Wie Software Updates
Ihr E-Commerce Projekt voranbringen

Welche Verbesserungen Software Updates in den
Agentur- und Projekt-Alltag bringen können und warum

Keine Software ist statisch; und ein Projekt ist auch nie fertig. Deswegen wird mit jedem Launch auch immer schon die nächste Phase für Wartung und Weiterentwicklung geplant und berechnet.

Obwohl diese Wahrheiten allgemein bekannt sind, wird dies im Alltag einer E-Commerce Lösung oft anders gehandhabt. Updates werden in erster Linie als nötiges Übel betrachtet und nur dann mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen, wenn sie entweder a) einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Anwendungen leisten, oder b) deutlich sicht- und erlebbare neue Funktionen für den User im Frontend bedeuten.

 

‚Never change a running system?‘

Ist weder a) noch b) der Fall, wird das Update gern auf die lange Bank geschoben. Zu tief sitzt vielleicht auch der Lehrsatz „Never change a running system“ (die vielleicht missverständlichste IT-Empfehlung überhaupt, jedenfalls für ein so stark dem Wandel unterworfenes Umfeld wie dem Handel).

Veränderungen im Code in Business Benefits umzurechnen ist schwer. Nicht zuletzt weil sie in erster Linie bestehende Entwicklungsprozesse optimieren oder neue entstehen lassen. KPIs sind hier nicht leicht zur Hand, weil messbare Ergebnisse am Ende immer in Qualität, Geschwindigkeit und Developer Happiness :-) münden; auf die immer mehrere Faktoren einzahlen.

Für das in diesen Tagen veröffentlichte Minor Release, OXID eShop v6.2, geben uns mit cgrd und Proud Commerce zwei sehr erfahrene Digital- und E-Commerce Agenturen und zudem langjährige OXID Experten einen Einblick, was die neue Software für sie bedeutet.

Beide Unternehmen sind wichtige Stimmen in der OXID Community, ihre Teams haben die Beta-Phase der v6.2 aktiv begleitet und den Release Candidate auf Herz und Nieren geprüft. Henrik Steffen, Geschäftsführer der cgrd GmbH, Stefan Peter Roos, Geschäftsführer bei Proud Commerce und Tobias Merkl, Senior Software Engineer ebenfalls bei Proud Commerce, geben vor dem Hintergrund ihres Erfahrungsschatzes eine Einschätzung, welche Effekte sie im Produktiveinsatz erwarten.

 

Dabei erläutern sie:

  • Welche Optimierungen die Arbeit an ihren E-Commerce Projekten in Zukunft erleichtern werden
  • Warum sich das Updaten lohnt und
  • Was Agenturen generell von einem Software-Hersteller erwarten

 

Modulentwicklung und Modulmanagement

Eine sehr interessante Neuerung für die Agenturen ist die Möglichkeit, Dependency Injection mit Symfony Framework auch für eigene Module zu nutzen. Dependency Injection erlaubt, einzelne Komponenten besser zu entkoppeln (mehr dazu in dieser Blogserie zu DI). OXID hat den Symfony DI container zwar bereits mit OXID eShop v6.0 eingeführt, allerdings in einem Rahmen, der für Modulentwickler kaum interessant war.

 

Mit dem neuen Release v6.2 ist dies nun auch für Projektentwickler freigeben. Das bedeutet, dass die eigenentwickelten Anpassungen besser integriert und getestet werden können. Und auch der Symfony Event-Mechanismus kann nun für Eigenentwicklungen genutzt werden. Dadurch sind diese dann deutlich robuster und leichter zu updaten und zu warten.

„Nachdem es in der Community schon mehrere Ansätze für ein cli (oxid console & oxrun) gegeben hat, ist nun die direkte Unterstützung für eigene Befehle im Core angelangt.

Da wir bei Proud Commerce grundsätzlich jedes Projekt in mehreren Umgebungen für Entwicklung, Testing und Abnahme vor der automatisierten Livestellung betreiben, freuen wir uns über das überarbeitete Modulmanagement, das die Konsistenz der Installationen in unserem Devops CI/Deployment-Prozess stark erleichtert.“

Stefan Peter Roos, Geschäftsführer, Proud Commerce

Bessere Software durch automatisierte Tests

Ab dem Release v6.2 wird nun auch ein neues Framework für Acceptancetests angeboten. Codeception soll die Entwicklungsarbeiten im Projekt vereinfachen und verbessern, indem es leichter wird, die eigene Software wirklich gut zu testen.

