeschlossenheit für anbindbare Dienstleistungen, Ideen, Vernetzungen, die sich damit verknüpfen lassen, sind wichtig.  Nicht zuletzt gehören dazu der berühmte Blick über den Tellerrand und ein bedingungsloses Eintauchen in die Denkweise der Kunden. Mit den Ansprüchen, Wünschen und Entwicklungen der Kunden wachsen und sein Segment ausbauen, darauf kommt es an. Welche Träume, Wünsche, Ideen hat der B2C-Kunde? Wie arbeitet der B2B-Kunde? Welchen Anforderungen unterliegt er? Was bietet mein Unternehmen, das seinen Workflow noch fördert? Genau nachfragen, was die Kunden ausmacht und dann ‚um die Ecke denken‘, bringt Unternehmen auf den Weg zum Nischenmarktplatz.

Erst Marktplatz? Dann eigener Shop? Oder sofort eigener Marktplatz?

Interview mit Hubertus Brüggemann, Experte für Vertrieb und Changemanagement bei DIXENO

 

Zuerst ein eigener Shop! Er ist die Basis, um überhaupt zu sehen, was in der Nische passiert. Hier werden die Grundlagen aufgebaut. Wie läuft das Marketing? Welche Erkenntnisse können aus der Kundenkommunikation gewonnen werden? Welche typischen, allgemeinen Leistungen der Branche können ausgeklammert werden, damit die Nische übrigbleibt? Welche Erfahrungswerte sprechen für einen Nischenmarktplatz? Gibt es klare Ergebnisse, die in eine andere, individuelle digitale Richtung weisen? „Ein Workshop mit dem Dienstleister klärt die Rahmenbedingungen“, so Hubertus Brüggemann, Experte für Vertrieb und Changemanagement bei DIXENO.

Wie ist das technisch optimal lösbar?

„Wir haben bei DIXENO mit unserem eigenen Marktplatzmodul von vornherein eine sehr tiefe Integration ins OXID Shopsystem. Das heißt, sämtliche Doings, das Controlling, die Statistik finden im OXID Backend statt“, erläutert Hubertus Brüggemann.

So hat der Marktplatzbetreiber nur einen Ort – genauer gesagt, nur ein Backend – vom dem er den Marktplatz steuert. Der Händler selbst – Dienstleister, regionaler Partner und andere auf dem Nischenmarktplatz – stellt seine Produkte in seinem Backend ein, die Veröffentlichung übernimmt immer der Betreiber – er hat immer das letzte Wort. So steht einer präzisen, dauerhaften Entwicklung und einem einheitlichen Service (z.B. einheitliche Zahlungsmittel) und Auftritt in der Nische nichts im Wege. Ganz gleich in welche Richtung die Kundenwünsche gehen, der Nischenmarktplatz kann ihnen mit immer wieder neuen Anbindungen schon vorauseilen.

Bringt OXID das, was es verspricht?  Welche Funktionalitäten sind besonders wichtig und interessant?

Das OXID Shopsystem ist sehr vielfältig und bietet Betreibern und Entwicklern sehr breite Gestaltungsmöglichkeiten.

Einer der größten und wichtigsten Vorteile ist die hohe Skalierbarkeit und Performance. Das Shopsystem orientiert sich an den Gegebenheiten und Vorstellungen der Nutzer. Offene Schnittstellen ermöglichen die Anbindung und Erweiterung zu Backend-Systemen. Entwickler können darüber hinaus neue Schnittstellen entwickeln, um favorisierte Software anzubinden.

Des Weiteren hat OXID einen schlanken Core, ist deshalb sehr schnell, mit hoher Performance und es ist für B2B und B2C ausgelegt.

Gibt es Funktionalitäten, die man – auf den ersten Blick – nicht braucht?

Hier bietet wieder die Skalierbarkeit den großen Pluspunkt. Im OXID Shopsystem können Funktionalitäten mehrstufig aktiviert werden. So kann man, entlang der Entwicklungsmöglichkeiten, die gegeben sind, einzelne Funktionalitäten zunächst ausklammern, sie aber später aktivieren – ganz wie es wachsende Bedingungen erfordern.

Um in der Nische möglichst präsent zu sein, sind immer komplexere Basisdaten notwendig. Artikelbasisdaten müssen immer optimierter sein, dem Ziel der Nische entsprechen. Händler, die inzwischen in einer hohen Zahl über ERP-Systeme verfügen, benötigen die Möglichkeit, der bidirektionalen, workflow-optimierten Anbindung. Das gewährleistet z.B. die Datendrehscheibe MIDbridge, die tief in OXID eShop und das DIXENO Marktplatzmodul integriert ist. Integration einfach machen, ist das Stichwort.

Finger weg von ….

Die komplexen Funktionalitäten eines Marktplatzes stellen gleichermaßen hohe Anforderungen an Unternehmen wie deren ausführende Dienstleister. Da liegt die Versuchung nahe, auf ‚Fertigprodukte‘ zurückzugreifen. Finger weg von einfachen Marktplatzmodulen, die keine tiefe Integration im Shopsystem besitzen! Sie sind nicht anpassbar, nicht customizebar.

Der Betreiber des Marktplatzes ist damit stets an das gebunden, was vorgegeben ist. Das widerspricht, ja steht genau dem im Wege, was einen Nischenmarktplatz ausmacht. Der Betreiber kann nicht auf das reagieren, was der Markt vorgibt. Oft fehlen diesen Modulen schon kleinste Aspekte wie die Grundpreisberechnung und -ausweisung. Der alte Grundsatz gilt: „Wer billig kauft, …“

 

Hubertus Brüggemann, zuständig für Beratung, Vertrieb und Changemanagement bei der Paderborner Digitalagentur DIXENO, begleitet mittelständische Unternehmen beim erfolgreichen Einstieg in die digitale Transformation. Sein Schwerpunkt sind B2B-Anbindungen, Marktplätze, Service-, Beschaffungs- und Kundenportale auf Basis vorhandener IT-Struktur.

Finger weg von einfachen Marktplatzmodulen, die keine tiefe Integration im Shopsystem besitzen!
Sie sind nicht anpassbar, nicht customizebar. Der Betreiber kann nicht auf das reagieren, was der Markt vorgibt.

Hubertus Brüggemann, Beratung, Vertrieb und Changemanagement bei DIXENO

Fazit:

Wie im analogen Leben ändern sich auch digitale Gewohnheiten, Möglichkeiten und Ansprüche. Darauf gilt es zu reagieren. Wie sich analoge Marktplätze mit neuen Features (Gastronomie, in Markthallen, mit Entertainment, u.a.) präsentieren, muss auch der digitale Marktplatz-Auftritt immer wieder überdacht werden.

Nischenmarktplätze sind die Lösung für Unternehmen, die diese Entwicklung erkannt haben. Sie können sich zusammentun und noch mehr Mehrwerte für alle anbieten: Mehr Kompetenz, mehr Ausrichtung auf die Kunden betreiberseits – mehr Produkte und Dienstleistungen kundenseits.

Im Rahmen seiner Nische kann ein solcher Marktplatz schneller und genauer auf Veränderungen der Kundenbedürfnisse reagieren. Um den Nischenmarktplatz können sich immer mehr Unternehmen konzentrieren, die dieser Nische folgen.

CHECKLISTE MARKTPLATZ

o    Sehr präzise die Bedürfnisse der Kunden kennen

Wie leben und arbeiten die Kunden? Wer sind sie eigentlich genau (Alter, Geschlecht, Hobbys, Berufe, Ausbildung, Weiterbildung, Hierarchie-Ebene im Unternehmen, Eigenheimbesitzer oder WG-Bewohner, politische/ökologische Orientierung, …) Was benötigen diese Kunden? Was lehnen sie ab? Was kann Ihre aktuelle Situation verbessern? Streben Sie nach Verbesserung? Was behindert sie in ihrem täglichen Workflow?

o    Wie sieht die eigene Nische aus?

Die eigene Nische definiert sich sehr präzise entlang der Kundenbedürfnisse. Dazu gehört eine bewusste Fokussierung auf schmale Marktsegmente, um dort mit signifikant hoher Kundennähe eine Alleinstellung zu erzielen, die sich vom Massenmarkt abgrenzt. Dieser Bereich wird erkannt, in dem alle ‚überflüssigen‘ Leistungen ausgegrenzt werden

o    Welche Besonderheit zeichnet den geplanten Nischenmarktplatz aus?

Welche Leistungen werden in anderen Bereichen nicht erbracht (Premium-Leistungen/ strenge ökologische Aspekte, die nur von diesem Marktplatz beachtet werden/ alleinstehende technische Pluspunkte / Liefergeschwindigkeit / Sicherheit / internationale – regionale Ausrichtung usw.)

  • Positionierung des Nischenmarktplatzes als Kompetenzcenter
  • Branchen-Forum / Branchen-Blog als Basis des Kompetenzcenters
  • Newssystem für Branchen
  • Virtueller Branchen-Dauer-Messeplatz
  • Plattform für Dienstleister + Dienstleistungen
  • Partner-Netzwerk

o   Auswahl der Funktionalitäten – Worauf kommt es unbedingt an?

  • Skalierbarkeit des Shopsystems
  • Von Beginn an eingebundene Online-Marketing-Maßnahmen
  • BaFin-ZAG-konforme Zahlungsabwicklung (Trust-Aufbau) 
  • Aktive „API-First-Möglichkeit“ / Schnittstellen für die Marktplatzhändler zur Artikelpflege, zum Produktmanagement und für den After-Sales und OMS-Bereich (Order-Management-System).

o   Was uns die Erfahrung lehrt!

Nichts ist so beständig wie der Wandel und Kunden sind aufmerksamer denn je für Trends. Das verlangt von Betreibern und Händlern des Nischenmarktplatzes diese Trends ebenfalls schnellstens zu erkennen, umzusetzen – im Idealfall, selbst diese Trends mitzubestimmen.

Dieser Gastartikel ist Teil einer zwei-teiligen Serie. In Teil 1 erfahren Sie, warum so viele neue Marktplätze entstehen, für wen dieser Weg der richtige ist und was sich von Amazon lernen lässt.

Informationen zur Gastautorin:

Brigitta Johannesmeier ist PR-Referentin bei DIXENO. Die Paderborner Digitalagentur digitalisiert klassische Prozesse für Industrie, Handel und Verbände auf Basis vorhandener IT-Struktur. Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation werden Marktplätze, Online-Shops, B2B-Anbindungen, Service-, Beschaffungs- und Kundenportale entwickelt, erstellt und mit modernsten Online-Marketing Maßnahmen unterstützt. Neue Denkstrukturen zum Internet of Things (IoT), API-First-Strategie und weitere, progressive B2B-Kernfaktoren stehen dabei im Fokus.


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