„Ein großer Wurf ist die Umstellung von Selenium auf Codeception: Das neue Testframework ist deutlich intuitiver, leistungsfähiger, stabiler, deutlich performanter und unterstützt insbesondere die verschachtelten Iframe Konstrukte, mit denen wir es bei der Klarna Core-Integration zu tun haben.“

Henrik Steffen, Geschäftsführer cgrd

Alternativen in der Projektgestaltung

In der OXID Produktentwicklung der letzten Jahre wurde viel Wert auf kontinuierliche Verbesserungen gelegt, um Projekte noch besser und schneller realisieren zu können.

Bei Neueinführungen bedeutet das, auf Abwärtskompatibilität zu achten, sodass Agenturen und Unternehmen nicht mit komplett neuen Architekturen belastet werden, die die Invests der Bestandsprojekte gefährden.

Die v6.2 enthält beispielsweise mit TWIG ein alternatives Template-System und mit NGINX eine Caching-Alternative statt Varnish für die Hochlast-Option. Tobias Merkl, Senior Software Engineer bei Proud Commerce hat dies in einen eigenen Blogbeitrag gefasst.

 

„Auch die neuen Features Dependency Injection, TWIG-Templates und das beginnende Eventsystem sind für uns gute Beispiele für die kontinuierliche Produktpflege seitens OXID, hier wünschen wir uns von OXID eSales die konsequente Fortsetzung dieses Weges mit jedem weiteren 6.x Release.“

Tobias Merkl, Senior Software Engineer, Proud Commerce

Verbesserte Zusammenarbeit im Development Team

Und manchmal sind es auch gerade die kleinen Veränderungen, die im Alltag zeitraubende Prozesse oder Abstimmungen verschlanken.

 

„Aus Agentur Sicht wird die Zusammenarbeit im Team etwas einfacher gestalten, dadurch dass die Shop Konfigurationen nun mehr im Filesystem abgelegt werden als in der Datenbank. Das lässt sich im Git besser dokumentieren.

Die Zusammenführung aller Logs per PSR3 Logger Interface sehen wir jedenfalls auch als sinnvoll an.“

Henrik Steffen, cgrd

Wann ein Update wagen?

Auf die eingangs gestellte Frage, wann sich ein Update denn wirklich lohnt, geben beide Experten eine ganz klare Antwort. Lohnt sich der Aufwand, jetzt auf das neueste Release zu gehen im Vergleich zu den zu erwartenden Gewinnen und Vorteilen? Und was ist mit den Unternehmen, die vielleicht schon länger zögern und noch auf einer viel älteren Version arbeiten? In diesem Fall lohnt es sich für beide:

 

„Für alle Shopbetreiber mit einer v4.x oder v5.x, die bisher mit der Migration gezögert haben, ist die Veröffentlichung von OXID 6.2 jetzt der perfekte Anlass zum Upgrade.“

Stefan Peter Roos, Proud Commerce

Besonders beschäftigt Teams die Frage, was sie gegebenenfalls inital an Geschwindigkeit einbüßen, weil man sich von alten, erlernten Good Practices verabschieden, sich neu einfinden und Neues erlernen muss. Diese Sorge nimmt ihnen Henrik Steffen, Geschäftsführer von cgrd:

 

„Die Entwickler sagen, es fühlt sich immer noch alles an wie die früheren OXID eShop Versionen: Sie finden sich also ohne große Einarbeitung gut zurecht.“

Henrik Steffen, cgrd

Immer wichtig: Performance-Gewinn!

Und was gilt für Händler, die vielleicht gerade erst ein Update abgeschlossen haben und in naher Zukunft keine Änderungen oder Modulentwicklungen planen? Auch dann lohnt es sich noch, sagen die Experten:

 

„Mit dem neuen Release 6.2 können alle OXID Shopbetreiber ab sofort das volle Performance-Potential der aktuellen Technologien wie MariaDB 10.4 und PHP 7.4 nutzen. Wir empfehlen unseren Kunden, die bereits auf die v6 migriert haben, definitiv ein Update auf den neuesten Core!“

Stefan Peter Roos, Proud Commerce

„Positiv zu erwähnen ist, dass mit PHP 7.0 alte Zöpfe abgeschnitten werden, und mit dem PHP 7.3 + 7.4 Support ordentlich Gas gegeben werden kann. Auch das Update im Bereich des phpunit Frameworks war dringend notwendig und macht das Entwickler-Leben leichter.“

Henrik Steffen, cgrd

Der neue OXID eShop v6.2 ist seit Ende März 2020 verfügbar. Weitere Informationen finden Sie in der Technischen Dokumentation und auf der OXIDforge.

 

 

Sie haben auch Erfahrungen mit dem neuen Release? Teilen Sie es mit uns! Themenvorschläge für Gastbeiträge erreichen uns am besten unter: redaktion(at)oxid-esales.com.


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